Ersatzneubau der Lauterbrücke in der Rodacher Straße

Ersatzneubau der Lauterbrücke in der Rodacher Straße

Die Rodacher Straße gehört mit einer täglichen Nutzung von rund 10.000 Kraftfahrzeugen, davon circa 1.200 Lastkraftwagen, zu den sehr hoch frequentierten Zufahrtsstraßen Coburgs. Seit Jahren besteht bereits eine Gewichtsbeschränkung auf 24 Tonnen, welche weiter reduziert werden müsste. Dies würde dazu führen, dass der Schwerverkehr als auch die Stadtbusse die Brücke in der Nähe der Einmündung zum Röstenweg nicht mehr befahren können.

Bei der bestehenden Brücke handelt es sich um eine alte Sandsteingewölbebrücke (hergestellt vermutlich um das Jahr 1800) und eine flußabwärts angebaute Stahlbetonbrücke neueren Datums. Bei der letzten Brückenhauptprüfung im Jahr 2014 wurden erhebliche Schäden festgestellt. „Aus dem Sandsteingewölbebereich sind bereits Teile herausgebrochen, andere Sandsteinteile haben sich in der Lage stark verschoben und sind abgesackt. Der Verwitterungsgrad der Sandsteine ist ebenfalls weit fortgeschritten. Die Standsicherheit des Bauwerkes ist erheblich beeinträchtigt“, erklärt Kenneth Faber aus dem Kommunalunternehmen CEB. Eine Sanierung des Bauwerks ist weder wirtschaftlich noch sinnvoll, weshalb ein Ersatzneubau erforderlich ist.

Somit wird die Rodacher Straße ab 14. April 2020 voraussichtlich bis Ende des Jahres 2020 gesperrt sein. Um einen möglichst passenden Umgang mit den dadurch entstehenden geänderten Verkehrsflüssen zu finden, wurde vom Kommunalunternehmen CEB eine Verkehrsuntersuchung zu Umleitungsverkehren in Auftrag gegeben. Auf dieser Untersuchungsgrundlage wurde dann vom städtischen Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit der Polizei, dem CEB-Ampeltrupp und dem Staatlichen Bauamt Bamberg die verkehrsrechtliche Anordnung erlassen.

„Aufgrund dieser Anordnung wird nun unter Anderem an der Kreuzung Rodacher Straße/Callenberger Straße die Vorfahrtsregelung geändert und an den Abfahrten der B4 Richtung Weitramsdorf eine weitere Lichtsignalanlage installiert, um das erhöhte Verkehrsaufkommen zu regeln. Außerdem ist an der ‚Gaudlitz‘-Kreuzung von der B4 kommend das Abbiegen in die Innenstadt nicht mehr möglich, da diese Ampelzeit für andere Fahrbeziehungen benötigt wird“, erläutert Anke Kaiser, Mitarbeiterin der Abteilung Straßenverkehrswesen im städtischen Ordnungsamt, die zu beachtenden Änderungen.

Im Umgriff der Brücke beabsichtigt der Freistaat Bayern im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen für die Stadt Coburg zusätzlich ein Teilungsbauwerk für den technischen Hochwasserschutz zu errichten. Damit soll im Hochwasserfall die Lauter zwar Wasser abführen, aber das Hochwasser soll in den Beigraben abgeleitet werden. „Die Erstellung des Teilungsbauwerks im Anschluss an die städtische Baumaßnahme der Brückenerneuerung hätte erhebliche Mehrkosten zur Folge. Im Sinne einer wirtschaftlichen Umsetzung beider Vorhaben wurde ein gemeinsames Vorhaben zwischen Stadt Coburg und Freistaat Bayern vereinbart“, ergänzt Kenneth Faber. Die Planungs- und Ausführungskosten konnten auf diese Weise minimiert werden.

Im Jahr 2019 wurden als Vorbereitung auf die eigentliche Baumaßnahme bereits umfangreiche Leitungsumlegungen von Elektro- und Telekommunikationsleitungen, Gas-, Wasser- und Kanalleitungen durchgeführt. Ab Mitte April dieses Jahres erfolgen nun der Abbruch der maroden Brücke und der Brückenneubau. Kenneth Faber ergänzt dazu weiterführend: „Die Brücke mit einer Gesamtstützweite von knapp acht Metern wird wartungsfreundlich als Zweifeldrahmenbauwerk mit Mittelunterstützung geplant und in Stahlbetonbauweise gebaut. Die Widerlager, das Teilungsbauwerk und die Stützwände werden aus bis zu zehn Meter langen Betonbohrpfählen hergestellt.“

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen voraussichtlich 1,9 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt Coburg einen Kostenanteil von 1,3 Millionen Euro für das Brückenbauwerk und der Freistaat Bayern für das Bauwerk des technischen Hochwasserschutzes die restlichen 600.000 Euro. Zudem wird die Baumaßnahme durch den Freistaat Bayern bezuschusst.

 


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