Mit der warmen Jahreszeit häufen sich auch in Coburg wieder Begegnungen zwischen Menschen und Fledermäusen. Was viele nicht wissen: Jeden Sommer kommt es zu sogenannten „Fledermaus-Invasionen“ – einem ganz natürlichen Phänomen, bei dem junge Zwergfledermäuse versehentlich in Gebäude geraten.
Die nur vier bis fünf Gramm schweren Tiere, die im Frühjahr geboren wurden, verirren sich häufig durch gekippte Fenster in Wohnungen, Büros oder Fabrikhallen. Während der Weg ins Gebäude leicht gelingt, finden die Fledermäuse den Ausgang meist nicht mehr allein. Naturschützer sprechen deshalb von einer „Invasion“, da meist mehrere Individuen gleichzeitig ausschwärmen, auch zu Dutzenden.
Im Stadtgebiet Coburg wurde die erste Fledermaus-Invasion dieses Sommers in der Nacht zum 1. August 2026 registriert. Mit weiteren Fällen ist in den kommenden Wochen zu rechnen. Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützt. Deshalb ist ein besonnener Umgang mit den Tieren besonders wichtig. Sie dürfen nicht gestört, gefangen, verletzt oder gar getötet werden.
Was tun, wenn sich eine Fledermaus in die Wohnung verirrt hat?
Zunächst gilt: Ruhe bewahren. Schließen Sie die Tür des betroffenen Raumes, damit sich die Fledermaus nicht in weitere Zimmer verirrt. Die Tiere sollten weder aufgescheucht noch mit Gegenständen vertrieben werden. Schalten Sie das Licht aus, öffnen Sie das Fenster vollständig und geben Sie der Fledermaus ausreichend Zeit, den Weg ins Freie selbst zu finden. Häufig gelingt dies in der Dämmerung oder während der Nacht.
Am nächsten Morgen sollte der Raum sorgfältig kontrolliert werden. Fledermäuse verstecken sich tagsüber gern an geschützten Orten – etwa in Vorhängen, hinter Bildern, in Papierkörben, Bodenvasen oder anderen dunklen Verstecken. Sollte es notwendig sein, ein gefundenes Tier anfassen zu müssen, müssen dafür Handschuhe oder ein Handtuch verwendet werden. Es besteht Verletzungsgefahr für Sie und für das aufgefundene Tier.
Wer unsicher ist oder ein geschwächtes oder verletztes Tier entdeckt, sollte sich an die ehrenamtliche Fledermausberatung oder die jeweilige untere Naturschutzbehörde (Öffnet in einem neuen Tab) wenden.
Stadt Coburg: Grünflächenamt, untere Naturschutzbehörde, Telefon 09561/891672
Landkreis Coburg: Landratsamt, untere Naturschutzbehörde, Telefon: 09561/514-0
Ehrenamtliche Fledermausberatung:
Dagmar Papadopoulos, Tel: 09561/15124, Verena Fischer, Tel.: 0173/2983482
Herr Björn Langbein
Untere Naturschutzbehörde
Glockenberg 27
96450 Coburg