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Stadt Coburg

Januar 2026

Warten auf den Frühling

Der Freiherr-von-Stockmar-Platz hat seine Verwandlung abgeschlossen. Die baulichen Arbeiten sind beendet, die Wege neu gepflastert, die Sitzmodule montiert, der Brunnen versetzt.

Noch wirkt der Platz zwischen dem Parkhaus Mauer und dem Möbelhaus etwas kalt, an den aktuellen Temperaturen liegt das nicht – aber an der Jahreszeit. Denn die frisch eingesetzten Pflanzen benötigen Zeit: Ab dem kommenden Frühjahr werden sie die ersten Strahlen der Frühlingssonne nutzen, um das volle Potenzial dieser neuen grünen Oase sichtbar zu machen. Unterstützt wurde der Umbau durch Mittel aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm – Sonderfonds „Innenstädte beleben“.

Wie wichtig dieser Schritt für Coburg ist, betont auch Ina Weibelzahl vom Grünflächenamt: „In einer dicht bebauten Innenstadt wie unserer entscheidet jedes neue Stück Grün über die Lebensqualität. Es sorgt für Abkühlung, verbessert die Luft und macht einen Platz überhaupt erst zu einem Ort, an dem man gerne bleibt.“

Um dem Platz Raum zu geben, wurde im ersten Schritt schon 2024 eine Treppe abgerissen. „Leider konnte es danach nicht direkt weiter gehen, da die Arbeiten aus rechtlichen Gründen neu ausgeschrieben werden mussten. Für einen Privatmenschen ist das kaum verständlich“, erklärt Stadtsprecher Louay Yassin, „wir sind selbst nicht glücklich über diese engen gesetzlichen Regeln, denen wir unterworfen sind. Aber wenn wir gegen die Gesetze verstoßen, könnte die Stadt verklagt werden.“

Letztlich konnten die Arbeiten dann im vergangenen Februar richtig los gehen. Aber nicht ohne weitere Überraschungen. Eine der größten war der Fund eines bislang unbekannten, rund fünf Meter tiefen, historischen Brunnens. Sofort wurden die Arbeiten gestoppt und die Bodendenkmalpflege hinzugezogen. Nach eingehender Prüfung konnte der Brunnen aus Sicherheitsgründen verschlossen werden – ein pragmatischer, denkmalfachlich abgestimmter Weg, der es ermöglichte, die Umgestaltung fortzusetzen.

Hinzu kamen enge Abstimmungen mit Wohnbau, SÜC und CEB, denn unter dem Pflaster trifft jahrzehntealte Infrastruktur auf moderne Anforderungen. „Man unterschätzt schnell, wie schwierig es ist, Grünflächen mitten in einer gewachsenen Stadtstruktur zu schaffen“, erklärt Ina Weibelzahl, „wir arbeiten über Leitungssystemen, an Gebäudekanten, auf engstem Raum – und trotzdem müssen Wurzeln Platz haben, Wasser versickern können und Pflanzen langfristig gesund bleiben. Das ist echte Maßarbeit.“

Auch logistisch war der Stockmar-Platz eine Herausforderung. Zwischen Parkhaus, Webergasse und Mauer standen nur minimale Lagerflächen zur Verfügung. Baumaterialien konnten kaum vorgehalten werden, mussten in den exakten Momenten angeliefert und direkt weiterverarbeitet werden. Doch trotz all dieser Einschränkungen gelang es, den Zeitplan einzuhalten und die Fläche rechtzeitig fertigzustellen.

Das Ergebnis ist ein Platz, der nicht nur optisch gewinnt, sondern auch funktional. Die neue Oberfläche knüpfen an die Architektur des Parkhauses an. Der restaurierte Brunnen bildet den Mittelpunkt. Sitzmöglichkeiten mit Holzauflagen, eine lange Bank mit hoher Lehne zum Bereich der Mauer hin, sowie erneuerte und begrünte Pflanzkübel laden zum Aufenthalt ein. Rund ein Drittel der Fläche wurde entsiegelt und bepflanzt – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung in der Innenstadt.

„Für uns ist dieser Platz ein gutes Beispiel dafür, wie man stadtnahes Grün modern denken kann,“ sagt Ina Weibelzahl. „Wir holen Lebensqualität zurück, schaffen kühlere Räume für heiße Tage und machen die Innenstadt widerstandsfähiger für die Zukunft.“

Jetzt liegt es an der Natur, den finalen Schritt zu gehen. Wenn die Stauden, Gräser und Frühjahrsblüher im kommenden Frühjahr sichtbar austreiben, wird der Freiherr-von-Stockmar-Platz endgültig zu dem werden, was er sein soll: ein lebendiges, grünes Wohnzimmer im Herzen Coburgs – ein Ort zum Durchatmen, Begegnen und Wohlfühlen. Mehr Grün in Coburgs Innenstadt wurde inzwischen bereits auf dem Marktplatz, auf dem Ernstplatz und im Lohgraben geschaffen. „Weitere Begrünungen werden folgen“, verspricht Oberbürgermeister Dominik Sauerteig.