Eduard Uhlenhuth wurde am 15. Juli 1853 in Guben geboren. Er entstammte einer bildungs- und kunstaffinen Familie: Sein Vater Ludwig Eduard Uhlenhuth war Schuldirektor, Bildhauer und ein früher Fotopionier, der bereits 1845 ein anerkanntes Handbuch zur Daguerreotypie veröffentlichte. Eduard trat in dessen Fußstapfen und wurde selbst ein bedeutender Fotograf. Auch sein jüngerer Bruder Johann Uhlenhuth wurde Fotograf. Gemeinsam begründeten sie eine fotografische Unternehmerdynastie.
1880 übernahm Eduard Uhlenhuth das Fotoatelier des Hoffotografen Hermann Schwegerle in Coburg. Das Studio befand sich zunächst in der Badergasse 1, ab 1885 dann im eigens errichteten Haus in der Zinkenwehr 5, wo es über 100 Jahre lang Bestand hatte. Uhlenhuth spezialisierte sich auf Porträtfotografie europäischer Fürstenhäuser sowie auf dokumentarische Aufnahmen von Tieren, Kindern, Trachten, militärischen Manövern und Festen. Seine Momentaufnahmen und Aktbilder galten als technisch und künstlerisch fortschrittlich.
Er wurde 1882 zum Hofphotographen von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha ernannt. Weitere Titel folgten: 1890: Hoflieferant von Herzog Alfred von Edinburgh und 1897: Hofphotograph von Zarin Elisabeth Feodorowna und Königin Victoria von England
Ein berühmtes Foto Uhlenhuths zeigt die Fürstenhochzeit von Victoria Melita und Großherzog Ernst Ludwig von Hessen (1894), bei der u. a. Kaiser Wilhelm II., Königin Victoria, Zar Nikolaus II. und der Prince of Wales anwesend waren,
Neben dem Hauptatelier in Coburg betrieb Uhlenhuth weitere Filialen, darunter in Sonneberg, Rudolstadt und Schweinfurt (ab 1893), Letzteres zeitweise gemeinsam mit seinem Bruder Johann. Die frühe Anwendung zahlreicher Fototechniken – von Eisenblaudruck bis Platinotypie zeugen von Uhlenhuths Innovationsgeist.
Für seine Verdienste erhielt er 1892 den Professorentitel von Herzog Ernst II. Als Fotograf war er nicht nur künstlerisch tätig, sondern auch als Chronist regionaler Ereignisse: Überschwemmungen, Radfeste, Festumzüge, Bauprojekte und vieles mehr hielt er fest und präsentierte sie öffentlich in Schaukästen in der Stadt.
Uhlenhuth pflegte enge Kontakte zu europäischen Höfen, insbesondere zum bulgarischen Zaren Ferdinand I., der ihm 1895 das Offizierskreuz des bulgarischen Nationalordens verlieh. Als offizieller Fotograf dokumentierte Uhlenhuth u. a. Ferdinands Hochzeit 1908 und einen Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Sofia (1918).
Eduard Uhlenhuth starb am 21. September 1919 in Coburg. Sein Werk steht nicht nur für fotografisches Können auf höchstem Niveau, sondern auch für die Professionalisierung und Kontinuität des Fotografenberufs über Generationen hinweg. Seine Bilder sind bis heute bedeutende Quellen der Bildgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.