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50 Jahre Eigenständigkeit Stadtarchiv 1969-2019

50 Jahre Eigenständigkeit Stadtarchiv 1969-2019

Die Archivalien des Stadtarchivs wurden über Jahrhunderte auf dem Rathausdachboden aufbewahrt. Dort waren sie dem „Mäusefraß“ ausgesetzt, jedoch wurden sie – gottlob – nicht sonderlich geschädigt und auch vor Brandereignissen bewahrt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bestände (v. a. Akten und Urkunden) als Depositum in das damalige Haus- und Staatsarchiv Coburg übernommen, geordnet und grob verzeichnet. Ein Archivführer von 1960 spiegelt die Ordnung wieder als die Stadt Coburg am 01.09.1969 die Eigenverantwortung für ihr Stadtarchiv übernahm.

Zunächst in Räumen, die aus heutiger Sicht für Archivzwecke wenig geeignet waren, befand sich das Stadtarchiv im Palais Edinburgh, Allee 5a. Als dort die Räumlichkeiten zu eng wurden, kam das Stadtarchiv mit seinen wachsenden Beständen in das Gebäude Rosengasse 1. Die dortigen Voraussetzungen waren jedoch ebenfalls nur bedingt geeignet, was Klima und Statik anbelangte. Auch dort waren die Kapazitäten nach einigen Jahren ausgereizt, teilweise waren Bestände im damaligen Gebäude Uferstraße 7 untergebracht.

Nach dem Brand der Metzgerei Spielmann in der Ketschengasse im Jahre 1990, welche an das Rückgebäude der Rosengasse angrenzte, entschied die Politik die Schaffung neuer Räumlichkeiten. Als geeignet wurde das Gebäude Steingasse 5 angesehen. Dort befand sich vorher die Druckerei Roßteutscher und die Räumlichkeiten besaßen in Teilen die für Archivgebäude erforderlichen Deckenlasten von 1000 kg/m². Es wurden Rollregalanlagen, eine Lüftungsanlage und vor allem eine Brandmeldeanlage eingebaut und die Bedingungen für eine moderne Archivarbeit geschaffen.

Beim Brand in der Herrngasse Ende Mai 2012 hatte das Stadtarchiv abermals Glück, das Feuer wurde etwa einen Meter vor Erreichen des ersten Magazins gelöscht.

Das größte Problem von Archiven stellt fehlende Magazinkapazität dar. Da das Stadtarchiv in der Steingasse nun ebenfalls an die Grenze der Aufnahmefähigkeit gekommen war, entschied der Stadtrat im Jahre 2018 die Erweiterung der Magazinkapazitäten. Mit dieser Entscheidung wurde sichergestellt, dass die Magazinflächen ausreichend für die Zukunft seien werden.

Trotz Digitalisierung besteht für die Archive der Auftrag, die in den Verwaltungen entstandenen Unterlagen, in der jeweiligen „physischen Form“ sicher zu stellen. Daraus ergibt sich auch in der heutigen Zeit noch der Platzbedarf für „papiergebundenen“ Unterlagen für die kommenden Jahrzehnte. Ein gutes Beispiel hierfür liefern die Unterlagen der Standesämter. Für diese gelten besondere gesetzliche Aufbewahrungsfristen. Geburtenbücher müssen 110 Jahre im Standesamt vorgehalten werden, Heiratsbücher 80 Jahre und Sterbebücher 30 Jahre. Dann erst werden sie zu Archivgut.


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