Ellas Bähring

1. Teil der Ausstellung Coburg ist Bunt

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Ellas Bähring, 76 Jahre

1934 kam Ellas Bähring mit elf Jahren von Istanbul nach Coburg. Ihre Großeltern väterlicherseits waren aus Franken in die Türkei ausgewandert, als Deutschland arm war und in der Türkei Ingenieure gebraucht wurden. Ihre Mutter, griechischer Herkunft wäre lieber in Istanbul geblieben. Doch der Vater glaubte an den Aufschwung in Hitler-Deutschland.

„Es gab bei uns in Istanbul kein Kind, das nicht zwei Sprachen beherrschte“,
Ellas Bähring sprach türkis ch und griechisch. In Coburg besuchte sie die Hauptschule
und hatte anfangs Probleme mit der deutschen Sprache. Wo hätte sie es lernen sollen?
„Mein Vater war ja als Lokführer immer unterwegs. Er hat mich nicht studieren
lassen, sagte, du brauchst kein Studium, du heiratest mal, fertig.“

Sie begann noch während des Kriegs bei Brose zu arbeiten und blieb dort bis zu ihrer Rente. Ellas Bähring heiratete nicht. Die Stadtbibliothek ist ein wichtiger Anlaufpunkt für ihre weitläufigen kulturellen Interessen.

„In Yesilköy, in Istanbul, da waren Juden, Griechen, Armenier, Franzosen, Ungarn. Das war das normalste der Welt, was kann ich dafür, dass ich Griechin bin, was kannst du dafür, dass du Deutsche bist?“