Alle Plätze belegt. Von Parkhäusern kennen wir solche Anzeigen. Mit Schranken an Ein- und Ausfahrten lassen sich die Autos auch einfach zählen. Doch wie macht man das, wenn es keine Schranken gibt? Und wie macht man es, wenn die Autos nicht nur zum Parken durch diese Straße fahren?
Für die Ketschenvorstadt hat die Stadt Coburg eine Lösung gefunden. Diskret, datenschutzkonform und mit bewährter Technik. „Schon seit ein paar Jahren erfassen wir die Behindertenparkplätze in der Innenstadt. So lässt sich online nachschauen, welcher Platz noch frei ist“, erklärt Stefan Fey, der Chief Digital Officer der Stadt. Dafür ist an allen Behinderten-Parkplätzen ein Sensor eingelassen. Dieser registriert, ob sich über ihm ein Auto befindet. Diese Information wird dann über ein Funknetz ins Rechenzentrum übertragen. Fey: „Wir setzten hier auf das LoRaWan-Netz der süc//dacor.“ LoRaWan (Long Range Wide Area Network) ist ein Funknetzwerk, über das Sensoren-Daten übermittelt werden. „Dieses Netz ist nicht nur flächendeckend in Coburg verfügbar, sondern braucht auch extrem wenig Strom“, so Fey.
Die Idee, auch Kurzzeitparkplätze einzubinden, ist nicht neu. Als Pilotprojekt wurde jetzt die Ketschengasse ausgewählt. „Viele Autos fahren durch das Tor, die Ketschengasse und am Zinkenwehr wieder hinaus. Ohne anzuhalten, ohne jemanden aussteigen zu lassen, sondern, weil einfach kein Parkplatz frei war. Dieser Parksuchverkehr ist unnötig. Er belastet Anwohnende, Passantinnen und Passanten – und natürlich auch die Menschen am Steuer dieser Autos“, schildert Louay Yassin, Pressesprecher der Stadt.
Daher hat die Stadt Coburg auf allen Kurzzeitparkplätzen in der Ketschengasse – zwischen Ketschentor und Albertsplatz sind es 17 – ebenfalls LoRaWan-Sensoren einbauen lassen. Außerdem steht ein neues Schild vor dem Tor. Hält ein Auto über dem Sensor, gibt dieser ein Signal weiter. Melden alle Sensoren besetzt, wechselt die Anzeige auf dem Schild: „Ketschengasse: Alle Parkplätze belegt.“ Außerdem wird der Weg zu den nächsten Parkhäusern angezeigt. „Wir hoffen, dass sich so der Parksuchverkehr in der Ketschengasse reduziert. Ist dies der Fall, kann das System auch auf andere Parkbereiche ausgedehnt werden“, erklärt Yassin.