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Stadt Coburg

Neujahrsempfang

Im Dialog für Coburgs Zukunft

Beim Neujahrsempfang 2026 kamen Menschen aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft zusammen. Erstmals fand der Empfang bei der HUK-Coburg statt – als Zeichen für das enge Zusammenspiel von Stadt und Unternehmen. OB Sauerteigt betonte, dass Coburg gezielt in Zukunftsinfrastruktur für eine lebenswerte Stadt investiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Gäste,

im Namen meiner beiden Bürgermeisterkollegen Hans-Herbert Hartan und Can Aydin begrüße ich Sie alle sehr herzlich zum Neujahrsempfang der Stadt Coburg 2026.

Und gleich vorneweg: Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle alles, alles Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für dieses neue Jahr.

Schön, dass Sie alle da sind und nicht der aktuell grassierenden Krankheitswelle zum Opfer gefallen sind.

Sehr geehrter Herr Heitmann, liebe Vorstände und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HUK,

vielen Dank für Ihre herzliche Begrüßung.

Und vor allem: Vielen Dank, dass wir alle hier heute bei der HUK Coburg zu Besuch sein dürfen.

Ich verspreche Ihnen an dieser Stelle schon mal: Die Gesangseinlage der Jubiläumsveranstaltung erspare ich Ihnen heute.

Schließlich soll ja das sich austauschen heute im Mittelpunkt stehen und dazu müssen Sie auch alle hier bleiben.

Der eine oder andere wird sich beim Lesen der Einladung vielleicht gedacht haben: Das ist aber ein ungewöhnlicher Ort für einen Neujahrsempfang der Stadt Coburg.

Sollte so ein Empfang nicht im Rathaus im Kongresshaus oder im Globe stattfinden?

Und es stimmt, soweit ich zurückdenken kann – ist es das erste Mal, dass ein Neujahrsempfang der Stadt Coburg nicht in einem städtischen Gebäude stattfindet.

In diesem Jahr hat es einen besonderen Grund:

Im vergangenen Jahr hat die HUK ein besonderes Jubiläum gefeiert: 75 Jahre HUK Coburg in Coburg.

Ob es Zufall war oder nicht, dass Paul Brendel, der Gründer der HUK, vor 75 Jahren auf dem Weg aus Erfurt nach Süden in Coburg aus dem Zug ausgestiegen ist und sein Unternehmen hier neugegründet hat – wir wissen es nicht.

Aber was wir wissen: Es war ein riesengroßer Glücksfall für Coburg.

Denn von einer Kundenkartei von 188 Personen hat sich die HUK-Coburg zum größten Arbeitgeber, Stabilitätsfaktor und zum wichtigsten Gewerbesteuerzahler der Stadt entwickelt.

Es war und ist ein Glücksfall für die 6.000 Menschen, die alleine hier in Coburg einen sicheren Arbeitsplatz haben. Und deren Familien nicht zu vergessen.

Über diese 75 Jahre hinweg sind das sicherlich viele zehntausend Menschen gewesen.

Für Frauen und Studienabgänger, die in einer von Industrie geprägten Region Stellen im Dienstleistungssektor finden – in einem innovativen Arbeitsumfeld.

Für die Stadt Coburg, die Region und allen Bürgerinnen und Bürgern, die von der hohen Steuerkraft profitieren.

Für alle Sport- und Kulturbegeisterte, die vom Engagement der HUK Coburg zum Beispiel beim HSC oder bei den HUK-Coburg Open Airs profitieren.

Für das Quartier hier auf der Bertelsdorfer Höhe, dass durch den Neubau dieses Gebäudes hier erst entstanden ist. Ein Leuchtturm, den man aus Norden kommend schon von weitem sieht – gleich mit der Veste.

Für uns als Stadt Coburg war dieses Jubiläum also nicht nur Grund, die Willi-Hussong-Straße in HUK-Coburg-Platz umzubenennen.

Wir haben auch entschieden, dass wir dieses Jubiläum und noch einmal feiern müssen: Mit einem Neujahrsempfang hier in den heiligen Hallen der HUK – auch wenn es nicht das Foyer sein kann.

Gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern unserer Stadt.

Und mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern.

Als Oberbürgermeister hatte ich mir zu Beginn meiner Amtszeit vorgenommen, nicht immer nur die gleichen Verdächtigen zum Neujahrsempfang einzuladen, sondern immer verschiedene Gruppierungen, die sich für unsere Stadt einsetzen:

Unternehmerinnen und Unternehmer, Blaulichtorganisationen, den Sport, Vereine oder die Stützen unseres sozialen Systems.

