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Immissionsschutzverfahren

Übersicht

Immissionsschutzverfahren

Genehmigung von Anlagen, Umweltschutz


Was sind Immissionen?

Immissionen sind die schädlichen Einwirkungen von unterschiedlichen Störfaktoren auf die belebte und/oder unbelebte Umwelt.

Solche Störfaktoren können z.B. sein:

  • Luftverunreinigungen (durch Ruß, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe,Geruchsstoffe etc.)
  • Wärme
  • Lärm
  • Erschütterungen
  • Licht
  • Strahlung

Der Auslöser von Umweltbelastungen, also die Abgabe von Schadstoffen durch verschiedene Quellen, wird als Emission bezeichnet.

          Emission = Ursache                           Immission = Wirkung


Die belebte und/oder unbelebte Umwelt umfasst:

  • Menschen
  • Tiere
  • Pflanzen
  • Wasser
  • Boden
  • Atmosphäre
  • Gebäude
  • Kultur- und sonstige Sachgüter

Die Umwelteinwirkungen werden dann als schädlich eingestuft, wenn sie nach Art, Ausmaß und Dauer geeignet sind, Gefahren, Nachteile oder erhebliche Beeinträchtigungen herbeizuführen.
Generell gilt: je weiter die Emissionsquelle vom untersuchten Umweltelement entfernt ist, desto geringer ist die Umwelteinwirkung, also die Immission.


Wozu Immissionsschutz?

Ziel des Immissionsschutzes ist es, schädliche Einflüsse auf Mensch und Umwelt zu verhindern bzw. so gering wie möglich zu halten und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen, um Gesundheitsgefährdungen und erhebliche Belästigungen zu vermeiden.

Dies soll u.a. durch gesetzlich festgelegte Immissionswerte, die sich auf bestimmte Schadstoffe in der Luft beziehen, erreicht werden.

 

Was ist ein Immissionsschutzverfahren?

Durch eine betriebliche Anlage dürfen keine Gefahren, massive Nachteile oder erhebliche Belästigungen hervorgerufen werden.

Betriebliche Anlagen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit oder ihres Betriebes ein besonders hohes Gefährdungs-potenzial für Mensch und Umwelt aufweisen, unterliegen der Genehmigungspflicht nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Zum einen betrifft das deren Neu-Errichtung und deren Betrieb, zum anderen bedürfen auch Änderungen derartiger Anlagen einer vorherigen Genehmigung.

Da komplizierte technische Anlagen rein anhand der gesetzlichen Normen i.d.R. nicht abschließend beurteilt werden können, zumal oft auch der spezifische Standort (z.B. Gewerbegebiet oder Wohngebiet) ausschlaggebend für den erforderlichen Immissionsschutz ist, muss in einem einzelfallbezogenen Genehmigungsverfahren die Zulässigkeit des Vorhabens geprüft werden.

Im Immissionsschutzverfahren wird nicht nur der technische Stand der Anlage geprüft, sondern auch, ob alle anderen öffentlich-rechtlichen Belange gewahrt werden, d.h. alle Vorschriften bzgl.

  • Reinhaltung der Luft,
  • Lärmschutz,
  • Abfallvermeidung und -verwertung,
  • Naturschutz,
  • Gewässerschutz,
  • Arbeitsschutz und
  • Anlagensicherheit

eingehalten werden.

Durch das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren sollen besonders folgende Aspekte Berücksichtigung finden:

  • Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Wasser, Boden, Atmosphäre, Gebäuden sowie sonstigen Kultur- und Sachgütern vor schädlichen Umwelteinwirkungen, Gefahren, erheblichen Belästigungen und Nachteilen
  • Vorbeugen gegen das Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen
  • effizienter und sparsamer Energieeinsatz beim Betreiben der Anlage
  • Vermeidung von Abfall bei Betrieb der Anlage bzw. optimale Verwertung nicht vermeidbarer Abfälle
  • Gewährleistung eines hohen Schutzniveaus auch nach der Stillegung einer Anlage

 

Für welche betrieblichen Anlagen gilt die Genehmigungspflicht?

