Julius Meßmer wurde 1838 in Baden-Baden geboren. Nach dem Besuch der Polytechnischen Schule Karlsruhe schloss er sein Studium als Verwaltungsfachmann ab und trat 1857 dem Corps Bavaria Karlsruhe bei.
Seine berufliche Entwicklung vollzog sich nahezu vollständig im Dienst des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Im Jahr 1865 begann Meßmer als herzoglicher Farminspektor in der Coburger Landesregierung. 1884 wurde er Güterdirektor der herzoglichen Farm Callenberg, die direkt Herzog Ernst II. unterstand. Diese Aufgaben brachten ihn an die Schnittstelle von Land- und Forstwirtschaft, Finanzverwaltung und moderner Betriebsführung des herzoglichen Besitzes.
Mit der Zeit rückte Meßmer in die Ministerialverwaltung auf. 1890 arbeitete er als Geheimer Finanzrat in der Coburger Ministerial-Abteilung. Sieben Jahre später fungierte er bereits als Ministerialrat im Gesamtministerium und leitete die Domänen-Abteilung in Coburg. 1901 folgte der nächste Karriereschritt: Als Geheimer Staatsrat gehörte er dem Gesamtministerium an und stand der Abteilung für Domänen und Domänenforsten als Departementschef vor. Dieses Ressort war im kleinstaatlichen Gefüge von Sachsen-Coburg und Gotha zentral, weil die Erträge aus Domänen, Forsten und Regalien maßgeblich zur Staatsfinanzierung beitrugen. 1907 trat Meßmer als Geheimer Staatsrat in den Ruhestand.
Über seine Person hinaus hinterließ Meßmer Spuren im Coburger Stadtbild und im bürgerschaftlichen Leben. Gemeinsam mit seiner Frau Olga stiftete er den Alexandrinen-Brunnen, der 1908 zur Erinnerung an Herzogin Alexandrine (Gattin Herzog Ernsts II.) vor dem neuen Volksbad eingeweiht wurde. Die Stiftung des Ehepaars Meßmer setzte bewusst einen Akzent im öffentlichen Raum und zwar in einer Zeit, in der Coburg sein Erscheinungsbild durch Plätze, Brunnen und Denkmäler modernisierte.
Seine Lebensleistung spiegelte sich in zahlreichen Auszeichnungen wider – darunter Orden aus mehreren deutschen Staaten und ausländische Ehrenzeichen. Genannt werden u. a. der Sachsen-Ernestinische Hausorden, der Preußische Rote Adlerorden III. Klasse, der Zähringer-Löwen-Orden (Baden) sowie der bulgarische Zivilverdienstorden (Komtur I. Klasse mit Stern). Solche Dekorationen waren im monarchischen Deutschland sichtbare Anerkennungen für langjährige, pflichtgetreue Amtsführung.
Julius Meßmer starb 1911 in seiner Geburtsstadt Baden-Baden. Zeitgenössische Presseberichte erwähnten seinen Wunsch, im Krematorium Coburg bestattet zu werden – ein Detail, das in der konfessionell geprägten Öffentlichkeit jener Jahre durchaus diskutiert wurde. Unabhängig von dieser Debatte blieb das Bild eines pflichtbewussten Verwaltungspraktikers, der das Coburger Staats- und Wirtschaftsgefüge über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Im Rückblick steht Meßmer exemplarisch für eine Generation hochspezialisierter Beamter in den kleinen deutschen Staaten vor 1918: technisch gebildet, loyal gegenüber der Dynastie, organisatorisch versiert in Domänen- und Forstverwaltung und zugleich bürgerlich-stifterisch tätig.