Und eben Sie – die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Alle gleichzeitig geht natürlich schlecht – deshalb haben wir zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern über 18 Jahren gelost.

Wenn Sie sich also gefragt haben, warum ausgerechnet Sie heute hier stehen: Sie hatten Losglück und sind heute stellvertretend für die weiteren 41000 Coburgerinnen und Coburger unsere Ehrengäste.

Seien Sie uns also alle ganz herzlich Willkommen.

Einige wenige möchte ich dennoch herausgreifen.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Coburger Stadtrats,

sehr geehrter Herr Regierungsvizepräsident Engel,

sehr geehrter Hubertus, Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha,

sehr geehrte Vertreter der Kirchen, der Gewerkschaften und der Medien.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich, dass Sie hier sind und mit uns gemeinsam anstoßen.

Auf ein neues Jahr.

Auf unsere Stadt.

Auf die HUK Coburg und auf alle anderen tollen Unternehmen, die wir in unserer Stadt glücklicherweise haben.

Gesunde und standorttreue Unternehmen wie die HUK Coburg sind die Grundlage des Wohlstands in unserer Stadt, der Grundstein für eine meistens zufriedene Stadtgesellschaft.

Sicherlich, ein bisschen mehr als nur ein guter Arbeitsplatz gehört für uns alle schon zu einer „schönen“ Stadt, zu einer lebenswerten Stadt.

Hervorragende Kindergärten, tolle Schulen, abwechslungsreiche Orte der Begegnung, vielfältige Sportvereine und Freizeitmöglichkeiten, Kulturangebote von der Hoch- bis zur Subkultur, Sicherheit im klassischen Sinne, das nicht hoch genug zu wertschätzende Ehrenamt, grüne Parks zur Naherholung, eine belebte und erlebbare Innenstadt, Infrastruktur von A bis Z, bezahlbarer Wohnraum uvm..

Ich könnte die Liste wohl endlos fortführen.

All das gibt es bei uns in Coburg.

Und die Grundlage für das alles sind die Unternehmen unserer Stadt.

Egal ob Großkonzern, Mittelständler, Familienunternehmen, Handwerksbetrieb, Handel oder Kleinunternehmen, alteingesessen oder Startup – jedes und jeder leistet einen wichtigen Beitrag.

Sie schaffen Arbeitsplätze und ziehen Neubürgerinnen und Neubürger an, sie tragen Coburg in die Welt, sie unterstützen Vereine durch Sponsoring, sie entwickeln und bauen Coburg und sie sind durch ihre Steuerkraft eine tragende Säule der Stadtgesellschaft:

Dies gilt für die Unternehmen, in all ihrer Individualität:

International operierende Unternehmen wie BROSE, LASCO oder KAPP, die mit ihren Standorten im Ausland, Coburg international vertreten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Coburg holen.

Auch dadurch, dass das Lohnniveau, das sie bieten, gemeinsam mit den geringen Lebenshaltungskosten, tolle Chancen für junge Familien bietet.

Unternehmen, die durch ihr Sponsoring große Veranstaltungen ermöglichen und das soziale Leben unterstützen, wie zum Beispiel unsere Sparkasse oder die VR-Bank.

Unternehmen, die Coburg bauen, sanieren, instand halten – unsere Handwerksbetriebe wie Elektro Kirchner und Dachdecker Albert Boseckert.

Hidden Champions wie die Firma SOMSO oder Seco Sensor, die in Coburg kaum einer kennt.

Oder eben Firmen, die eine Stadt, einen Stadtteil entwickeln.

Wenn wir ein bisschen weiterschauen in DIESE Richtung, nach Bertelsdorf sehen wir ganz aktuell, was die Entwicklung eines Unternehmens, in diesem Fall der Firma Kaeser, bedeutet.

Und wie es meistens so ist mit der Veränderung, mit der Entwicklung: Sie kann den direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern auch erstmal Sorgen machen.

So wie aktuell einigen Bertelsdorferinnen und Bertelsdorfern.

Der Masterplan 2030, den KAESER vorgestellt hat, zeigt, wie das Wachstum einer Firma einen ganzen Stadtteil beeinflusst.

Er denkt aber auch in ganz besonderer Art und Weise mit: Durch soziale Infrastruktur, Kindergarten, ein Feuerwehrhaus, viel Grün, eine Mischbebauung zum Lärmschutz, Ladeinfrastruktur, Wohnbebauung und vieles mehr.

