Pfarrer Markus Merz - Ankommen in Coburg Pfarrer Markus Merz

Pfarrer Markus Merz - Ankommen in Coburg

Ankommen ...

„Sind wir schon in Coburg? Dauert’s noch lange“ – fragen ja bekanntlich Kinder so gerne, wenn man gerade einmal losgefahren ist. So hält man sie mit Versprechungen, Liedern, Drohungen und Keksen bei Laune, bis sie endlich zu sehen ist: die „Fränkische Krone“.
Kaum zu glauben, welche wohltuende Wirkung aus der Ferne die Umrisse der Coburger Veste selbst bei Neubürgern ausübt. Es soll ja alteingesessene Familien geben, bei denen während der Heimfahrt im Auto der Ruf, ja besser der Aufschrei „Veste“ dem Erstentdecker besonderes Ansehen verleiht.
Seit wir als Familie vor vier Jahren begonnen haben, in Coburg Wurzeln zu finden, sind es die Veste und die Morizkirche, die auf mich eine besondere Anziehung ausüben, so etwas wie Heimatgefühl geben.

Nehmen wir nur diesen superromantischen Spazierweg durch den Hofgarten hinauf zur Veste – den hat nur Coburg. Kaum die Innenstadt im Rücken komme ich schon an mächtigen, alten Bäumen vorbei und nähere mich dem Ort, auf dem Martin Luther 1530 ein halbes Jahr lang Unterschlupf und Schutz gefunden hat. Jedem, der uns besucht, zeige ich die Veste gerne – man hat ja auch einen super Blick über Stadt und Land.

Oder die Morizkirche – noch bevor die Stadt entstanden ist, waren hier erste Anfänge mit einem Kirchlein, mit Mönchen und Gräbern gegeben. Heute stehen die beiden Türme der Kirche so markant eigenwillig da, dass der Besucher sich immer fragt, warum sie so ungleich hoch sind. Manche sagen, der kleinere Rabenturm sei aus Spargründen nicht fertig gestellt worden. Ich glaube ja eher, dass die Leute sich damals dachten: Eine Stadt braucht einen hohen Aussichtspunkt zur Brandvermeidung, braucht eine Aufhängung für Glocken und eine große Kirche, in die die Leute reinpassen. Da reicht es doch, wenn dort ein in die Höhe ragender Turm steht: der jetzige Morizturm. Steigen Sie doch einmal hinauf: Die Aufstieg über alle 182 Stufen wird mit einem Rundblick über die Stadt belohnt.

Bestimmt haben auch Sie solche symbolischen Orte, die für Ankommen und Heimat stehen. Vielleicht wären die Veste und die Morizkirche auch dabei?


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