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Stadt Coburg

GPS-Analyse über drei Jahre

Mehr Menschen besuchen die Innenstadt

Die Coburger Innenstadt verändert sich – aber sie verliert nicht an Bedeutung. Das ist die zentrale Erkenntnis einer umfangreichen Analyse, die die Entwicklung der Innenstadt zwischen 2023 und 2025 untersucht hat. Die Innenstadt zwischen Spitaltor und Markt zählt heute sogar mehr Besucher als noch vor zwei Jahren.

Die Untersuchung wurde von der GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung im Auftrag der Stadtmacher durchgeführt. Grundlage waren anonymisierte GPS-Bewegungsdaten, die Rückschlüsse auf Besucherzahlen, Aufenthaltsdauer, Herkunft der Gäste und Bewegungsmuster innerhalb der Innenstadt erlauben. Ziel war es, die Auswirkungen aktueller Entwicklungen wie der Schließung von GALERIA Kaufhof, zunehmendem Homeoffice oder Veränderungen im Einzelhandel objektiv messbar zu machen.

Innenstadt insgesamt mit positivem Trend

Die wichtigste Botschaft der Analyse lautet: Coburgs Innenstadt bleibt ein lebendiger und gefragter Ort. Im Jahr 2025 wurden rund 7,3 Millionen Besuche in der Innenstadt registriert – etwa drei Prozent mehr als 2023. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, Online-Handel und Geschäftsaufgaben zeigt sich die Innenstadt damit insgesamt erstaunlich widerstandsfähig.

Deutlich wird allerdings auch, dass sich die Besucherströme innerhalb der Innenstadt verschieben. Die Untersuchung unterscheidet drei Bereiche: den Abschnitt vom Bahnhof bis zum Kaufhof, die Mohrenstraße zwischen Kaufhof und Spitaltor sowie den Bereich Spitaltor, Spitalgasse und Marktplatz.

Während die beiden Abschnitte vom Bahnhof bis zum Spitaltor deutliche Rückgänge verzeichneten, entwickelte sich der historische Kern rund um Marktplatz und Spitalgasse ausgesprochen positiv. Genau dort bündeln sich heute jene Faktoren, die moderne Innenstädte erfolgreich machen: Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Veranstaltungen und ein vielfältiger Nutzungsmix.

Kaufhof-Schließung hinterlässt Spuren

Zwischen Bahnhof und Kaufhof gingen die Besucherzahlen zwischen 2023 und 2025 um rund 15 Prozent zurück. Ursache dafür ist vor allem die Schließung von GALERIA Kaufhof im Jahr 2023, die für diesen Bereich eine erhebliche Zäsur darstellte. Hinzu kommen laut Analyse veränderte Arbeitsgewohnheiten durch Homeoffice, insbesondere im Umfeld großer Arbeitgeber wie der HUK-Coburg.

Noch deutlicher fällt der Rückgang in der oberen Mohrenstraße aus. Dort sank die Frequenz um 26 Prozent. Die Analyse verweist neben dem Kaufhof-Aus auch auf weitere Geschäftsschließungen und den Umzug von Fielmann in die Spit. Die Ergebnisse zeigen damit einen Trend, der bundesweit in vielen Städten zu beobachten ist: Die klassischen Nebenlagen verlieren an Bedeutung, während sich Besucher zunehmend auf attraktive Kernbereiche konzentrieren.

Marktplatz und Spitalgasse gewinnen an Attraktivität

Ganz anders entwickelt sich der historische Stadtkern. Der Bereich rund um Spitaltor, Spitalgasse und Marktplatz konnte seine Besucherzahlen seit 2023 um rund acht Prozent steigern. Mit über 4,5 Millionen registrierten Besuchen im Jahr 2025 ist dieser Bereich das unangefochtene Herz der Innenstadt.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Bereich profitiert von seinem attraktiven Stadtbild, dem Wochenmarkt, einer dichten Gastronomie- und Einzelhandelsstruktur sowie zahlreichen Veranstaltungen mit regionaler und überregionaler Ausstrahlung. Besonders Ereignisse wie der Weihnachtsmarkt, der Klößmarkt oder der Coburger Convent sorgen regelmäßig für deutliche Frequenzspitzen.

Auch die Aufenthaltsdauer bestätigt die hohe Qualität dieses Bereichs. Besucher verbringen in diesem Bereich durchschnittlich 48 Minuten – deutlich mehr als in den Randlagen. Für die gesamte Innenstadt liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 37 Minuten. Das zeigt: Die Innenstadt wird nicht nur durchquert, sondern bewusst genutzt – zum Einkaufen, Treffen, Essen, Arbeiten oder Verweilen.

Innenstadt ist heute mehr als ein Einkaufsort

Ein zentrales Ergebnis der Analyse lautet deshalb: Die Innenstadt funktioniert heute nicht mehr allein über den Einzelhandel. Vielmehr entwickelt sie sich zu einem Lebensraum mit vielen verschiedenen Nutzungen. Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur, Wohnen, Freizeit und Veranstaltungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die GPS-Daten zeigen außerdem eine hohe Besucherbindung. Rund 63 Prozent der Besucher gelten inzwischen als regelmäßige Innenstadtgäste. Besonders die Coburgerinnen und Coburg selbst nutzen ihre Innenstadt weiterhin intensiv. Während Besucheranteile aus dem Umland leicht zurückgehen, steigt die lokale Bindung sogar an. Dennoch: Das Einzugsgebiet der Coburger Innenstadt ist relativ groß: Vom nördlichen Landkreis Sonneberg bis hin nach Bad Staffelstein und dem südlichen Landkreis Lichtenfels.

Aufenthaltsqualität entscheidet über den Erfolg

Die Analyse zeigt deutlich, dass Atmosphäre und Aufenthaltsqualität heute wichtiger sind als reine Einkaufsangebote. Plätze mit Gastronomie, Aufenthaltsmöglichkeiten, Veranstaltungen und hoher städtebaulicher Qualität ziehen Besucher an und sorgen dafür, dass Menschen länger in der Innenstadt bleiben.

Gerade darin liegt laut GMA die große Chance für Coburg. Die Stadt verfügt über einen starken historischen Kern, ein attraktives Stadtbild, ein breites Veranstaltungsangebot und eine hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Innenstadt.

Die wichtigste Erkenntnis der Untersuchung lautet deshalb: Coburgs Innenstadt hat Zukunft. Sie wird sich weiter verändern, doch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung sind vorhanden. Entscheidend wird sein, weiterhin auf Aufenthaltsqualität, Veranstaltungen, Gastronomie, attraktive öffentliche Räume und einen vielfältigen Nutzungsmix zu setzen. Dann bleibt die Innenstadt nicht nur Einkaufsort, sondern das lebendige Herz der Stadt.