Und der Plan gibt der Stadt Coburg eine weitere Chance zu wachsen und schafft Arbeitsplätze in Coburg, die andere Firmen in diesen herausfordernden Jahren ganz gewiss ins Ausland verlagern würden.

Ich denke dafür dürfen und müssen wir als Stadt dankbar sein, auch wenn die Veränderung dem einzelnen noch wie ein Kloß im Magen liegt – oder eher ein bayerischer Knödel.

Daher auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, liebe Familie Kaeser, für dieses großartige Standortbekenntnis.

Als Stadtspitze, Stadtpolitik und Stadtverwaltung wissen wir unsere Unternehmen zu schätzen.

Egal ob groß oder klein:

Deshalb schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft: mit einem extrem niedrigen Gewerbesteuerhebesatz, den wir bewusst beibehalten.

Andernorts wird gerade fleißig an der Steuerschreibe gedreht.

Gleichzeitig unterstützen wir unter anderem auch gemeinsam mit unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft und den vielen beteiligten Ämtern der Stadtverwaltung unsere Unternehmen in ihrer Entwicklung – etwa bei großen Investitionen von KAESER. Oder auch bei den Entwicklungen der Fa. BROSE in der Vergangenheit.

Oder auch die Fa. Dietze und Schell beim Erhalt der Postleitzahl 96450. Vor der Verlagerung in den Floßangern haben wir intensiv beraten, wie das bewerkstelligt werden kann.

Aber natürlich auch das kleine Einzelhandelsstartup in der Innenstadt wird unterstützt. Regelmäßig nehme ich mir auch Zeit, um gerade die Händlerinnen und Händler der Innenstadt zu hören.

Denn was nützt uns eine wundervoll historisch anzuschauende Innenstadt, wenn keine Menschen mehr hingehen?

Wir investieren gezielt in Zukunftsinfrastruktur, Glasfaser für alle in städtischer Hand, beim Verkehrslandeplatz, den städtischen Teilen des B4-Kompromiss oder auch bei der Förderung junger Unternehmen z. B. durch Zukunft.Coburg.Digital.

Wir investieren mit und für unsere Hochschule, um junge Talente nach Coburg zu holen, z. B. durch die Entwicklung des ehemaligen Schlachthof- und Güterbahnhofsgeländes zu einem dritten Campus der Hochschule Coburg.

Allein im vergangenen Jahr hat die Stadt Aufträge in Höhe von sage und schreibe 28 Millionen Euro an Unternehmen aus der Region vergeben.

Das zeigt klar: Auch die öffentliche Hand ist ein starker Motor unserer regionalen Wirtschaft.

Motor, für unser lebenswertes Coburg.

Ich persönlich sehe dabei drei Säulen, die für unsere lebenswerte Stadt entscheidend sind.

Als Fundament – wie eben ausgeführt – die Unternehmen.

Aber mit ihnen im Dreiklang steht für mich die soziale und die ökologische Entwicklung unserer Stadt.

Schließlich müssen wir auch an die nachfolgenden Generationen denken.

Dass wir für diese Entwicklung die Unterstützung und die Steuerkraft starker Unternehmen vor Ort benötigen, liegt auch daran, dass vieles, das wir hier in Coburg kennen und als selbstverständlich und notwendig ansehen freiwillige Leistungen einer Kommune sind.

Sei es bei der Mobilität durch Zuschüsse zu Bustickets für unsere Schulkinder, weil der Freistaat Bayern meint, eine Zwei-Klassen-Schülerschaft schaffen zu müssen, oder dem gut ausgebauten ÖPNV ganz grundsätzlich. Dieses Angebot lassen wir uns gemeinsam mit dem Betrieb des Aquaria jährlich gut 10 Millionen EUR kosten. Genauso den Betrieb unseres kulturellen Leuchtturms Landestheater.

Aber auch beim bei Mittagessen für Kinder in Kindergärten und Schulen, oder bei Begegnungsorten wie dem AWO-Mehrgenerationen-Haus und dem Haus am See. Den Sachaufwand in den Schulen. Der Sportförderung insbesondere im Jugendbereich. Und vieles mehr.

Leider mangelt es dabei schon ab und an an der Unterstützung der übergeordneten Behörden. Auch wir Kommunen sind insoweit „bürokratiegeplagt“. Denn auch die Aufgaben der Kommunen übertragen von Bund und Land wachsen und wachsen. Ausreichend gegenfinanziert wird das leider nicht immer.