Betriebliche Anlagen im Sinne des BImSchG sind:

  • Betriebsstätten und sonstige ortsfeste Einrichtungen
  • Maschinen, Geräte und sonstige ortveränderliche technische Einrichtungen sowie Fahrzeuge
  • Grundstücke, auf denen Stoffe gelagert oder abgelagert oder Arbeiten durchgeführt werden, die Emissionen verursachen können

Eine Genehmigung benötigen die Betreiber (eine natürliche oder juristische Person) vor der Errichtung/Änderung von Anlagen, die erhebliche Umwelteinwirkungen, z.B. Luftverunreinigung oder Lärm verursachen können. So sind fast alle Industrie- und größeren Gewerbebetriebe davon betroffen, z.B.

  • Abfallentsorgungsanlagen 
  • Autoverwertungsbetriebe
  • Galvanikbetriebe
  • Betonwerke
  • Schlachthäuser
  • Brauereien 
  • Anlagen der Tierhaltung

Die genehmigungspflichtigen Anlagen werden abschließend im Anhang der 4. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (4. BImSchV) aufgeführt. Die dort genannten betrieblichen Anlagen sind in jedem Falle genehmigungspflichtig, sofern sie länger als 12 Monate an demselben Ort betrieben werden sollen. Eine Ausnahme von dieser 12-Monats-Regel stellen Abfallentsorgungsanlagen dar, die unabhängig von ihrer Betriebsdauer einer Genehmigung bedürfen.

 

Welche Arten der Verfahren gibt es?

Man unterscheidet das förmliche Verfahren nach § 10 BImSchG und das vereinfachte Verfahren nach § 19 BImSchG.

Bei beiden Verfahren werden zwar andere betroffene Behörden beteiligt, doch nur förmliche Genehmigungsverfahren sind mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen, während bei vereinfachten Genehmigungsverfahren die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht vorgesehen ist.

Bei förmlichen Verfahren bedeutet dies zusätzlich

  • öffentliche Bekanntmachung des Vorhabens
  • öffentliche Auslegung des Antrages samt Unterlagen
  • ggf. öffentlicher Erörterungstermin
  • ggf. Umweltverträglichkeitsprüfung

Welche Anlagen in einem förmlichen oder vereinfachtem Verfahren genehmigt werden, geht aus dem Anhang der 4. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (4. BImSchV) hervor.


Spalte I weist die genehmigungspflichtigen Anlagen aus, die eines förmlichen Verfahrens bedürfen, und in Spalte II sind die genehmigungspflichtigen Anlagen aufgeführt, deren Genehmigung in einem vereinfachten Verfahren beantragt werden kann. Bitte beachten Sie hierbei auch die angegebenen Kapazitäts- und Mengenwerte, die über die Zuordnung zum förmlichen oder zum vereinfachten Immissionsschutzverfahren entscheiden.

 

Wo ist die Genehmigung zu beantragen?

Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung genehmigungspflichtiger Anlagen ist bei den Kreisverwaltungsbehörden zu beantragen.
 

Für

  • Anlagen der öffentlichen Stromversorgung
  • öffentliche Abfallbeseitigungsanlagen
  • Tierkörperbeseitigungsanstalten


sind jedoch die Landesregierungen zuständig.

 

Vor der Antragstellung: das Vorgespräch

Bevor Sie einen Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung stellen, sollten Sie frühestmöglich einen Termin zum Vorgespräch mit der Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz vereinbaren.


Dazu sollten Sie aussagekräftige Projektunterlagen, wie

  • Beschreibung der Anlage
  • wichtige Betriebsdaten
  • Umfang der Maßnahme
  • Abschätzung der Umweltauswirkungen (Emissionen, Schadstoffe, Lärmauswirkung sowie geplante Sicherheitsvorkehrungen)
  • Standortspezifika
  • Ansprechpartner


spätestens 14 Tage vor Gesprächstermin der Behörde zur Verfügung stellen.

Im Vorgespräch können Sie mit der Genehmigungsbehörde klären,

  • welches Verfahren anzuwenden, und
  • ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist, sowie
  • welche weitere Behörden zu beteiligen,
  • welche weiteren Genehmigungen / Erlaubnisse mit einzuschließen,
  • welche Formulare auszufüllen,
  • welche Unterlagen vorzulegen und
  • wie viele Antragsausfertigungen einzureichen sind.


Antragstellung bei Neuvorhaben und bei Änderung einer bestehenden Anlage


1. Neues Vorhaben: Errichtung einer genehmigungspflichtigen Anlage

Bei einem neuen Vorhaben können Sie den Antrag auf Genehmigung mittels einem Formular, das Sie beim Vorgespräch ausgehändigt bekommen oder zuvor bei der Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz anfordern können, stellen. Die Verwendung dieses Formulars ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, doch sie fördert eine zügige Bearbeitung Ihres Anliegens.

