Wer in den vergangenen Wochen durch Coburg spaziert ist, hat sie vielleicht schon entdeckt: neue Sitzbänke in der Innenstadt oder am Rittersteich. Insgesamt 24 neue Bänke wurden an verschiedenen Standorten aufgestellt. Möglich gemacht hat dies ein Mann, der zwar zuletzt nicht mehr in Coburg lebte, seiner Heimatstadt aber stets verbunden blieb.
Der gebürtige Coburger Dietrich Jesse hat die Stadt in seinem Testament bedacht, obwohl er seinen Lebensabend nicht in Coburg verbrachte. Mit dem Geld, das er hinterlassen hat, konnten die neuen Bänke angeschafft werden. Die kleinen Schilder an den Sitzgelegenheiten erinnern heute an ihn – und an eine besondere Form des Engagements.
Verbunden mit der Heimat
Die Geschichte von Dietrich Jesse ist ungewöhnlich, aber kein Einzelfall. Immer wieder gibt es Menschen, die Coburg etwas hinterlassen. Oft steckt dahinter eine enge Verbindung zur Stadt. Hier sind sie aufgewachsen, zur Schule gegangen, haben gearbeitet oder viele wichtige Erinnerungen gesammelt.
Manche möchten deshalb etwas zurückgeben. Andere wünschen sich, dass ihr Vermögen auch nach ihrem Tod noch einen sinnvollen Zweck erfüllt. So können Projekte unterstützt werden, die vielen Menschen zugutekommen.
Wenn aus einem Erbe etwas Dauerhaftes wird
Nicht immer fließt Geld, das einer Stadt hinterlassen wird, direkt in ein einzelnes Projekt. Häufig entstehen daraus auch Stiftungen, die über viele Jahre oder sogar Generationen hinweg wirken.
Die Stadt Coburg verwaltet heute zwölf Stiftungen. Einige von ihnen bestehen bereits seit dem 19. Jahrhundert. Andere gehen auf Bürger*innen zurück, die mit ihrem Vermögen dauerhaft etwas bewirken wollten. Die Erträge dieser Stiftungen kommen bis heute unterschiedlichen Zwecken zugute – von sozialer Unterstützung über Bildung und Jugendarbeit bis hin zu Sport, Kultur und Inklusion.
Zu den bekannteren Beispielen zählen die Edith-Seifarth-Stiftung oder die Irmgard-Schwanert-Stiftung. Sie fördern unter anderem soziale Einrichtungen, den Sport sowie Angebote für Menschen mit Behinderung.
Ein bleibender Beitrag
Die neuen Sitzbänke sind mehr als nur eine praktische Ergänzung im Stadtbild. Wer heute auf ihnen Platz nimmt, denkt vielleicht nicht sofort an die Geschichte dahinter. Doch sie erinnert daran, dass Coburg seit Generationen von Menschen geprägt wird, die ihrer Stadt etwas zurückgeben möchten. Mal durch eine Spende, mal durch eine Stiftung, mal durch ein Erbe. Die Formen ändern sich – die Idee dahinter bleibt dieselbe.