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Stadt Coburg

Judenberg

Warum dauert das so lange?

Arbeiten an unterirdischen Leitungen sind aufwendig. Aber am Fuße des Judenbergs kann noch ein weiteres Problem hinzukommen: Starkregen – einer der Gründe, warum nur in kleineren Abschnitten gegraben werden kann.

Sommer 2013. Der Himmel öffnete seine Schleusen und in Coburg war Land unter. Die Kanäle konnten die Regenmassen nicht aufnehmen. Fluten ergossen sich die Hügel und Berge hinunter. Als die Sonne zurück war, nutze mancher die neue Wasserstraße im Weichengereuth als Paddelstrecke.

Auch solche Ereignisse haben die Planer von CEB und SÜC vor Augen, wenn sie über die Baustelle am Judenberg nachdenken. Die Straße am Judenberg liegt in einem Kessel. Von drei Seiten läuft das Regenwasser in Richtung der Judenbergunterführung. Und genau davor ist die Baustelle. Deshalb hofft niemand der am Bau Beteiligten auf Starkregen, der die Arbeiten behindern würde. Deshalb gilt: Je kleiner die Grube, umso geringer das Risiko.

Die Gefahr von Starkregen ist aber nur ein Grund für die Komplexität der Arbeiten. Am Judenberg reichen die Kanäle bis zu fünf Meter in die Tiefe. Aus Sicherheits- und Organisationsgründen wird etappenweise gearbeitet. Es werden immer nur kleine Abschnitte ausgehoben, der neue Kanal verlegt, die Grube wieder gefüllt und dann geht es zum nächsten Abschnitt. So kommt die Baustelle Stück für Stück voran. Während die Baugruben geöffnet sind, muss der alte Kanal immer wieder provisorisch mit dem neuen Kanal verbunden werden, damit das von oben ankommende Wasser auch weiterhin abgeleitet werden kann.

Nach über 60 Jahren sind die Kanäle am Ende ihrer Lebenszeit angelangt, ein Neubau ist dringend nötig. Der Schmutzwasserkanal wird erneuert und die beiden vorhandenen Regenwasserkanäle werden zu einem zusammengefasst. Das ist aber nicht das Einzige, was gemacht wird: Gas- und Wasserleitungen werden umgelegt bzw. erneuert, Hausanschlüsse modernisiert und Stromleitungen auf Vordermann gebracht. Weil der Bereich einmal offen und gesperrt ist, werden auch gleich Leerrohre für den späteren Glasfaserausbau verlegt. All das musste zwischen CEB und SÜC planerisch koordiniert werden.

Wenn eine so wichtige Verbindungsstraße wegfällt, ist das für den Verkehr natürlich eine Herausforderung. Zeitpläne wurden aufeinander abgestimmt, so dass auf Umleitungsstraßen möglichst nicht auch noch Sperrungen nötig werden. Vor Unfällen, Leitungsschäden und berechtigten Bedürfnissen von Anliegerinnen und Anliegern schützt das aber auch nicht.

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Bildnachweise

  • Stadt Coburg/Constantin Hirsch