Beim Neujahrsempfang der Stadt Coburg am 25. Januar 2026 in den Räumen der HUK-COBURG stand eines im Mittelpunkt: das Zusammenspiel von Wirtschaft, sozialem Zusammenhalt und ökologischer Verantwortung. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig warb für Zuversicht, Dankbarkeit und konstruktives Miteinander – und setzte ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Coburg.
Ein ungewöhnlicher Ort für einen Neujahrsempfang – und genau deshalb ein bewusstes Signal: Der Empfang der Stadt Coburg fand erstmals nicht in einem städtischen Gebäude statt, sondern bei der HUK-COBURG. Anlass war das 75-jährige Jubiläum des Unternehmens am Standort Coburg – ein Jubiläum, das aus Sicht der Stadt weit über einen runden Geburtstag hinausgeht.
„Es war ein riesengroßer Glücksfall für Coburg“, betonte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig gleich zu Beginn seiner Rede. Aus einer Kundenkartei mit 188 Namen habe sich die HUK-COBURG zum größten Arbeitgeber, wichtigsten Gewerbesteuerzahler und zu einem zentralen Stabilitätsfaktor der Stadt entwickelt. Allein in Coburg bietet das Unternehmen heute rund 6.000 Menschen sichere Arbeitsplätze – ein Fundament für viele Familien und für den Wohlstand der Stadt.
Bürgerschaft, Wirtschaft und Politik im Dialog
Neben den Vertreter*innen der Coburger Unternehmen, war es dem Oberbürgermeister wichtig, den Neujahrsempfang auch für weitere Akteur*innen der Stadtgesellschaft, die sich in besonderer Weise für die Stadt einsetzen oder sie prägen, zu öffnen: Ehren- und Hauptamtliche von Blaulichtorganisationen, Sportvereinen, sozialen Einrichtungen, Kultur und Bildung. Ergänzt wurde dieser Kreis auch in diesem Jahr durch geloste Bürger*innen ab 18 Jahren, die stellvertretend für die rund 41.000 Coburger*innen als Ehrengäste teilnahmen. So wurde der Empfang einmal mehr zu einem Querschnitt der Stadtgesellschaft.
Wirtschaft als Fundament der Stadtgesellschaft
Der Neujahrsempfang stand im Zeichen der Wertschätzung für die Coburger Wirtschaft – in ihrer ganzen Bandbreite. Ob international tätige Industrieunternehmen wie BROSE, LASCO oder KAPP, regionale Banken, engagierte Handwerksbetriebe, Hidden Champions oder junge Start-ups: Sie alle tragen dazu bei, Coburg lebenswert zu machen.
„Gesunde und standorttreue Unternehmen sind die Grundlage unseres Wohlstands und einer meist zufriedenen Stadtgesellschaft“, so Sauerteig. Sie schaffen Arbeitsplätze, ziehen neue Bürger*innen an, fördern Kultur und Sport, investieren in die Stadt und sichern mit ihrer Steuerkraft viele Angebote, die andernorts längst nicht mehr selbstverständlich sind.
Ein aktuelles Beispiel für verantwortungsvolles Wachstum sei der Masterplan 2030 der Firma KAESER in Bertelsdorf. Er zeige, wie Unternehmensentwicklung mit sozialer Infrastruktur, Grünflächen, Wohnbebauung und Lärmschutz zusammengedacht werden könne. Auch wenn Veränderungen bei Anwohner*innen zunächst Sorgen auslösen, eröffne dieses Wachstum Chancen für Arbeitsplätze und eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Verlässliche Rahmenbedingungen statt kurzfristiger Einschnitte
Als Stadt bekennt sich Coburg klar zur Unterstützung ihrer Wirtschaft. Dazu zählen ein bewusst niedrig gehaltener Gewerbesteuerhebesatz, intensive Begleitung bei Investitionen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsförderung, Verwaltung und Politik. Allein im vergangenen Jahr vergab die Stadt Aufträge in Höhe von rund 28 Millionen Euro an Unternehmen aus der Region.
Gleichzeitig investiert Coburg gezielt in Zukunftsinfrastruktur: Glasfaser in städtischer Hand, den Verkehrslandeplatz, Verkehrslösungen wie den B4-Kompromiss oder die Förderung junger Unternehmen durch Zukunft.Coburg.Digital. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg – etwa bei der Entwicklung neuer Campusflächen – ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Stadt.
Soziale Stärke und Lebensqualität als Standortfaktoren
Doch eine lebenswerte Stadt besteht aus mehr als wirtschaftlicher Stärke. In seiner Rede machte Sauerteig deutlich, dass Coburg bewusst auch in soziale Angebote investiert – oft als freiwillige Leistungen der Kommune. Dazu zählen ein gut ausgebauter ÖPNV, Zuschüsse für Bustickets von Schüler*innen, das Landestheater, Sportförderung, Mittagessen in Kitas und Schulen sowie Begegnungsorte für alle Generationen.
Coburg versteht sich als familienfreundliche Stadt: mit einem der besten Kinderbetreuungsangebote in Bayern, über 40 Spielplätzen, dem Itzpark als Trendsportanlage und einem geplanten neuen Aquaria, das Schwimmenlernen, Vereinssport und Freizeitspaß vereinen soll. Auch in der Seniorenarbeit setzt die Stadt Maßstäbe – unter anderem mit einem früh etablierten Pflegestützpunkt und enger Vernetzung ambulanter Angebote.
Als Bildungsstadt investiert Coburg kontinuierlich in Schulen, Digitalisierung und moderne Lernorte. Bezahlbarer Wohnraum wird durch den Bestand von über 3.000 städtischen Wohnungen gesichert – ein stabilisierender Faktor in schwierigen Zeiten.
Dank, Zuversicht und gemeinsames Handeln
Bei aller Zufriedenheit sprach der Oberbürgermeister auch offen über die Herausforderungen: steigende Aufgaben durch Bund und Land, begrenzte finanzielle Spielräume und notwendige Priorisierungen. Coburg sei jedoch weiterhin handlungsfähig – ein Zustand, der längst keine Selbstverständlichkeit mehr sei.
„Es geht uns wirklich gut“, sagte Sauerteig. Gerade deshalb sei Dankbarkeit wichtig – ebenso wie der Wille zum Dialog. Sein Appell: weniger vorschnelles Meckern, mehr Gesprächsbereitschaft, mehr Blick für das Gemeinsame.
Angesichts globaler Krisen liege es umso mehr an den Menschen vor Ort, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Handeln, für den Umgang miteinander und für die gemeinsame Zukunft der Stadt.