Einblicke in die Museumsarbeit & Puppenthemen

Schneebabies

Let it snow! - Schneebabies beim Toben in der weißen Pracht

Der Forscher und Nordpol-Entdecker Robert E. Peary und seine Frau Josephine befanden sich auf einer längeren Grönland-Expedition. Mitten in Eis und Schnee kam dort im Jahr 1893 ihre Tochter Marie Ahnighito Peary zur Welt. Die mit den Pearys befreundeten Eskimos gaben ihr den Namen "Ahnighito"- "Schneebaby". Die Kleine war das erste weiße Kind, das so weit nördlich geboren wurde und das einen Eskimo-Namen trug. Über die ersten Kinderjahre und das Leben in einem Iglu schrieb ihre Mutter ein Kinderbuch mit zahlreichen Abbildungen der Kleinen. "The Snow Baby" wurde in Nordamerika eines der beliebtesten Kinderbücher seiner Zeit.

Das blieb der Spielzeugindustrie nicht verborgen und so stellten die Porzellanfabriken im Thüringer Wald zwischen 1900 und 1914 zahlreiche Varianten der Schneebabies her. Das angeraute Biskuitporzellan sieht aus, als steckten die kleinen Figuren in einem Plüschanzug oder wären über und über mit Schneeflöckchen bedeckt. So purzeln sie wie kleine Kinder durch den Schnee, fahren Schlitten oder sogar Ski, werfen Schneebälle und haben Spaß an der weißen Pracht.

Wie alle Nippes-Figuren sind sie meist nicht gemarkt, können aber folgenden Firmen zugeordnet werden: A. W. Friedrich Kister, Scheibe-Alsbach; Hertwig & Co, Katzhütte; Heubach, Lichte: Galluba & Hoffmann, Ilmenau.

Ihren Höhepunkt erreichte die Beliebtheit der Schneebabies, als Peary fast gleichzeitig mit dem Forscher Frederick Cook 1909 den Nordpol erreichte. Daraufhin setzte eine große Nachfrage an Nordpol-Puppen, -Plüschtieren und -Spielen ein.


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