Bitte achten Sie darauf, dass der Antrag vollständig ausgefüllt und unterzeichnet ist, da Sie auf diese Weise zu einer Verkürzung der Verfahrensdauer beitragen können.


2. Änderung einer bereits genehmigten Anlage

Wenn trotz einer geplanten Änderung einer Anlage deren Immissionsverhalten konstant bleibt (z.B. bei einer Änderung an der Fassade einer Anlage oder bei Instandsetzungsmaßnahmen), muss diese Änderung nicht angezeigt oder immissionsschutzrechtlich genehmigt werden. Gleiches gilt z.B. für eine Produktionserhöhung innerhalb bereits genehmigter Kapazitäten.

Bestehen allerdings Zweifel, ob sich das Immissionsniveau verändern wird, sollten Sie zunächst Ihr Vorhaben in jedem Fall mit der Genehmigungsbehörde besprechen.

Eine Anzeige bei der Genehmigungsbehörde ist – sofern die Genehmigungspflicht nicht greift – erforderlich, wenn die geplante Veränderung geringfügige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt entfaltet. Hierbei spielt es keine Rolle, ob sich die Immissionen in negative oder positive Richtung entwickeln werden.

Die Anzeige muss spätestens einen Monat vor geplanter Änderung einer Anlage bei der Genehmigungsbehörde schriftlich eingereicht werden. Auch hier können Sie ein Formular verwenden, das Ihnen die Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz gerne zur Verfügung stellt.

Innerhalb eines Monats teilt Ihnen die Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz mit, ob für die geplante Änderung Ihrer Anlage - je nach Höhe der erwarteten Zusatzemission - ein Genehmigungsverfahren erforderlich ist. Ist dies nicht der Fall, dürfen Sie die Änderung der Anlage vornehmen.


Eine fachliche Prüfung findet im Anzeigeverfahren nicht statt. Bitte beachten Sie jedoch, dass für die immissionsschutzrechtlich nur anzeigepflichtige Änderung einer Anlage eventuell andere Genehmigungen eingeholt werden müssen, z.B. eine Baugenehmigung.

Bedingt die geplante Änderung einer Anlage eine wesentliche negative Entwicklung der Immissionen, so ist sie in jedem Fall genehmigungspflichtig, d.h. es muss ein (Änderungs-) Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.

Da im Einzelfall nicht immer eindeutig zu bestimmen ist, ob ein Anzeigeverfahren ausreicht oder ein Genehmigungsverfahren zu durchlaufen ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit der Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz Kontakt aufzunehmen und sich diesbezüglich beraten zu lassen.

Die Anzahl der einzureichenden Antragsausfertigungen für ein Genehmigungsverfahren richtet sich nach der Art des Verfahrens und der Zahl der zu beteiligenden Fachbehörden und Institutionen; es müssen allerdings mindestens drei Exemplare sein. Auch die Ausfertigungsanzahl kann im Vorgespräch vor der Antragstellung geklärt werden.



Ablauf

Nachdem Sie in einem Vorgespräch von der Genehmigungsbehörde hinsichtlich Ihres Vorhabens beraten wurden und den Antrag mit den zugehörigen Unterlagen – eventuell mit Unterstützung fachkundiger Ingenieure – eingereicht haben, bestätigt Ihnen die Behörde schriftlich den Eingang und prüft Ihren Antrag auf Vollständigkeit.

Bei förmlichen Verfahren erfolgt nun die öffentliche Bekanntmachung Ihres Vorhabens durch die Publikation im Coburger Amtsblatt sowie in den lokalen Tageszeitungen. Gleichzeitig wird darüber informiert, wo und wann die Unterlagen einzusehen sind, innerhalb welcher Frist Einwendungen vorgebracht werden können und wann ein eventueller - für den Fall, dass Einwendungen erhoben werden - Erörterungstermin stattfinden wird.
Die Unterlagen werden daraufhin zur öffentlichen Einsichtnahme für die Dauer von vier Wochen ausgelegt. Bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegefrist können Einwendungen gegen das Vorhaben vorgebracht werden.
Diese Einwendungen werden dann in einer öffentlichen Erörterung mit dem Antragsteller und den Einwendern besprochen. Eine Entscheidung über die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens wird im Erörterungstermin allerdings nicht getroffen.

