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Goldbergsee hat sich bewährt

Zum ersten Mal seit 2003 blieben in diesem Winter die Keller der Anwohner im Coburger Bahnhofsviertel trotz der enorm erhöhten Pegelstände trocken. Bis zu einem Meter hoch stand dort bei ähnlichen Situationen das Wasser in den vergangenen Jahren. Dauerregen und Tauwetter hatten im Januar in der gesamten Region die Flüsse und Bäche bedenklich ansteigen lassen. Während einige Gemeinden mit Überschwemmungen kämpfen mussten, konnte im Coburger Stadtgebiet dank des Goldbergsees Schlimmeres verhindert werden. Bei einem gemeinsamen Pressetermin am Goldbergsee zogen die Vertreter der Stadt Coburg und des Wasserwirtschaftsamtes Kronach eine positive Bilanz.

Bis 35 Zentimeter unter die Kapazitätsgrenze des Rückhaltebeckens sei der Goldbergsee im Januar gestaut worden, sagte Hans Hemmerlein, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes. Die erste Bewährungsprobe hat der Goldbergsee somit überstanden. Diesen Erfolg sieht Oberbürgermeister Norbert Kastner als Beweis dafür, dass die Umsetzung des Projekts Goldbergsee sinnvoll war. Er verwies damit auf die vielen Diskussionen, die mit dem Projekt verbunden waren. So gebe es auch heute noch einige Grundstücksfragen zu klären.

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Während Oberbürgermeister Kastner und Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann sich durchweg zuversichtlich zeigten, verwies Hans Hemmerlein darauf, dass noch nicht alle Gefahr gebannt sei. So könne die Röden bei Neustadt noch nicht vollständig kontrolliert werden. Friedrich Schubart, Abteilungsleiter für Coburg beim Wasserwirtschaftsamt erläuterte vor Ort das gesamte Hochwasserschutzkonzept, in dem der Goldbergsee nur eine Maßnahme darstellt.

Beim Ausbau des Goldbergsees wurde darauf geachtet, das Hochwasserrückhaltebecken in die Natur und Landschaft einzubinden. Ein Teil des Sees, das Biotop, soll als Naturschutzgebiet dienen. Auch wenn die Fuß- und Radwege entlang der Nordostbucht und des Grundsees zum Erholen einladen, so betonten alle Beteiligten nochmals, dass der Goldbergsee zu allererst als Hochwasserschutz eingerichtet wurde. Eine Nutzung als Naherholungsgebiet oder Badesee sei ursprünglich nicht geplant gewesen.

 

Bei sehr starkem Hochwasser kann der See auf bis zu 145 Hektar angestaut werden, das entsprich einer Fläche von über 200 Fußballfeldern. Die ständige Wasserfläche im Sommer beträgt 71,5 Hektar und im Winter 31 Hektar. Der Ausbau des Goldbergsees kostete insgesamt 29 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden rund zehn Millionen Euro investiert. Die Hälfte der Kosten trägt die Europäische Union, der Freistaat Bayern übernimmt einen Großteil der übrigen Kosten.

Coburg als eine Art Nadelöhr war in der Vergangenheit immer wieder von starken Überflutungen betroffen. Bereits seit mehr als 20 Jahren wurde daher über geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen diskutiert. Seit 1986 ist an der oberen Itz das Rückhaltebecken Froschgrundsee bei Schönstädt in Betrieb. Das Hochwasserrückhaltebecken Rottenbach nördlich des Coburger Stadtgebiets wurde 2004 fertiggestellt. Eine Lauterüberleitung befindet sich seit 2009 im Bau. An der Grenze zu Thüringen bei Neustadt sind weitere Hochwasserrückhaltebecken geplant.

Hochwasser in Coburg


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