Einblicke in die Museumsarbeit & Puppenthemen

Besondere Miniaturen II

Besondere Miniaturen II - Blumen und Gärten

 

 

 

Blumenladen, um 1910

Im Blumenladen bietet das Inhaberehepaar ein breites Sortiment an Schnittblumen, Topfpflanzen und dekorativen Blumearrangements in Körbchen oder Schalen an. Die Blüten und Pflanzen sind aus Stoff, Papier und Wachspapier gefertigt. Die Ladeneinrichtung im Jugendstil ist für einen Blumenladen besonders passend, spielten doch florale Ornamente zu dieser Zeit eine besonders große Rolle. Ein Kakadu wacht hoch oben über allem - vielleicht begrüßt er die Kundschaft mit einem freundlichen "Guten Tag"? 

 

Gartenpavillon, 1913

Der Pavillon mit eingezäuntem Garten stammt aus dem Jahr 1913 und wurde von Paul Hunger in Eppendorf/ Erzgebirge hergestellt. Das Türchen hängt nach fast 120 Jahren etwas schief in den Angeln und manche Latte ist aus dem Leim gegangen und lehnt nur noch am Zaun. Sonst ist das Gärtchen noch in einem guten Zustand. Während die Bäume ihre Blätter verloren haben, sind an den Rosenstämmchen noch einige Papierblüten vorhanden, auch wenn sie an Farbigkeit eingebüst haben. Ihre Blumenkübel sind mit Ranken und Schleifchen hübsch verziert.

Der Pavillon selbst ist mit weißen Kletterrosen berankt und schützt so die Darinsitzenden vor neugierigen Blicken. Ein Tisch, eine Bank und zwei Stühle bieten Platz für einen Plausch oder ein romantisches Stelldichein, bei dem es ein paar Früchte oder Naschereien aus der gläsernen Schale gibt. Die Schaukel mit bequemer Lehne war nicht nur für die Kinder gedacht, auch Erwachsene konnten hier die Seele baumeln lassen. 

Gartenpavillons solcher Art findet man im Sortiment der Puppenstubenhersteller um die Jahrhundertwende häufiger. Sie greifen den Luxus des reichen Bürgertums auf, die sich neben der Stadtwohnung noch eine Villa mit Garten am Stadtrand oder auf dem Land leisten konnten. 

 

Dachgarten, 1946

Der selbstgebaute Dachgarten stand ursprünglich auf einer Puppenstube, die jedoch nicht mehr erhalten ist. Er enthält Elemente, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren besonders wichtig waren, um die Familie selbst mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen: Ein überdachtes Frühbeet schützt vor Frost und Ungeziefer. In den Gemüsebeeten daneben sind verschiedene Kohlsorten, Salat, Rüben, Rettich, Radieschen und Erdbeeren für den süßen Genuss gepflanzt. Auf der oberen Ebene des terrassenförmig angelegten Gartens befinden sich Zwetschgen- und Apfelbäume. Dazwischen erfreuen viele verschiedene Blumen das Herz aller Garten- und Miniaturliebhaber*innen. Alle Pflanzen wurden aus Stoff, Papier oder Wachspapier und Draht in zahlreichen Arbeitsstunden mit Liebe von Hand hergestellt. Die Püppchen können den Garten vom Freissitz aus überblicken und genießen.

 


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