Auch wenn eigentlich nur ein vereinfachtes Verfahren erforderlich ist, kann der Antragsteller dennoch ein förmliches Genehmigungsverfahren beantragen. Der Vorteil eines Verfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung liegt zum einen im Ausschluss privatrechtlicher Rechtsbehelfe, zum anderen kann durch die Information der Öffentlichkeit ein Vertrauensgewinn hinsichtlich des eigenen Unternehmens erzielt werden.

Sowohl bei förmlichen als auch bei vereinfachten Verfahren werden betroffene Fachbehörden und sonstige Träger öffentlicher Belange beteiligt, so z.B.

  • Stadtbauamt
  • Ordnungsamt
  • Grünflächenamt
  • Gesundheitsamt
  • Gewerbeaufsichtsamt
  • Wasserwirtschaftsamt
  • Straßenbauamt
  • Luftamt

Der Antrag wird den beteiligten Fachbehörden zugesandt, woraufhin sie binnen Monatsfrist eine Stellungnahme hinsichtlich des Genehmigungsantrages abzugeben haben.

Vor Ablauf der Verfahrensfrist trifft die Stabsstelle Umwelt unter Berücksichtigung der einzelnen Stellungnahmen eine Entscheidung. Der Antragsteller hat bei Vorliegen der Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung. D.h. wenn sichergestellt ist, dass die Pflichten aus dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erfüllt und auch keine anderen öffentlich–rechtlichen Vorschriften verletzt werden, ist die Genehmigung zu erteilen. Diese kann jedoch an eine Reihe von Nebenbestimmungen, d.h. Auflagen gekoppelt sein.

Durch eine intensive Vorbereitung des Vorhabens (z.B. mithilfe Beratung durch einen Verband und ggf. unter Zuziehung eines Planungsbüros), die frühzeitige Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Umwelt und entsprechendes Reagieren auf eventuelle Bedenken aller beteiligten Behörden, kann die immissionsschutzrechtliche Ablehnung des Vorhabens ausgeschlossen werden.

Der immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbescheid ergeht schriftlich und wird auch schriftlich begründet.

Mit der Errichtung oder Änderung einer Anlage darf erst begonnen werden, wenn der Bescheid vorliegt.

Benötigte Unterlagen

Welche Unterlagen Sie Ihrem Antrag auf Genehmigung beifügen sollten, wird im Vorgespräch entsprechend Ihres Vorhabens festgelegt.

Solche Unterlagen können nach § 4 9. BImSchV z.B. sein:

  • Kartenmaterial zur Standortbestimmung
  • Übersichtsplan, Maßstab 1:25.000
  • Ausschnitt aus der Flurkarte
  • Lageplan, Maßstab 1:500
  • Bauvorlagen nach den allgemeinen Bauvorschriften (z.B. Bauzeichnung, Baubeschreibung, Darstellung der Grundstückentwässerung, ggf. bautechnische Prüfungsnachweise)
  • Beschreibung des Vorhabens, einschließlich Angaben zu Anlageteilen, Verfahrensschritten, Stoff- und Produktdaten
  • Angaben zu möglichen Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebes
  • Angaben zu Sicherheits- und Schutzmaßnahmen (z.B Emissionsminderungsmaßnahmen, vorgesehene Messungen, Arbeitsschutzmaßnahmen, Lärmschutzmaßnahmen)
  • Angaben zur Luftreinhaltung
  • Schematische Darstellung (Fließbild)
  • Maschinenaufstellungsplan
  • Immissionsprognose im Hinblick auf Luftverunreinigungen, Lärm, Gerüche, Keime
  • Angaben zu Abfällen und Abwässern
  • Angaben zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • bei einem öffentlichen Verfahren Kurzbeschreibung nach § 4 Abs. 3 der 9. BImSchV
  • Angaben zur Energieeffizienz
  • sonstige Unterlagen wie z.B. Sicherheitskonzepte
  • ggf. Ergebnis Umweltverträglichkeitsprüfung

Wenn Sie selbst nicht über die entsprechende Fachkompetenz verfügen, sollten Sie Ihren Antrag und die zugehörigen Unterlagen von einem verfahrenskundigen Ingenieur oder erfahrenen Planungsbüro erstellen lassen.

