Oberbürgermeister Norbert Tessmer als Teilnehmer einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung/Smart City Das Foto zeigt Oberbürgermeister Norbert Tessmer bei der Podiumsdiskussion in Koblenz (Quelle: Sascha Ditscher/evm).

Oberbürgermeister Norbert Tessmer als Teilnehmer einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung/Smart City

Können Coburg, Koblenz oder Sinzig Smart Citys werden, oder ist das nur etwas für Millionenstädte wie Köln oder Berlin? Beim Zukunftsforum der Energieversorgung Mittelrhein (evm) gab es auf diese Frage in Koblenz am 29. Oktober eine klare Antwort: Smart City ist keine Frage der Größe, sondern der Einstellung. Mehr als 600 kommunale Vertreter aus dem evm-Versorgungsgebiet zwischen Westerwald und Eifel verfolgten mit großem Interesse zunächst einen Impulsvortrag der Gründerin des Smart-City-Instituts, Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh, sowie die anschließende Podiumsdiskussion, zu der der Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer eingeladen wurde.

„Gehen Sie strategisch an das Thema heran“, lautete am Ende die Empfehlung von Chirine Etezadzadeh, die sich seit zehn Jahren damit beschäftigt, wie Städte und Gemeinden smart werden können. „Smart“ – damit meint die Expertin eine nachhaltige Stadt, die ein gutes Zusammenleben ihrer Bewohner fördert und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt, ohne sich dabei den Innovationen oder bestimmten Firmen auszuliefern. In vielen Fragen der Daseinsvorsorge können Smart-City-Lösungen einen echten Nutzen für die Allgemeinheit entfalten, wie die Institutsgründerin betonte. Als Beispiele nannte sie die Ver- und Entsorgung, ein effektives Transportsystem, Fragen der Sicherheit sowie die Schonung unserer natürlichen Ressourcen.

Genau darum ging es auch dem Vorstandsvorsitzenden der evm, Josef Rönz: „Gefragt sind sinnvolle Lösungen. Es gibt hierzu in der Region schon eine Vielzahl von Ideen.“ Als Beispiel nannte Rönz die geplante 24-Stunden-Servicestation, die die kleine Gemeinde Wassenach einführen möchte. Mit dieser Idee hatte sich der Ort beim Smart-City-Wettbewerb der evm beworben, den ersten Preis gewonnen und sich damit 15.000 Euro Fördergeld gesichert. Die neuen digitalen Möglichkeiten ermöglichen es der evm-Gruppe nach Auskunft von Josef Rönz auch, die Energienetze intelligent zu steuern und die Netzstabilität zu gewährleisten. In Richtung der kommunalen Vertreter sagte Rönz: „Wir verstehen uns hier als Umsetzungspartner und entwickeln gerne mit Ihnen maßgeschneiderte Smart-City-Strategien.“

Nach dem Impulsvortrag war es an den Teilnehmern der Podiumsdiskussion, das Thema auf die örtliche Ebene herunterzubrechen. Norbert Tessmer tat dies: „Wir müssen die Leute begeistern“, sagte Tessmer und warb für Lösungen, die einen echten Nutzen für die Bürger darstellen – wie etwa schnellerer Bürgerservice oder eine digitale Wohnungsvergabe. Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), nannte als weiteres Beispiel die Lokalisierung von Betten in einem Krankenhaus mithilfe digitaler Möglichkeiten. Auch Kapferer sieht in den Energieversorgungsunternehmen ganz zentrale Gestalter von Smart-City-Konzepten.


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