Coburger Erker

Der "Coburger Erker" ist eine architektonische Besonderheit von 1593.

Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts entstanden in Coburg am Schloss Ehrenburg, dem Rathaus, der gegenüberliegenden Kanzlei und am Hause Markt 6 insgesamt 5 Erker, die alle die gleichen nur für Coburg eigentümlichen Merkmale aufweisen.

1575 schuf Hans Schlachter den "Coburger Erker" am Rathaus. Dort fanden sich die beiden Wappenfiguren: einmal außen in der Hand des steinernen Mauritius und im Schlussstein des inneren Gewölbes.

Auf prächtiger Konsole, über einer runden Säule an der Ecke des Gebäudes, ruht das sechsteilige, kräftig profilierte, durch zwei Geschosse reichende und mit einer welschen Haube gekrönte Erkergehäuse. Die hohe Stützsäule des Rathauserkers trägt besonderen Schmuck. Auf einem Kragstein mit Löwenmaske hat sich der Baumeister selbst kniend dargestellt, den Klöpfel in der rechten, einen Schild mit seinem Steinmetzzeichen und den Initialen H.S. in der linken Hand. Über ihm erhebt sich in voller Rüstung mit Fahne, Schild und Helm die etwas unterlebensgroße Figur des Hl. Mauritius, des Schutzpatrons der Stadt.

Obwohl die Reformation in Coburg schon 1521 eingeführt worden war, bestand die alte Bindung an den verehrten Stadtheiligen ganz unbefangen zur Zeit des Rathausbaues noch immer fort. Die kleinen Flachreliefs in den Feldern unter den Fenstern des 1. Geschosses sind alle gorische Darstellungen von Glaube, Liebe, Hoffnung, Gerechtigkeit und Stärke.

Ein kunstvolles Sterngewölbe bildet die Decke im zweiten Stockwerk. Auf den Gewölberippen sind acht farbig gefasste Schilder mit Wappen und Hausmarken Coburger Ratsherren angebracht, eines davon mit den Initialen E. S. = Endres Schultes, des amtierenden Bürgermeisters jener Zeit.

Der Schlussstein zeigt den Coburger Mohren zwischen den Pranken des Meißner Löwen. Die ehemals farbige Fassung des gesamten Erkers mit den Figuren wurde im Jahre 1970 wieder hergestellt


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