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Stadt Coburg

Podcast

Wann tut sich was im Kaufhof?

Im ehemaligen Kaufhofgebäude ist von außen noch wenig zu sehen. Doch die Stadt arbeitet bereits an der Zukunft des Hauses. Ankermieter im Erdgeschoss sowie Stadtarchiv und Stadtbücherei sollen einziehen. Bis Ende des Jahres laufen wichtige Vorarbeiten, 2027 sollen die Planungen konkreter werden.

Markt 1 - der Podcast aus dem Coburger Rathaus

Von außen ist noch wenig zu sehen – doch im ehemaligen Kaufhof laufen bereits intensive Vorarbeiten. Gemeinsam mit Baureferent Peter Cosack schauen wir hinter die Kulissen eines der spannendsten Bauprojekte in Coburg.

Wie ist der Zustand des Gebäudes? Welche technischen Anlagen können weiter genutzt werden? Welche Schadstoffe müssen untersucht werden? Und wie lassen sich Stadtarchiv, Stadtbücherei und gewerbliche Nutzungen unter einem Dach zusammenbringen?

Das erwartet euch

Ein Blick ins Gebäude: Was die Stadt nach dem Kauf vorgefunden hat und warum die Bausubstanz in besserem Zustand war als erwartet.
Arbeiten hinter den Kulissen: Wie Fachleute den baulichen Zustand, die Gebäudetechnik und mögliche Schadstoffe untersuchen.
Die richtigen Leute am richtigen Ort: Warum externe Planungsbüros wichtig sind und weshalb die Stadt gleichzeitig eigenes Fachpersonal für das Projekt braucht.
Drei Säulen für die Zukunft: Stadtarchiv, Stadtbücherei und gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss sollen das Gebäude neu beleben.
Warum öffentliche Bauprojekte Zeit brauchen: Vergaberecht, Ausschreibungen, politische Beschlüsse und transparente Information gehören dazu.
Ein Ort für die Stadtgesellschaft: Warum der Kaufhof nicht nur umgebaut, sondern langfristig zu einem lebendigen Treffpunkt werden soll.

Wie geht es weiter?

Die Untersuchungen und Planungen sollen die Grundlage für die nächsten Entscheidungen bilden. Für 2027 sind weitere Schritte vorgesehen – darunter die Einbindung der Stadtgesellschaft und ein städtebaulicher Wettbewerb. Welche Nutzungen konkret umgesetzt werden, hängt auch von den politischen Beschlüssen und den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.

Wer am ehemaligen Kaufhof vorbeikommt, sieht bisher kaum Veränderungen. Im Gebäude selbst ist aber einiges in Bewegung. Die Stadt lässt untersuchen, wie gut das Haus erhalten ist, welche Technik noch funktioniert und wo nachgebessert werden muss. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich genauer planen, wie der Kaufhof künftig genutzt werden kann.

„Wir waren überrascht, dass die Bausubstanz in einem so guten Zustand ist“, sagt Peter Cosack, Leiter des Baureferats. Als die Stadt das Gebäude im Frühjahr kaufte, wusste sie zwar, wie es grundsätzlich gebaut ist. Was sich hinter den Kulissen verbarg, zeigte sich aber erst danach. Manche technischen Anlagen wurden im Laufe der Jahre erneuert, andere stammen noch aus den 1970er Jahren.

Erst einmal genau hinschauen

Seit Monaten gehen Fachleute durch das Gebäude, nehmen Proben und prüfen die technischen Anlagen. Dabei geht es zum Beispiel um Heizung, Lüftung, Elektrik und Sprinkleranlage. Welche Teile können bleiben? Was muss erneuert werden? Und wo gibt es möglicherweise Schadstoffe wie Asbest oder PCB? Ein externes Planungsbüro und ein Schadstoffgutachter unterstützen die Stadt dabei.

Die Untersuchungen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Ihre Ergebnisse sind wichtig, um die nächsten Schritte festzulegen zu können. Dass noch keine Wände eingerissen werden, heißt also nicht, dass nicht gearbeitet wird. „Wir wollen wirklich schauen, dass wir das Gebäude in die neue Zeit bringen“, erklärt Cosack.

Stadtarchiv, Stadtbücherei und Geschäfte

Drei Bereiche sollen dem ehemaligen Kaufhof neues Leben geben. Ein Teil steht bereits fest: Das Stadtarchiv soll aus der Steingasse in das Gebäude umziehen. Dort fehlt auf Dauer der Platz für Akten, Urkunden und andere wichtige Unterlagen. Im ersten Obergeschoss des Kaufhofs gibt es einen Bereich, dessen Decken stabil genug für die schweren, verschiebbaren Regale des Archivs sind. Auch die zentrale Lage ist ein Vorteil.