Bitte beachten Sie, dass die gesetzliche Regelfrist des Genehmigungsverfahren erst mit dem vollständigen Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen beginnt.

Im Anzeigeverfahren gibt es keine gesetzliche Regelung über Art und Umfang der Unterlagen. Aus ihnen muss allerdings hervorgehen, ob das Anzeigeverfahren ausreicht oder eine Genehmigung erforderlich ist.

Kosten

Die Gebühren ergeben sich aus dem Bayerischen Kostengesetz Nr. 8.II.0, Tarifstelle 1.

Ausschlaggebend für deren Höhe sind in erster Linie die zugrundeliegenden Investitionskosten. So bewegen sich die Gebühren eines immissionsschutzrechtlichen Verfahrens in einem Rahmen von 500 € bis 500.000 €.

Zusätzlich können Kosten aufgrund von Auslagen anfallen, so z.B. Aufwendungen für im Genehmigungsverfahren erforderliche Veröffentlichungen und/oder Gutachten.

I.d.R. wird Ihnen die Rechnung mit dem Bescheid zugesandt, woraufhin Sie den geforderten Betrag dann überweisen können. Doch ebenso gut ist die Zahlung in bar, per EC-Card oder auch im Lastschriftverfahren möglich.

Rechtliche Grundlagen

Bundes-Immissionsschutzgesetz

sowie die zugehörigen Verordnungen und Verwaltungsvorschriften, insbesondere:
4. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes: Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV)
9. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes: Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV)
Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)


Änderungen des BimSchG

Wird eine bereits in Betrieb genommene Anlage aufgrund einer Gesetzesänderung nachträglich genehmigungspflichtig, muss der Betreiber die Anlage nach § 67 BImSchG innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten der geänderten Verordnung der Stabsstelle Umwelt anzeigen.

Die erforderlichen Unterlagen müssen binnen zwei Monaten ab Zugang der Anzeige nachgereicht werden.

Was noch?

Umweltverträglichkeitsprüfung

Es handelt sich hierbei um ein systematisches Prüfinstrument innerhalb des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens, durch das alle unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen der geplanten Anlage auf Mensch und Umwelt definiert und analysiert sowie entsprechende Minderungsmaßnahmen erörtert werden.

Betroffen sind i.d.R. besonders große und umweltbelastende Anlagen.

Das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung wird schriftlich mitgeteilt und gehört automatisch zu den obligatorischen Antragsunterlagen, die auch den beteiligten Fachbehörden zur Stellungnahme vorgelegt werden.

In Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) können alle Vorhaben eingesehen werden, die einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in jedem Fall bedürfen, wie z.B. Abfallentsorgungsanlagen, und auch diejenigen, für die in einer Vorprüfung (Screening) das Erfordernis einer UVP einzelfallbezogen zu prüfen ist. In Anlage 2 werden die Kriterien genannt, anhand derer die Vorprüfung durchzuführen ist.

Ein Vorhaben kann jedoch nicht durch eine negativ ausgefallene UVP automatisch verhindert werden. Vielmehr ist dieses Ergebnis, genau wie die Stellungnahmen der beteiligten Fachbehörden, ein Baustein zur Entscheidungsfindung über die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens.

UVP-pflichtige Vorhaben können nur im Rahmen von förmlichen Verfahren genehmigt werden, müssen also öffentlich bekannt gemacht werden. Das Ergebnis der UVP ist ebenfalls zu veröffentlichen.

Stellt sich während einer Vorprüfung heraus, dass keine UVP durchgeführt werden muss, ist diese Entscheidung ebenfalls zu publizieren.

Da die UVP als Bestandteil des Genehmigungsverfahrens zusätzliche Unterlagen erfordert, ist es sinnvoll, am besten noch vor Antragsstellung einen sog. Scoping-Termin mit der Stabsstelle Umwelt zu vereinbaren, zu dem auch andere Fachbehörden, sonstige Träger öffentlicher Belange und Sachverständige hinzugezogen werden können.

Im Scoping werden Gegenstand, Umfang und Methodik der UVP festgelegt, und der Vorhabensträger über die zur UVP vorzulegenden Unterlagen unterrichtet. Der Vorteil des Scopings ist, dass bereits in einer frühen Phase der Planung die Behörden, Gutachter, Umweltverbände und betroffene Privatpersonen zum Vorhaben gehört werden können.

