Einblicke in die Museumsarbeit & Puppenthemen

Toxi

"Toxi" - Die Puppe zum Film von 3-M-Puppen, Mönchröden

Puppe „Toxi“

 

3-M-Puppenfabrik, 1952, Originalzustand mit Papiermarke

Körper, Augen und Haare aus Kunststoff (Plastik)

Ankauf des Freundeskreises Coburger Puppenmuseum e.V. 2021

 

 

 

 

Inhalt der Papiermarke:

 

„Nachbildung des bekannten Filmkindes „Toxi“.

Alleinige Herstellungsrechte: Drei-M-Puppenfabrik

„Toxi“-Puppe hergestellt aus Plastikmaterial, unzerbrechlich, abwaschbar, Mamastimme, kämmbare Haare, Schlafaugen, Kleidchen an- und ausziehbar.“

 

   

 

Prospekt zum „Jugendpreisausschreiben“ zum zweiten Film "Der dunkle Stern" (1955) mit 175 wertvollen Preisen

  1. Preis: Express-Jugendfahrrad (für Knaben und Mädchen)
  2. Preis: 1 Wittkp´s Original-Wipproller, luftbereift
  3. Preis: 1-Luxuslaufroller, luftbereift

Weitere Preise: Schuco-Figuren, Rollschuhe, Federballspiel, Autos, Boote, Hubschrauber, 50 Toxi-Puppen und Wasserbälle

Zur Teilnahme gefordert war ein Aufsatz zum Thema „Mein schönstes Zirkuserlebnis“ eingereicht auf einer „Schreibheftseite, der nicht länger als 30 Zeilen sein darf und sauber geschrieben sein muß.“ Einsendeschluss: 15. Juli 1955

Puppe und Preisausschreiben beruhen auf dem Start des Filmes „Der dunkle Stern“ aus dem Constantin Filmverleih. Es handelt sich dabei um den zweiten „Toxi“-Film.

    

 

Die Constantin-Filme „Toxi“ (1952) und „Der dunkle Stern“ (1955)

Der Film handelt von dem kleinen Mädchen „Toxi“, Tochter einer deutschen Mutter und eines amerikanischen GI, und greift damit ein damals aktuelles soziales Thema auf. Der Vater musste zurück nach Amerika, die Mutter verstarb und so setzt die verzweifelte Großmutter das kleine Mädchen eines Abends vor die Tür ihres reichen, ehemaligen Dienstherren. Dieser nimmt Toxi zunächst bei sich auf, beugt sich aber den teilweise sehr rassistischen Vorurteilen der anderen Familienmitglieder und bringt Toxi schweren Herzens in ein Kinderheim. Vom schlechten Gewissen geplagt, holt er sie nach einige Tagen wieder ab, macht ihren Vater in Amerika ausfindig und sorgt am Weihnachtsabend für eine Überraschung und ein Happy End. Unter dem Suchwort "Toxi" können Sie den Film von 1952 in mehreren Teilen auf der Plattform Youtube finden und ansehen.

Gespielt wurde „Toxi“ von Elfi Fiegert, selbst ein sog. „Brown Baby“. Sie war die erste farbige deutsche Schauspielerin, die eine Hauptrolle beim deutschen Film bekam – und das bereits mit gerade einmal sechs Jahren. Seit ihrem ersten Film „Toxi“ 1952 wurde Elfie Fiegert auch weiterhin „Toxi“ genannt. Außerdem war sie das Vorbild für das Gesicht der Sinalco-Werbung aus dem Jahr 1951.

Das wirkliche Leben der Schauspielerin weist Paralleln auf, verlief aber nicht ganz so glücklich: Elfi Fiegert wuchs in einem Kinderheim auf, in das sie ihre Mutter, eine Ärztin, gegeben hatte, nachdem der Vater nach Korea „überraschend versetzt“ wurde - eine übliche Praxis, sobald Kinder unterwegs waren. Das aus Schlesien stammende Ehepaar Fiegert adoptierte sie.

Im zweiten Film „Der dunkle Stern“ von 1955 spielt Elfi Fiegert das Mädchen „Moni“, das als Pflegekind in einem abgeschiedenen Dorf in den bayerischen Alpen lebt. Auf Grund ihrer großen Liebe zu Tieren wird sie von ihrer Lehrerin in den Zirkus geschickt. Unter den verschiedenen Artisten fühlt sie sich sehr wohl, denn sie wird akzeptiert und bekommt sogar eine eigene Nummer, wohingegen sie vorher in der Schule oft gehänselt wurde. Trotzdem hat sie Heimweh nach den Bergen. Die Freundschaft zum blinden Jungen Manuel, einem Clown, hilft ihr jedoch, im Zirkus ihre neue Heimat zu finden.

 

Wir danken herzlich dem Freundeskreis Coburger Puppenmuseum e.V. für den Ankauf von "Toxi" und ihrer Geschichte!

 

Museumsleiterin Christine Spiller (links) und 1. Vorsitzende Ragida Deeb bei der Übergabe der Puppe "Toxi"

 


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