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Blaue Karte EU

Übersicht


Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Hochqualifizierten-Richtlinie der EU am 01.08.2012 (Richtlinie 2009/50/EG) wurde ein neuer Aufenthaltstitel, die "Blaue Karte EU" eingeführt, um insbesondere hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen den Aufenthalt in der EU ermöglichen.
Für die Blaue Karte EU gelten spezielle Erteilungsvoraussetzungen, die weitgehend in § 19a AufenthG geregelt wurden.
Danach wird einem Ausländer eine Blaue Karte EU zum Zweck einer seiner Qualifikation angemessenen Beschäftigung erteilt, wenn

  1. er
    a)   einen deutschen, einen anerkannten ausländischen oder einen einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss besitzt oder
    b)   eine durch eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung nachgewiesene vergleichbare Qualifikation besitzt,
     
  2. die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat oder gesetzlich bestimmt ist, dass die Blaue Karte EU ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden kann, und
     
  3. er ein bestimmtes Mindestgehalt erhält (für 2015: 48.400,- € bzw. 37.752,- € bei Mangelberufen wie z.B. Naturwissenschaftlern, Mathematikern, Ingenieuren, Ärzten und IT-Fachkräften).

Die Blaue Karte EU bietet wesentliche Vorteile gegenüber anderen Aufenthaltstiteln zum Zwecke der Erwerbstätigkeit:

  • Für die Erteilung sind keine deutschen Sprachkenntnisse erforderlich und es findet keine Vorrangprüfung durch die Arbeitsagentur statt.
     
  • Mit der Blauen Karte EU ist der Aufenthalt in allen EU-Mitgliedstaaten (außer UK, IRL und DK) bis zu drei Monaten und ohne Visum erlaubt. Der Aufenthalt in Ländern außerhalb der EU ist bis zu 12 Monaten erlaubt.
     
  • Nach 33-monatiger Beschäftigung ist eine Niederlassungserlaubnis unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere der Bezahlung von Rentenversicherungsbeiträgen) zu erteilen. Eine Fristverkürzung auf 21 Monate ist möglich, wenn Sprachkenntnisse mit dem Niveau B1 (GER) nachgewiesen werden.
     
  • Der Ehegatte hat einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis ohne Nachweis einer Qualifikation oder deutscher Sprachkenntnisse.
     
  • Nach 18-monatigem Besitz einer Blauen Karte EU eines anderen Mitgliedstaates (außer UK, IRL und DK) kann nach der visumfreien Einreise in das Bundesgebiet innerhalb eines Monats eine Blaue Karte für Deutschland beantragt werden.

 
Antragsteller

Da zu den Zielen der Hochqualifizierten-Richtlinie auch die Förderung der innereuropäischen Mobilität von Hochqualifizierten zählt, werden von § 19a AufenthG sowohl Drittstaatsangehörige angesprochen, die unmittelbar aus einem Drittstaat einreisen, als auch die Drittstaatsangehörigen, die sich bereits mit einer Blauen Karte EU in einem anderen EU-Mitgliedstaat aufhalten.

Grundvoraussetzung für die Erteilung der Blauen Karte EU ist, dass der Ausländer über ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie ein konkretes Arbeitsplatzangebot bzw. einen abgeschlossenen Arbeitsvertrag für ein Beschäftigungsverhältnis verfügt. Soweit es sich um einen nicht in Deutschland erworbenen Hochschulabschluss handelt, muss der Abschluss entweder anerkannt worden oder mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein.

Bei erstmaliger Erteilung wird die Blaue Karte EU auf höchstens vier Jahre befristet, wenn der Arbeitsvertrag eine entsprechende oder längere Laufzeit vorsieht. Beträgt die Dauer des Arbeitsvertrages weniger als vier Jahre, wird die Blaue Karte EU für die Dauer des Arbeitsvertrages zuzüglich dreier Monate ausgestellt. Solange noch keine Approbation vorliegt, wird die Blaue Karte EU bei Ärzten für die Dauer der Berufsausübungserlaubnis erteilt.


Familienangehörige

Ehegatten des Inhabers einer Blauen Karte EU haben einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis. Nach Einreise besteht in der Regel ein Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs.

Beim Kindernachzug besteht ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, wenn der allein personen-sorgeberechtigte Elternteil eine Blaue Karte EU besitzt oder die Eltern ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben und mindestens ein Elternteil eine Blaue Karte EU besitzt.
 


Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde stehen Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung. Bei Einreisen vom Ausland wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung.

 

Flyer "Blaue Karte EU" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge - Deutsch (PDF, 820 KB) >>

Flyer "EU Blue Card" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge - Englisch (PDF, X KB) >>



Benötigte Unterlagen

  • Gültiger Reisepass
  • Nachweis über den Hochschulabschluss (Diplom o.ä.)
  • Arbeitsvertrag bzw. konkretes Arbeitsplatzangebot
  • Berufsausübungserlaubnis oder Approbation bei Ärzten
  • aktuelle Einkommensnachweise


Zusätzlich für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis:

  • Nachweis über „ausreichende Sprachkenntnisse“ (ausreichende deutsche Sprachkenntnisse entsprechen dem Niveau B 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen)
  • Nachweis über mindestens 33/21 Monate einer Beschäftigung mit Blauer Karte (Zeiten einer Beschäftigung nach § 18 Abs. 4 AufenthG sind unter bestimmten Voraussetzungen anrechenbar.)
  • Zahlung von Pflicht- oder freiwilligen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Aufwendungen für einen Anspruch auf vergleichbare Leistungen einer Versicherungs- oder Versorgungseinrichtung oder eines Versicherungsunternehmens für diesen Zeitraum
  • Wohnraumnachweis

Kosten

1. für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Blauen Karte EU
a) 100 Euro - mit einer Geltungsdauer von bis zu einem Jahr,
b) 110 Euro - mit einer Geltungsdauer von mehr als einem Jahr

2. für die Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Blauen Karte EU
a) 65 Euro - für einen weiteren Aufenthalt von bis zu drei Monaten,
b) 80 Euro - für einen weiteren Aufenthalt von mehr als drei Monaten

3. 90 Euro - für die durch einen Wechsel des Aufenthaltszwecks veranlasste Änderung der Aufenthaltserlaubnis einschließlich deren Verlängerung

4. 135 Euro - für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen nach dem Aufenthaltsgesetz (AufenthG) und der Beschäftigungsverordnung (BeschV):

  • § 4 Abs. 1 AufenthG
  • § 19 a AufenthG
  • § 40 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG
  • § 51 Abs. 10 AufenthG
  • §§ 2 und 9 BeschV

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Hauptanschrift/en

Einwohneramt - Ausländerbehörde

Rosengasse 1
96450 Coburg
Telefon: 09561 / 89-1366
einwohneramt@coburg.de
http://www.coburg.de/auslaenderbehoerde

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