Der Scoping-Termin ist als Service-Leistung der Genehmigungsbehörde zu verstehen und ist für den Antragsteller kostenfrei. Dieser Gesprächstermin kann vom Vorhabensträger vor Antragstellung beantragt oder auch von der Stabsstelle Umwelt während des laufenden Verfahrens selbst angesetzt werden.


Das Immissionsschutzverfahren als integrierendes Verfahren

Das Immissionsschutzverfahren hat nach § 13 BImSchG Konzentrationswirkung, d.h. das Verfahren wird bei einer einzigen Behörde konzentriert, schließt aber zahlreiche sonstige behördliche Genehmigungen mit ein, z.B. hinsichtlich

  • Baugenehmigung
  • Arbeitsschutzrecht
  • Ausnahmegenehmigung nach dem Naturschutzrecht
  • Zustimmungen der Straßenbaubehörde

Entsprechende Anträge bei für diese Rechtsgebiete zuständige Behörden sind daher nicht erforderlich; die Stabsstelle Umwelt übernimmt die Beteiligung der Behörden, die ebenfalls ihre Anforderungen an das Verfahren stellen.

Ausnahmen hiervon, d.h. dass gesonderte Anträge gestellt werden müssen, betreffen u.a.

  • Planfeststellungsverfahren
  • Entscheidungen aufgrund atomrechtlicher Vorschriften
  • wasserrechtliche Erlaubnisse und Bewilligungen nach §§ 7 und 8 Wasserhaushaltsgesetz, z.B. Abwassereinleitung


Bitte beachten Sie, dass bei Änderung einer Anlage, die lediglich einer Anzeige bedarf, etwaige erforderliche andere Genehmigungen, die im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren enthalten sind, separat beantragt werden müssen, da die Änderungsanzeige keine weiteren Genehmigungen einschließt.


Teilgenehmigungen / vorzeitige Genehmigung

Zur schnelleren Verwirklichung des Vorhabens kann auf Antrag das Genehmigungsverfahren in mehrere Teilabschnitte aufgegliedert werden, z.B.

  • Genehmigung des Standortes,
  • Genehmigung für die Errichtung,
  • Genehmigung für den Betrieb,


so dass die jeweiligen Maßnahmen schrittweise begonnen und durchgeführt werden können.

Das Teilgenehmigungsverfahren setzt jedoch voraus, dass das Gesamtvorhaben insgesamt voraussichtlich genehmigungsfähig ist.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann in Ausnahmefällen auch der Beginn einzelner Maßnahmen bereits vor Erteilung der Genehmigung, also noch während des laufenden Verfahrens, gestattet werden. Lassen Sie sich hier bitte rechtzeitig von der Stabsstelle Umwelt beraten.

Vorzeitige Einstellung des Verfahrens

Das Genehmigungsverfahren kann vorzeitig abgebrochen oder eingestellt werden, wenn

  • der Antragsteller trotz mehrmaliger Aufforderung und angemessener Frist seiner Pflicht, die erforderlichen Unterlagen eizubringen, nicht nachkommt
  • die Widerrede eines Trägers öffentlicher Belange bzw. eines Betroffenen rechtskräftig wird


Möglichkeit des Widerspruchs

Da der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung hat, sofern das Vorhaben im Einklang mit den öffentlich-rechtlichen Vorschriften steht, und die Pflichten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erfüllt sind, steht ihm der Rechtsweg offen, und er kann bei Verweigerung der Genehmigung Widerspruch einlegen. Gleiches gilt bei Auferlegung unzumutbarer Nebenbedingungen.


Erlöschen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung

Nach Erteilung des Genehmigungsbescheides sollten Sie zeitnah mit der Errichtung der Anlage beginnen, da eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung nach 3 Jahren erlischt.


Genehmigungsfreie Anlagen

Alle Anlagen, die nicht in der Anlage der 4. BImSchV gelistet sind, oder deren Mengen- bzw. Kapazitätswerte unterhalb der in Spalte 2 angegebenen Mindestgrenzen liegen, sind nicht genehmigungsbedürftig.

Anlagen im Labor- oder Technikummaßstab, soweit sie der Forschung, Entwicklung oder Erprobung neuer Einsatzstoffe, Brennstoffe, Erzeugnisse oder Verfahren dienen bzw. zu Testzwecken einer später zu errichtenden Großanlage erbaut und inbetriebgenommen werden, erfordern kein Genehmigungsverfahren. Dieser Anlagentyp kommt jedoch selten vor.

