Edmund von Wittken wurde in Zeitz (Sachsen-Anhalt) geboren. Er entstammte dem altpommerschen Adelsgeschlecht von Wittken/von Wittke, dessen Linien seit dem Mittelalter urkundlich greifbar sind. Aus der Familienüberlieferung ragt u. a. der preußische Offizier Franz von Wittken (1767–1811) hervor, welcher der Großvater Edmunds gewesen war. Diese Herkunft erklärt die frühe Orientierung an Staat und Verwaltung, die seinen Berufsweg prägte.
Nach dem Studium der Jurisprudenz in Berlin und Breslau trat Wittken 1860 in den preußischen Staatsdienst ein und stieg 1874 zum Landrat in Beuthen (Oberschlesien) auf. Die praktische Schule der Kreisverwaltung – mit ihren Aufgaben in Polizei-, Infrastruktur- und Sozialfragen – schärfte sein Profil als nüchterner Organisator und vermittelnder Jurist. 1888 wechselte er in die Ministeriallaufbahn des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha, wo er bis in die Spitze der Regierung gelangte: Als Vorstand des Staatsministeriums (Leiter der Ministerialabteilung in Coburg) gehörte er zu den maßgeblichen Verwaltungschefs des Doppelherzogtums. Zeitgenössische Quellen führen ihn ab 1900 mit dem protokollarischen Rang eines Wirklichen Geheimen Staatsrats (Exzellenz).
Sein Wirken lässt sich besonders in der Stadt Neustadt bei Coburg fassen, die zu seinem Lebens- und Arbeitsraum gehörte. Aus kommunalen Erinnerungsquellen geht hervor, dass Wittken sich in seiner Funktion als Leiter der Coburger Ministerialabteilung nachhaltig für Neustädter Belange einsetzte – und zwar über das Tagesgeschäft hinaus: Er förderte das Schulwesen, unterstützte den Kindergarten und die Armenpflege. Die Stadt ehrte ihn dafür im Jahr 1891 und erhob ihn am 2. Mai 1900 zum Ehrenbürger. Später benannte Neustadt auch eine Straße nach ihm. Diese Auszeichnungen dokumentieren, dass Wittken Verwaltung nicht als reine Rechtsaufsicht verstand, sondern als sozialpolitischen Auftrag im Sinne einer modernen Kommunalverwaltung. 1902 ging Wittken in den Ruhestand.
Neben der Amtsarbeit trat er auch als Autor in Erscheinung. 1865 veröffentlichte Wittken die Studie „Studien über Jütland“ – eine wissenschaftliche Reise- und Länderkunde, die sich in Bibliotheks- und Verlagsverzeichnissen nachweisen lässt. Die Schrift zeigt einen interessierten, über den juristischen Tellerrand hinausblickenden Beamten, der zeittypische Fragen von Geographie, Verkehr und Wirtschaft mitdenkt – Themen, die für die staatliche Infrastrukturpolitik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zentral waren.
In den 1890er und 1900er Jahren erscheint Wittken in Vereins- und Mitgliederlisten. Diese Einträge – u. a. im Umfeld der Vereins für kaschubische Volkskunde – verweisen auf seine kulturräumlichen Interessen und Kontakte nach Ostmitteleuropa, die wiederum mit der pommersch-kaschubischen Herkunft der Familie korrespondieren. Solche Netzwerke stärkten nicht nur den kulturellen Austausch, sondern dienten auch der wissenschaftlichen Dokumentation regionaler Traditionen – ein Anliegen, das die gebildete Verwaltungselite jener Zeit häufig unterstützte.
Wittkens Lebensabend verbrachte er in Coburg, wo er weiterhin repräsentative Aufgaben wahrnahm. Er starb Ende Januar 1927 in Coburg und wurde dort beigesetzt.