100 Jahre Coburg in Bayern

Man mag es sich aus heutiger Sicht gar nicht vorstellen, was in der Vergangenheit alles anders gewesen wäre, hätten sich die Coburger*innen in der ersten freien und demokratischen Volksbefragung am 30.November 1919 anders entschieden und für einen Beitritt des damaligen Freistaats Coburg zu Thüringen gestimmt. Muss man auch nicht, denn bei einer Wahlbeteiligung von 75%, sprachen sich am Ende genau 88,11% der rund 40.000 Wahlberechtigten dagegen aus.

Die Gründe für dieses Wahlergebnis sind vielfältig und die Geschichten hinter der Geschichte erzählen spannende Begebenheiten voller Intrigen, Propaganda, Geheimnissen und sehr berechnenden Politikern.

Nach dem ersten Weltkrieg war aufgrund der politischen Großwetterlage schnell klar, dass der erst vor kurzem gegründete Freistaat Coburg keinen langen Bestand haben würde. Zu klein war das Gebiet, zu schlecht die Versorgungslage und zu unsicher die Gesamtsituation in einem Deutschland, das versuchte, sich und seinen Platz in der Welt neu zu finden. mehr...

 
 
 
 
 

100 Jahre Coburg in Bayern

Coburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts

von Dr. Alexander Wolz, Leiter des Staatsarchivs Coburg

Das 20. Jahrhundert begrüßten die Coburger*innen in besonders feierlicher Weise. Kurz vor 24.00 Uhr strömten die Menschen aus der bis auf den letzten Platz gefüllten Morizkirche und der ausverkauften Silvestervorstellung im Hoftheater auf den von Pechfeuern erleuchteten Marktplatz. Als der Glockenschlag der Stadtkirche das Jahr 1900 verkündete, hob die Menge an zum Choral „Nun danket alle Gott“. Den Abschluss der Feiern bildete das althergebrachte bengalische Feuer der Hofapotheke.

Coburg wird bayerisch

von Dr. Alexander Wolz, Leiter des Staatsarchivs Coburg

Am 24. April 1920 begrüßte der bayerische Ministerpräsident Gustav von Kahr offiziell mit einem Telegramm die neuen bayerischen Landsleute aus Coburg: „Vernehme soeben mit großer Freude, dass Vereinigung Coburgs mit Bayern durch Nationalversammlung heute beschlossen wurde.

Vereinigung Coburgs mit Bayern

von Dr. Alexander Wolz, Leiter des Staatsarchivs Coburg

Die Verhandlungen mit Bayern mussten in kurzer Frist geführt werden. Von der ersten Fühlungnahme bis zur Volksabstimmung vergingen nur wenige Monate. Die Erwartungshaltung in Coburg war enorm. Die Coburger erwarteten, dass die Stadt auch unter bayerischer Fahne all jene Annehmlichkeiten, die man in der Selbstständigkeit genossen hatte, behalten müsse. Es gelang indes den Coburger Unterhändlern, die bayerischen Verhandlungsführer zu weitreichenden Zugeständnissen zu bewegen.

 
 
 
 
 

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Pressespiegel

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