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Stadt Coburg

Johann Christoph Florschütz (1794–1882)

Lehrer und langjähriger Mentor von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha sowie dessen Bruder Ernst

Johann Christoph Florschütz, bekannt als „Rat Christoph Florschütz“, wurde 1794 in Coburg als Sohn eines Gymnasiallehrers geboren. Er wuchs in einem von Aufklärung und liberalen Ideen geprägten Elternhaus auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums Casimirianum studierte er auf Anraten seines Vaters Philosophie und Theologie in Jena. 1815 legte er in Coburg die Prüfung als Predigerkandidat ab. Kurzzeitig war er Hauslehrer in der Familie Mensdorff-Pouilly, bevor er 1823 von Herzog Ernst I. zum „Herzoglichen Rat und Prinzen-Instructor“ seiner Söhne, der Prinzen Albert und Ernst, berufen wurde.

Florschütz übernahm damit nicht nur die schulische, sondern auch die persönliche Betreuung der beiden jungen Prinzen, deren Eltern sich gerade scheiden ließen. Er sorgte für einen strukturierten Tagesablauf, Wärme und Fürsorge und berichtete regelmäßig an Alberts Onkel, König Leopold I. von Belgien. Anfangs unterrichtete er alle Fächer selbst, darunter Schreiben, Zeichnen und Musik. Ab 1829 behielt er die Verantwortung für Religion, Geschichte, Geographie, Philosophie und Latein, während er für andere Fächer weitere Lehrer einsetzte. 1826 wurde er zum Konsistorialrat, 1836 zum Geheimen Hofrat ernannt.

Nach Abschluss der Ausbildung der Prinzen 1838 wechselte Florschütz als Geheimer Konsistorialrat in die herzogliche Ministerialverwaltung, wo er für geistliche Angelegenheiten zuständig war. 1844 berief ihn Herzog Ernst II. in sein Geheimes Kabinett und verlieh ihm den Titel Geheimer Konferenzrat.

1838 heiratete Florschütz Therese Genßler, die Tochter des Coburger Generalsuperintendenten Wilhelm August Friedrich Genßler. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Die Prinzen Albert und Ernst dankten ihrem Lehrer die enge Verbundenheit, indem sie ihm in Coburg ein Haus an der ehemaligen Stadtmauer errichten ließen

Auch nach Alberts Hochzeit mit Königin Victoria von England blieb der Briefkontakt bestehen. Bei Alberts letztem Besuch in Coburg 1860 suchte er Florschütz persönlich auf. Als Florschütz 1882 in Coburg verstarb, erwiesen ihm Vertreter des Herzogs von Coburg und der britischen Königin die letzte Ehre.

Johann Christoph Florschütz prägte die Erziehung zweier Prinzen, von denen einer als Gemahl der britischen Königin weltgeschichtliche Bedeutung erlangte, und blieb Zeit seines Lebens eine angesehene Persönlichkeit in Coburg.

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