Dank unserer Unternehmen sind wir hier trotz fehlender Finanzierung hervorragend aufgestellt und müssen nicht wie viele andere Städte wie Erlangen, Ingolstadt, Forchheim, um beispielhaft mal 3 zu nennen, den Rotstift massiv ansetzen.

Coburg ist und bleibt eine familienfreundliche Stadt, die sich auch um das soziale Netz für alle kümmert.

Erst jüngst hat das eine Hausärztin nach ihrer Niederlassung öffentlich so formuliert: Wir sind als Familie nach Coburg, weil es eine familienfreundliche Stadt ist.

Wir bieten das beste Kinderbetreuungsangebote in Bayern. Trotz Fachkräftemangels investieren wir konsequent in neue Einrichtungen, zusätzliche Plätze und moderne Konzepte. Mehr als 40 Spielplätze, der Itzpark als überregional geschätzte Trendsportanlage sowie Angebote wie das sich in Planung befindliche neue Aquaria mit tollen ganzjährig nutzbaren Angeboten für unsere Jüngsten zeigen: Familien finden in Coburg sehr gute Bedingungen vor.

Auch bei der Betreuung von Seniorinnen und Senioren setzt Coburg Maßstäbe – mit einem der ersten Pflegestützpunkte Bayerns, enger Vernetzung, Beratung, ambulanten Angeboten und starker Unterstützung durch Ehrenamtliche.

Als Bildungsstadt ist unser Coburg ebenfalls hervorragend aufgestellt. Für unsere rund 41.000 Einwohner verfügen wir über ein außergewöhnlich breites Bildungsangebot.

Als Sachaufwandsträger für 21 Schulen investieren wir kontinuierlich in Sanierungen, Digitalisierung und zeitgemäße Lernorte.

Davon profitiert auch sehr stark der Landkreis. Hinzu kommen eine leistungsfähige Volkshochschule und eine starke Hochschule.

Bezahlbares Wohnen ist ein weiterer wichtiger Baustein für sozialen Zusammenhalt. Hier kommt uns zugute, dass die Stadt Coburg ihre Wohnungen auch in schwierigen Zeiten nicht verkauft hat und die städtische Wohnbau über 3.000 Wohnungen zu moderaten Mieten anbieten kann. Damit sorgen wir für Stabilität auf dem Wohnungsmarkt.

Und auch unsere Innenstadt zeigt, dass Entwicklung gelingen kann. Durch gezielte Ansiedlungen wurden Leerstände deutlich reduziert, neue Aufenthaltsqualität geschaffen und mit zusätzlichen Grünflächen das Stadtklima verbessert. Markt, Ernst- und Von-Stockmar-Platz sind gute Beispiele dafür, aber auch die Ansiedlung von Marken wie Butlers oder TK Maxx.

Und auch bei den letzten markanten Leerständen wird unaufgeregt mit den Immobilieneigentümern an Lösungen gearbeitet.

Nicht zuletzt lebt Coburg vom großen Engagement der Bürgerinnen und Bürger:

Das Ehrenamt, Vereine und Initiativen tragen entscheidend zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.

All das sind Gemeinschaftsleistungen.

Sie zeigen, dass unser Coburg eine Stadt ist, die Verantwortung übernimmt, zusammenhält und mit Zuversicht ins neue Jahr geht.

Diese Faktoren, die sogenannten weichen Standortfaktoren, wiederrum sind es, die viele Neu-Coburgerinnen und Coburger und auch viele Gäste begeistern.

Überhaupt stelle ich häufig fest, dass wir Coburgerinnen und Coburger mit unserer Stadt deutlich kritischer sind als alle anderen.

Manch von außen nach Coburg gezogener sagt mir sogar: Jeder Coburger sollte mal woanders gelebt haben, um zu sehen, wie schön er es hier hat.

Es geht uns wirklich gut.

Wir können uns in Zeiten, in denen wir sparen müssen, immer noch mehr leisten als andere Städte im Normalbetrieb.

Denn so ehrlich will ich auch am heutigen Stadtempfang sein: Die Zeiten, in denen wir nach Belieben jeden Wunsch erfüllen können, sind auch bei uns in Coburg vorbei.

Aber wir sind handlungsfähig, haben einen Haushalt, den wir selbst bestimmen können – ohne die Kontrolle der Regierung von Oberfranken.

Wenn ich in die Nähe und in die Ferne schaue ist das schon lange nicht mehr selbstverständlich: Vielen Kreisen und Städten wird von der Bezirksregierung diktiert, wofür sie Geld ausgeben dürfen.

