Kann man in einer Wohnsiedlung aus der Nachkriegszeit auch in Zukunft gut leben? Damit haben sich Architekturstudierende der Hochschule Coburg am Beispiel des Scheuerfelder Hangs auseinandergesetzt. Ihre Arbeiten sind in der Ausstellung „Raum für mehr: Der Scheuerfelder Hang“ im Haus am See im Stadtteil Wüstenahorn zu sehen.
Noch bis 31. März 2026 werden dort 13 Arbeiten von Studierenden des dritten Semesters präsentiert. Sie beschäftigen sich mit der zukünftigen Entwicklung der Wohnsiedlung am Scheuerfelder Hang, die in den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden ist. Organisiert wird die Ausstellung von der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO).
Persönliche Verbundenheit und klare Aufgaben
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig machte bei der Ausstellungseröffnung deutlich, dass ihn das Thema auch persönlich betrifft. „Lange Jahre haben meine Großeltern und meine Tante am Scheuerfelder Hang gerne in Wüstenahorn gelebt“, so Sauerteig. Gleichzeitig sei klar, dass die Gebäude der Wohnbau in der Scheuerfelder Straße „zwischenzeitlich viele Jahrzehnte alt sind und in keinster Weise mehr gängigen Standards entsprechen“.
Für die Stadt Coburg sei deshalb klar, dass in den kommenden Jahren gehandelt werden müsse.
„Deshalb packen wir als Stadt Coburg in den nächsten Jahren die Sanierung an, um modernen und weiterhin bezahlbaren Wohnraum bereitstellen zu können“, betont der Oberbürgermeister. Die ausgestellten Arbeiten lieferten dafür wichtige Anregungen und neue Blickwinkel.
Ideen für bestehende Gebäude
Die Studierenden zeigen unterschiedliche Ansätze, wie die bestehenden Gebäude weiterentwickelt werden könnten. Dabei geht es um Fragen des Wohnens, der Energieversorgung, der Nutzung von Freiflächen und des Zusammenlebens im Quartier. „Die hier präsentierten Arbeiten wollen dazu einladen, einen offenen Dialog über die Zukunft der Siedlung anzustoßen und Transformation als gemeinsamen Prozess zu begreifen, in den von Beginn an unterschiedliche Perspektiven einbezogen werden“, erklärt Professorin Anja Ohliger von der Fakultät Bauen und Design der Hochschule Coburg.
Langfristige Planung für rund 200 Wohnungen
Das Gebiet zwischen Karl-Türk-Straße und Scheuerfelder Straße gehört seit Langem zum Bestand der Wohnbau Stadt Coburg. Rund 200 Wohnungen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren gebaut wurden, werden dort bewirtschaftet. „Wir möchten eine wirtschaftliche, nachhaltige, funktionale und gestalterisch überzeugende Entwicklungsstrategie entwickeln“, sagt Ullrich Pfuhlmann, technischer Leiter der Wohnbau Stadt Coburg. Noch in diesem Jahr soll ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet werden. Daran schließen sich vertiefende Planungen über mehrere Jahre an, bevor die Umsetzung Schritt für Schritt erfolgen kann. Insgesamt ist ein Zeitraum von zehn bis 15 Jahren vorgesehen.
Ausstellung lädt zum Austausch ein
Die ausgestellten Arbeiten sind bewusst als Ideensammlung angelegt und nicht als fertige Lösungen gedacht. Sie zeigen unterschiedliche Möglichkeiten auf und sollen dazu anregen, sich mit der Zukunft des Quartiers auseinanderzusetzen.
Für interessierte Bürger*innen bietet die Ausstellung die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild von möglichen Entwicklungen zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.