Eine zweite große Rolle soll die Stadtbücherei spielen. Sie soll mehr werden als ein Ort, an dem Bücher ausgeliehen werden. Eher soll es ein Treffpunkt werden für Bürgerinnen und Bürger. Wie das Angebot genau aussehen kann, ist noch offen. Dazu möchte die Stadt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen sammeln und ein Konzept entwickeln.

„Es wird nicht die klassische Bücherei sein, so viel kann ich schon verraten“, sagt Cosack. Welche Angebote künftig Platz finden, soll in den nächsten Schritten erarbeitet werden. Dabei geht es auch darum, was Coburg braucht und wie das Gebäude zu einem Ort werden kann, an dem Menschen gerne Zeit verbringen.

Die dritte Säule ist ein Ankermieter mit einem spannenden Verkaufsangebot im Erdgeschoss. Die Lage mitten in der Innenstadt bietet dafür gute Voraussetzungen. Die Herausforderung ist, alle drei Bereiche unter einen Hut zu bringen: Sie sollen sich ergänzen, sich räumlich sinnvoll verteilen lassen und langfristig funktionieren.

2027 sollen die nächsten Schritte folgen

Baureferent Cosack rechnet damit, dass 2027 ein entscheidendes Jahr für das Projekt wird. Dann soll auch die Stadtgesellschaft stärker eingebunden werden. In einem eigenen Beteiligungsprozess sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Wünsche für den Kaufhof einbringen. Außerdem werde dann ein städtebaulicher Wettbewerb vorbereitet. Dabei geht es unter anderem um die Fassade und das Umfeld.

Wenn die nötigen Beschlüsse vorliegen und das Geld bereitsteht, könnten 2027 auch Bauarbeiten beginnen. Einen genauen Zeitplan für die einzelnen Nutzungen gibt es aber noch nicht. Vieles hängt davon ab, wie sich die verschiedenen Vorhaben miteinander verbinden lassen.

Für die Stadt ist das Projekt eine große – zusätzliche - Aufgabe. Sie kann die Planung nicht allein mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stemmen und arbeitet deshalb mit externen Fachbüros zusammen. Gleichzeitig braucht es städtische Beschäftigte, die den Überblick behalten, Entscheidungen vorbereiten und die Arbeiten koordinieren.

Besonders hilfreich ist dabei ein neuer Mitarbeiter, der das Gebäude durch die Veränderungen der Jahre begleitet hat. Er weiß, wie das Gebäude aufgebaut ist, kennt die Räume und die technischen Anlagen. Dieses Wissen hilft enorm, die nächsten Schritte vorzubereiten.

Ein Ort, an dem wieder Leben ist

Viele Coburgerinnen und Coburger verbinden Erinnerungen mit dem Kaufhof. Das Gebäude war über Jahrzehnte ein wichtiger Teil der Innenstadt. Als es in den 1970er Jahren eröffnet wurde, galt es als modern und fortschrittlich. Dass sich heute so viele Menschen dafür interessieren, was aus dem Haus wird, freut Cosack.

Klar ist aber auch: Ein Warenhaus wie früher wird es nicht mehr geben. Der Einzelhandel hat sich verändert, und deshalb braucht es neue Ideen für die großen Flächen. Cosack spricht von einem „dritten Ort“: einem Platz, an dem Menschen zusammenkommen können, ohne dass sie dafür unbedingt etwas kaufen oder eine bestimmte Veranstaltung besuchen müssen. Die Angebote sollen sich verändern und an neue Bedürfnisse anpassen können.

Das Ziel ist, den Kaufhof nicht nur kurzfristig wieder zu nutzen, sondern ihn dauerhaft mit Leben zu füllen. „Was wirklich schade wäre, wenn es niemanden interessieren würde, was mit dem Kaufhof passiert“, sagt Cosack. Umso wichtiger sei es, passende Lösungen für Coburg zu finden, die auch in vielen Jahren noch funktionieren.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Die Vorarbeiten müssen abgeschlossen, Ideen gesammelt, Pläne entwickelt und Entscheidungen getroffen werden. Von außen ist davon bisher wenig zu sehen. Die Grundlage für die Zukunft des Kaufhofs entsteht aber schon jetzt.