Einblicke in die Museumsarbeit & Puppenthemen

Aktion Internationaler Museumstag 2020

Mein Lieblingsraum - unsere Mitarbeiterinnen laden zum virtuellen Rundgang ein

Insgesamt acht Mitarbeiterinnen sorgen für den Betrieb des Puppenmuseums und des Ausstellungsraumes "Rückert 3": Zwei Museumsleiterinnen und sechs Kassendamen. Sie alle sind dem Museum sehr verbunden und jede hat einen oder sogar mehrere Lieblingsräume. Ihren Favouriten stellen sie hier im 360°-Panorama vor.

Das Kaminzimmer

ist der Lieblingsraum von Adelheid Sollmann, unsere dienstältesten Mitarbeiterin. Seit über 20 Jahren begrüßt sie Besucherinnen und Besucher an der Museumskasse. Das Kaminzimmer liegt gleich gegenüber und wird von den Gästen meist als erstes betreten. Hier stehen besonders wertvolle Objekte, wie die Modepuppe "Lilly" von 1860 und "der Reigen". Dieses Puppen-Ensemble wurde nach dem gleichnamigen Gemälde von Hans Thoma (1884) von der Museumsgründerin Carin Lossnitzer in mühevoller Kleinarbeit arrangiert: Sie sammelte Porzellanpuppen in der passenden Größe und suchte nach ähnlichen Stoffen, um die Puppen authentisch zu bekleiden. Frau Sollmann verfolgte den über Jahre dauernden Entstehungsprozess dieser besonderen Puppenszene mit, weshalb sie ihr besonders ans Herz gewachsen ist.

 

 

Der Raum "Kindererziehung und Rollenbild"

Erst seit 1. März 2020 ist Birgit Lang in der Museumsleitung für die Bereiche Museumspädagogik und Samlung zuständig. Bei ihren ersten Rundgängen durch das Museum gefiel ihr spontan "der Raum mit den Hüten und der Pinnwand" am besten, weil "die Besucher/innen hier selbst mitmachen können und angeregt werden, über ihre eigene Kindheit nachzudenken."

 

 

Der Raum "bürgerliches Wohnen"

Inge Ott verbringt zwar die meiste Zeit an der Museumskasse und mit der Betreuung des Museumsshops, aber bei ihren Schließrunden durch das Museum hält sie sich am liebsten hier auf. Ihr gefallen besonders die Möbel aus dem bürgerlichen Milieu, die hier in Originalgröße und im Miniaturformat in den Puppenstuben ausgestellt sind: "Ich fühle mich hier sehr an früher erinnert. Das sind die Möbel, die ich aus meiner Kindheit kenne."

 

 

Das Ankleidezimmer

Museumsleiterin Christine Spiller fällt es schwer, sich für einen der insgesamt 27 Museumsräume zu entscheiden. Schließlich hat sie deren Inhalt und Aussehen mitgeplant und jedes Objekt schon selbst mehrfach in der Hand gehalten. Trotzdem gibt es einige Räume, die sie bei Führungen niemals auslässt. Dazu zählt das Ankleidezimmer: "Der kleine Raum fällt bewusst aus der sonstigen Gestaltung heraus. Mit den altrosa Samtvorhängen, dem Paravant und den Kleidungsstücken zum Anprobieren wirkt es hier, als ob man tatsächlich in einem Ankleidezimmer des 19. Jahrhunderts steht. Besonders gerne lasse ich die Besucher/innen auch am Riechfläschchen schnuppern."

 

 

Der Raum "Alte Kinderspiele"

Barbara Hadzic ist neben ihrer Tätigkeit an der Museumskasse und im Museumsshop auch für die Schaufensterdekorationen zuständig. Außerdem führt sie Besuchergruppen durch das Museum. Deshalb fiel es ihr ebenfalls schwer, sich für einen Lieblingsraum zu entscheiden, denn sie hat zu jedem Thema eine eigene kleine Story zu erzählen: "Der Raum 'alte Kinderspiele' erweckt durch die Fototapete den Eindruck, mittendrin zu sein. Das gefällt mir besonders gut. Der Matrosenanzug und seine Geschichte sind für mich persönlich eine  Erinnerung an mein Leben in Kiel mit dem "Kieler Kragen", der Marine, dem Ostseebad Laboe, dem Labskaus, der Schiffstaufe und der Werft. Gleichzeitig weckt der Raum auch Assoziationen zu den Zeiten von 'Effie Briest', 'Tod in Venedig' und all den anderen Bildungsromanen jener Zeit."

 

 

"Rückert 3 - Kunst, Kultur, Geschichte"

Kassendame Bettina Malten lädt Sie ein zu einem Abstecher in den neuen Ausstellungsraum "Rückert 3 - Kunst, Kultur, Geschichte" im Erdgeschoss des Museums: "Mir gefällt hier das Ambiente besonders gut. Dazu trägt vor allem die historische Jugendstil-Tür aus dem 1977 abgerissenen Ernst-Alexandrinen-Bad bei. Sie verbindet moderne, zweckmäßige Raumgestaltung mit der Vergangenheit. Zur aktuellen Ausstellung von Robert Reiter habe ich außerdem eine besondere Beziehung, da ich am Gymnasium Kunstunterricht bei Herrn Reiter hatte."

 

 

Die Charakterpuppen

"Lieblingsräume gibt es natürlich viele für mich", sagt Christa Leckert, die ebenfalls schon seit dreizehn Jahren an der Kasse und im Führungsdienst tätig ist. Trotzdem verrät sie, dass ihr die Charakterpuppen besonders gut gefallen, denn "sie sind für mich der Inbegriff einer 'Puppe' und jede ist eine individuelle  Persönlichkeit, die zum Kennenlernen, Bewundern und Gernhaben auffordert. Die lebensechte Darstellung mit den portraitartigen Gesichtszügen und die Vielfalt der Spitzenprodukte verschiedener renommierter Firmen begeistern mich immer wieder. Außerdem haben einige Puppen eine ganz eigene interessante, oft auch amüsante Geschichte."

 

 

Die Puppen von Christa Mann

"Es ist nicht einfach zu sagen, welcher Raum mein Lieblingsraum ist, denn ich finde es gibt im ganzen Museum sehr viele schöne Plätze.", meint auch Alexandra Klebeg, "Wenn ich mich entscheiden muss, würde ich sagen, mir gefallen die Filzpuppen von Christa Mann am besten." Diese sind erst im Sommer letzten Jahres als Dauerleihgabe ins Museum gekommen und gehören zum Nachlass der Puppenkünstlerin Christa Mann. Sie wuchs im thüringischen Sonneberg auf und lebte von 1988 bis zu ihrem Tod im Dezember 2019 in Coburg, wo sie sich erfolgreich in der Puppen-Kunst-Szene etablierte. Drei Vitrinen am Ende des Museumsrundgangs geben Einblicke in ihren Nachlass und werden von Zeit zu Zeit mit neuen Puppen bestückt.

 

 


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