Das „Grüne Wohnzimmer in der steinernen Stadt“ zeigt sich aktuell noch in Grautönen. Statt dunkler Erde bedecken walnussgroße Steine die Beete. „Wenn der Frühling richtig loslegt, wird es hier richtig schnell grün“, sagt Bernhard Ledermann, der Leiter des Grünflächenamtes. Spätestens dann machen sich die Vorteile der Steinschicht bemerkbar.
Die Steine sind nämlich keine Wassersammler im eigentlichen Sinne. Ihre Wirkung beruht auf einem physikalischen Effekt. Normalerweise steigt Wasser aus tieferen Bodenschichten durch feine Poren nach oben und verdunstet an der warmen Oberfläche. Genau das wird hier unterbrochen.
Zwischen den Steinen gibt es nur grobe Poren. Diese können das Wasser nicht nach oben transportieren. Fachleute sprechen von einem „Kapillarbruch“. Dadurch gelangt deutlich weniger Wasser an die Oberfläche, wo es sonst durch Sonne und Hitze verloren gehen würde.
Gleichzeitig können die groben Poren viel mehr Regenwasser aufnehmen, ohne dass der Boden verschlämmt oder das Regenwasser in den Kanal abfließt.
Das bedeutet: Das Wasser bleibt länger im Boden gespeichert und steht den Pflanzen zur Verfügung. So sorgt die unscheinbare Steinschicht dafür, dass Beete langsamer austrocknen und deutlich seltener gegossen werden müssen.