Regimentsstube

Regimentsstube

Der Rat bestand aus 10 Mitgliedern, die aus ihren Reihen den Bürgermeister und den regierenden Bürgermeister bestimmten. Die alljährlich zu Beginn des Geschäftsjahres (Michaelis 29. 9.) erforderliche Neuwahl des Stadtrates wurde vom Herzog bestätigt, sein Beauftragter nahm die Einweisung in der "Ratstube" vor. Im 18. Jahrhundert bürgerte sich dabei für den "Stadtrat" die Bezeichnung "Stadtregiment" ein, aus der Ratsstube wurde die "Regimentsstube".

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auch diese neu gestaltet; die schöne Stuckdecke und die lateinische Bauinschrift mit den beiden Stadtwappen Löwe und Mohrenkopf zeugen davon.
Zum Schmuck des Raumes schenkte der Herzog Franz Josias (1697 - 1764) mehrere Bilder seiner Vorfahren, die sich um Coburg verdient gemacht hatten.

Erfreulicherweise hat man damals die schöne gotische Tür mit den einzigartigen Kunstschmiedebeschlägen – wohl noch von 1425 – nicht der Tagesmode geopfert.

Die Beschläge an der Tür zum Amtszimmer des Oberbürgermeisters sind stilmäßig hundert Jahre älter als der Raum und mit feinem Kunstsinn wohl erst später – vielleicht 1901/02 – angebracht worden. Als nach 1900 der Balkon am Rathaus entstand, hat man auch die bis dahin glatten, nur mit den Bildern geschmückten Wände dem Stil der Decke angeglichen und so einen einzigartigen Festraum geschaffen, der 1959 durch zarte Tönung von Wand und Decke seine Vollendung erhielt.


 

Bilder in der Regimentsstube

1. Ernst I. 1784-1844 Herzog von Sachsen, Coburg und Gotha

2. Albrecht 1648-1699 Herzog von Coburg-Saalfeld

3. Johann Ernst 1521-1553
Erbauer der Ehrenburg Bildinschrift: „Unsere von Gottes Gnaden Johannsen Ernsten Herzogen zu Sachsen Landgraffen in Döringen Margraffen zu Meyssen Contrafactur im Jahr nach Christi Geburt unseres Erlösers 1553
und unseres Alters im 32. Jahr“.

4. Johann Casimir 1564-1633
Coburg Bildinschrift: „Von Gottes gnaden Johann Casimir Herzog zu Sachsen, Landgraf in Düringen und Margraf zu Meissen, aetatis suae“.

5. Johann der Beständige 1468-1532
Kurfürst Bildinschrift: „Gots Wort hab ich treulich bekundt Furn Keiser und gantz deutschen Landt, Gut, Ehr, Leib, Leben. Land und Leut Daran gewagt und nichts gescheut“. Johannes Churfürst und Herzog zu Sachsen

6. Friedrich der Weise 1463-1525
Kurfürst Bildinschrift auf Deutsch: “Die Kaiserwürde habe ich ausgeschlagen und biete sie freiwillig Dir,
Carolus (Karl V.)“

7. Johann Friedrich der Großmütige 1503-1554
Kurfürst bis 1547 Bildinschrift: „Dieser hat Gots Wort mit Gfahr bekannt Drumb der Keiser ihm nam Leut und Land Johannes Friderich Churfürst und Hertzog zu Sachsen“

8. Johann Friedrich der Mittlere 1529-1595
Herzog zu Sachsen Bildinschrift: „Von Gottes Gnaden Johann Friedrich der Mittler Herzog zu Sachsen Landgraf in Düringen und Margraf zu Meissen aetatis suae LXVI Anno 1595 Peter Sengelaub“ (Maler des Bildes)

9. Johann Wilhelm 1530-1573
Weimar, bis 1570 auch Coburg Bildinschrift: „Von Gottes Gnaden, Johann Wilhelm Herzog zu Sachsen Landgraf in Düringen und Margraf zu Meissen“

10. Ernst der Fromme 1601-1676 Gotha

11. Lateinische Inschrift
Der lat. Text bezieht sich auf die Rathauserneuerung im Jahre 1752 zur Zeit der Regierung des Herzogs Franz Josias von Coburg-Saalfeld 1745-1764.

12. Alfred 1844-1900
Herzog von Sachsen, Coburg und Gotha als Chef des 2. rheinischen Husarenregiments Nr. 9 Text: Rudolf Brückner



Tafel in der Regimentstube

Übersetzung:

Friede herrschte, und über ruhiges Wohlergehen freuten sich alle Herrschaftsgebiete, die im Machtbereich Europas liegen. Goldene Zeiten ließen dem Viehbauern (?) die Felder erblühen, während Franz mit gerechter Hand das Zepter hielt. Doch das altehrwürdige Rathaus drohte ständig mit Einsturz, weil es nicht gut verbunden war in der Struktur des Hauses. Deshalb wurde angeordnet, die alte Gestalt ins Bessere zu wandeln, und es kleidete sich außen und innen in diesen neuen Glanz. Mögen die Enkel die Denkmale unserer glücklichen Zeit kennen lernen und als Erbauer den Herzog alle Zeit ehren! Möge dieser erhabene Stamm der Sachsen unzählige Jahre blühen und mit willkommenem Frieden die Jahrhunderte beglücken! So nämlich werden die frommen Tempel des Rechts immer bleiben und mit dem allgemeinen Wohl auch das persönliche Wohl. In Ehrfurcht und Treue der Rat von Coburg. (Übers.: Chr. d’Angelo, T. Scholz, H. Faber, Casimirianum 1993)


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