Der Eichenprozessionsspinner ist längst kein Einzelfall mehr in Coburg. Was mit ersten Sichtungen im Jahr 2010 begann, hat sich inzwischen auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. In diesem Frühjahr verzeichnet das Grünflächenamt einen besonders starken Befall. Verantwortlich dafür sind unter anderem die milden Winter und die anhaltenden Trockenperioden, die den Raupen günstige Entwicklungsbedingungen bieten.
Die Tiere sind vor allem an ihren auffälligen Gespinsten zu erkennen, die sich in Baumkronen oder an Astgabeln von Eichen befinden. Diese sehen wie große Spinnweben aus. Ihren Namen verdankt die Art den sogenannten „Prozessionen“: Auf dem Weg von den Nestern zu ihren Futterstellen bewegen sich die Raupen oft in langen Reihen, die an einen Umzug erinnern.
Für Menschen kann die Begegnung mit den Raupen gefährlich werden. Ab einem bestimmten Entwicklungsstadium bilden sie winzige Haare, die ein Nesselgift enthalten. Bei Kontakt können diese Brennhaare die Haut reizen, Atemwegsbeschwerden und in schweren Fällen allergische Reaktionen auslösen. Besonders tückisch: Die Brennhaare bleiben auch nach dem Schlüpfen der Falter in den Gespinsten zurück und können dort über Jahre hinweg wirksam bleiben.
Das Grünflächenamt rät deshalb dringend dazu, befallene Bäume und Gespinste nicht zu berühren und betroffene Bereiche großzügig zu meiden. Wer mit Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte ärztlichen Rat einholen.
Auf städtischen Flächen werden die Raupen derzeit fachgerecht entfernt. Dafür kommt ein speziell ausgerüsteter Sauger zum Einsatz, mit dem die Tiere und ihre Nester abgesaugt werden. Das Verfahren gilt als besonders wirksam, da es Raupen in allen Entwicklungsstadien erfasst und gleichzeitig das Risiko einer Verbreitung der Brennhaare reduziert.
Für die Bekämpfung auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümer*innen verantwortlich, sofern von den Raupen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen kann.
Wer im öffentlichen Raum ein Gespinst oder einen befallenen Baum entdeckt, kann dies dem Grünflächenamt per E-Mail an gruenflaechenamtcoburgde melden.
Vom Ei zur Raupe
Der Eichenprozessionsspinner befällt bevorzugt freistehende, sonnige Eichen. Ende April oder Anfang Mai schlüpfen die Raupen aus den Eiern und ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Bäume. Nach mehreren Häutungen bilden sie ihre charakteristischen Gespinste. Ab der dritten Häutung entstehen die gesundheitsschädlichen Brennhaare. Ende Juli oder Anfang August schlüpfen schließlich die unscheinbaren Falter, während die gefährlichen Haare in den Nestern zurückbleiben.
Grünflächenamt
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