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Historisches zum Friedhof

Die Idee, etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen neuen Friedhof für die Stadt Coburg zu schaffen, ist in der starken Zunahme der Bevölkerung während der Gründerzeit und im Platzmangel einer mittelalterlichen Stadt zu suchen.

Mit Weitsicht wählte der damalige Magistrat der Stadt ein auch vom Herzoghaus gewolltes Grundstück außerhalb des historischen Stadtkernes am oberen Glockenberghügel, das sowohl von der Veste als auch von St. Moriz eingesehen werden konnte. Damit beendete man nach etwa einem halben Jahrtausend die urkundlich bekannten Bestattungen (auf dem Salvatorfriedhof) innerhalb der umwehrten Stadt.

Ein städtisches Gelände wurde durch die Trassierung der neuen Straße 'Hinterer Glockenberg' ab 1847 erschlossen und im westlich davon liegenden Teil landschaftsgärtnerisch zu einem 'neuen Friedhof' umgestaltet. Am südwestlichen Ende dieses Friedhofes wurde 1851 das Haus für den Totengräber, Gärtner und die erste Friedhofsverwaltung als erster Friedhofsbau errichtet. 1854 wurde mit dem Bau des Mausoleums begonnen. 1860 wurden die ersten Gruftgräber vergeben und die neugotische Zinnenmauer zum Glockenberg errichtet, an die sich mit der Zeit die heute noch stehenden vier Grufkapellen anlehnten. 1863 erwarb man zwei Äcker gegenüber der Friedhofseinfahrt, um dort ein größeres Leichenhaus zur Aufbahrung der Toten zu bauen, das 1865 erstmals in Betrieb genommen wurde. Von 1868 an wurde an einer Vergrößerung des Friedhofes nach Osten gearbeitet und 1869 mit einer östlichen Abschlußmauer vollendet und eingeweiht.

Nach dem deutsch-französischem Krieg 1870/71 wurde ein Teil des Gräberviertels 1a für die Gefallenen dieses Krieges vorbehalten und ein entsprechender Gedenkstein gesetzt. Nach dem  1. Weltkrieg wurden z.T. weitere aufgelassene Gräber des Westteiles zum 'Soldatenfriedhof' umgestaltet und 1925 mit einer Steinskulptur besetzt und später auch für die Gefallenen und Ziviltoten des 2.Weltkrieges verwendet.

1874 wurde der zwei Jahre zuvor gegründeten israelitischen Kultusgemeinde Coburgs gestattet, einen eigenen Friedhofteil am Ende der Hauptallee zu betreiben, volkstümlich 'Judenfriedhof' genannt.

Durch An- bzw. Umbau des 1865 fertiggestellten Leichenhauses entstand 1907 eine auf Achse des Mausoleums stehende Aussegnungs- und Trauerhalle, die mit dem dahinter liegenden Krematorium und dem seitlich angeordneten Wohngebäude für den Friedhofsverwalter eine stilangepasste Gruppe bildete.

Im östlichen Abschluss des neuen Friedhofteils wurden während des 2.Weltkrieges die in Coburg verstorbenen Fremdarbeiter und 'Hilfswilligen' aus den Ostgebieten Europas neben dem isrealitischen Friedhof begraben. Ein schlichter Grabstein mit Bronzetafel erinnert an diese 'Opfer des Krieges 1939-45'. Für die hier verstorbenen polnischen Fremdarbeiter wurde ein eigener Gedenkstein im Gräberviertel 4b gesetzt.

Nach 1945 erfolgte eine erneute Erweiterung des Friedhofes nach Südosten in Richtung Kleiner Galgenleite.Trotz der straßenmäßig bedingten Aufspaltung in zwei Teile ist diese großzügig angelegte Friedhofsanlage der 'Stadtfriedhof' Coburgs. In seinen Gräbervierteln I-IV bleibt er denkmalpflegerisch eine Einheit und stellt in manchen Passagen ein Kleinensemble an Friedhofsgestaltung des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert dar.

Friedhof Damals und Heute


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