Ist die Verschuldung erdrückend. Sind freiwillige Ausgaben noch nicht einmal Diskussionsthema. Geschweige denn große Zukunftsinvestitionen.

Daran sollten wir denken. Wenn bei aller Fülle doch mal nicht alles sofort geht und so wie wir es uns wünschen.

Wie zum Beispiel im Falle unseres Schwimmbads:

Der ganzjährige Mehrwert für Schulen, Schwimmvereine und Wasserwachten steigt durch den Neubau immens – und Schwimmen lernen ist doch das A und O. Das zeigen die vielen schrecklichen Badeunfälle von Nichtschwimmern jeden Sommer.

Das neue Aquaria wird aber auch jede Menge Freizeitspaß bieten – innen und außen.

Und irgendwann – werden wir es auch um ein Freibad mit weiteren Becken für den Sommer ergänzen können.

Denn natürlich gehört auch ein Freibad zu einer Stadt wie Coburg.

Wenn ich beispielsweise meiner OB-Kollegin aus Hof erzähle, dass wir uns als Stadt für die Bürgerinnen und Bürger ein neues Bad leisten, das die Bedürfnisse von so vielen Benutzergruppen erfüllt, dann findet sie das beachtlich.

Und wenn ich ihr dann von den Diskussionen rund um den Wunsch auch sofort und nicht erst nachgelagert wie aktuell beschlossen, sich einem Freibad zu widmen erzähle:

Dann ernte ich als Antwort: Wir könnten uns nicht einmal das Hallenbad leisten.

Dass man solche tollen Projekte vor allem realisiert, wenn man konstruktiv zusammenarbeitet und bereit ist Kompromisse zu schließen hat die Stadtpolitik in den vergangenen Monaten mehrfach gezeigt.

Im Falle des Verkehrskompromisses die Stadtpolitik gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, der IHK und allen anderen Mitwirkenden. Oder bei der Sanierung der Frankenbrücke.

Für die konstruktive Mitarbeit will ich den Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats öffentlich auch mal Dankeschön sagen.

Denn natürlich wäre es bequemer für uns alle im Stadtrat, weiter großzügig Versprechungen zu machen, als unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Herausforderungen und Wünschenswertes gibt es trotz unserer hohen Lebensqualität natürlich auch bei uns in Coburg.

Diesen Verlockungen zu widerstehen, ehrlich sein, und so Potential für Enttäuschung, wenn es doch so kommt, wie es kommen musste, ich denke, da sollten wir weiter ansetzen.

Alle gemeinsam. Nicht nur die Politik. Nicht nur die Unternehmer. Alle Coburgerinnen und Coburger.

Bevor wir meckern, vielleicht noch einmal nachdenken, was uns gerade wirklich stört.

Bevor wir uns über jemanden öffentlich aufregen, überlegen, ob wir ins Gespräch kommen können.

Bevor wir etwas schlecht reden, dankbar sein für das, was wir haben.

Wenn mal etwas schief läuft, gemeinsam auf den richtigen Weg zurückfinden.

Denn wir wissen alle: Unfehlbar ist niemand. Nicht einmal der Papst.

Denn auch mit dem Blick auf die großen Geschehnisse um uns herum besteht Anlass zur Sorge: Nach globalen Krisen wie Covid, Energiekrise und dem Beginn des Ukraine-Kriegs wird nun alle überschattet von der Angst, dass unsere Weltordnung in Gefahr sein könnte.

Auf vieles das um uns herum passiert haben wir wenig bis keinen Einfluss als Coburgerinnen und Coburger.

Doch für das, was wir hier tun, sagen und denken, darauf haben wir Einfluss.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen noch einmal ein gesundes, ein glückliches und ein positives neues Jahr 2026 – in dem wir gemeinsam das Beste für unsere Stadt schaffen.

Bevor ich nun aber – vielleicht gemeinsam mit Herrn Heitmann – die erlösenden Worte „Das Buffet ist eröffnet“ spreche, möchte ich mich noch bei denjenigen bedanken, die diesen Stadtempfang heute möglich gemacht haben:

Samu Neves – vielen Dank für die nun schon fast traditionelle Musikbegleitung.

Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HUK Coburg, die die Veranstaltung mit organisiert haben genauso wie an die Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus.

Vielen Dank an die Firma Klüh für die Verpflegung.

Und damit freue ich mich, nun bei Häppchen und Getränken mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Das Buffet ist eröffnet, guten Appetit und einen guten Austausch untereinander und miteinander.

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Bildnachweise

  • Michael von Aichberger