Aber auch die nicht genehmigungspflichtigen Anlagen unterliegen den Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. So bedarf die Errichtung einer solchen Anlage dennoch einer baurechtlichen Genehmigung, die dann ggf. die immissionsschutzrechtlichen Auflagen enthält.


Überwachung genehmigungsbedürftiger Anlagen

Auch nach der Errichtung und Inbetriebnahme muss eine genehmigungspflichtige Anlage die Vorgaben des BImSchG erfüllen. Zusätzlich zur Pflicht des Anlagenbetreibers zur Eigenüberwachung unterliegen die genehmigungspflichtigen Anlagen daher einer regelmäßigen Kontrolle durch die Behörde, und zwar

Anlagen, die im vereinfachten Verfahren genehmigt wurden

alle 3 Jahre

Anlagen, die im förmlichen Verfahren genehmigt wurden

jährlich


In Coburg werden zur Zeit 12 Anlagen regelmäßig überwacht.

Darüber hinaus werden auch Kontrollen aus gegebenem Anlass, z.B. Beschwerden aus der Nachbarschaft, durchgeführt.

Nicht genehmigungspflichtige Anlagen werden nur aufgrund einer Beschwerde einer Kontrolle unterzogen. Aber auch sie müssen dem Stand der Technik entsprechen, da auf diese Weise der aktuell am besten realisierbare Schutz der Umwelt sichergestellt werden soll.



Zuwiderhandlungen

Genehmigungspflichtige Anlagen müssen stets dem Stand der Technik entsprechen. Wird bei einer Überprüfung festgestellt, dass dies nicht der Fall ist, kann der weitere Betrieb untersagt werden.

Dies ist ebenfalls eine mögliche Konsequenz, sollte sich der Anlagenbetreiber der behördlichen Anordnung widersetzen, die Emissionen und Immissionen seiner Anlage von einer bestimmten Stelle feststellen zu lassen.

Die Genehmigung kann widerrufen werden, wenn eine Nebenbedingung nicht erfüllt oder im Nachhinein bekannt wird, dass die Genehmigung aufgrund Vorspiegelung falscher Tatsachen erstritten wurde.

Die Errichtung oder Inbetriebnahme einer genehmigungspflichtigen Anlage ohne die erforderliche Genehmigung wird als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet; außerdem wird hier i.d.R. die Stillegung bzw. Beseitigung der Anlage angeordnet.

In Ausnahmefällen kann der Betrieb auch durch eine nachträgliche Genehmigung legalisiert werden.

Zeitpunkt/Fristen

1. Neugenehmigung

Nach Eingang Ihres Antrages auf Genehmigung einschließlich der erforderlichen Unterlagen teilt Ihnen die Stabsstelle Umwelt binnen eines Monats mit, ob Antrag und Unterlagen vollständig sind.

Ist dies nicht der Fall, erhalten Sie eine schriftliche Mitteilung über die noch fehlenden Unterlagen, die Sie im eigenen Interesse schnellstmöglich nachreichen sollten.

Erst wenn die Aktenstücke vollständig der Genehmigungsbehörde vorliegen, beginnt die gesetzliche Frist über die Dauer des Genehmigungsverfahrens.  

Vereinfachtes Verfahren

3 Monate

Förmliches Verfahren

7 Monate

Bitte berücksichtigen Sie die jeweilige Verfahrensdauer in Ihrer Projektplanung.


2. Änderungsgenehmigung

Sollten Sie die Änderung Ihrer Anlage nur angezeigt haben, die Genehmigungsbehörde anhand der Anzeige jedoch festgestellt haben, dass in diesem Fall eine Genehmigung erforderlich ist, erhalten Sie binnen Monatsfrist nach Eingang Ihrer Anzeige einschließlich der zugehörigen Unterlagen eine schriftliche Aufforderung, eine Änderungsgenehmigung zu beantragen.

Nach Beantragung eines Änderungs-Genehmigungsverfahrens beginnt die gesetzliche Frist für dessen Dauer erst, sobald der Antrag und die zugehörige Unterlagen vollständig der Genehmigungsbehörde vorliegen.

Vereinfachtes Verfahren

3 Monate

Förmliches Verfahren

6 Monate


Bitte berücksichtigen Sie die jeweilige Verfahrensdauer in Ihrer Projektplanung.

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