Volkszählung bei Mehlschwalbe und Co.

Die Stadt Coburg führt heuer und im kommenden Jahr eine naturschutzfachliche Datenerfassung durch, bei der auch im Rückgang befindliche Gebäudebrüter im Fokus stehen. Das sind vor allem Mehl- und Rauchschwalben sowie der Mauersegler. Daneben sind auch Brüten von Dohlen oder Turmfalken an Gebäuden von Interesse.

Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an der Dachunterkante höherer, in der Regel mehrstöckiger Hausfassaden. Die Art ist inzwischen in der Roten Liste Bayerns als „gefährdet“ eingestuft. Für sie wird es zunehmend schwieriger, geeignete lehmige Pfützen zu finden, die sie für den Nestbau benötigt, insbesondere seit den letzten trockenen Sommerperioden.

Die Rauchschwalbe besiedelt dagegen bevorzugt das Gebäudeinnere von Ställen mit Tierhaltung. Auch ihre Bestände sind rückläufig, was unter anderem mit der Aufgabe von Stallhaltung zusammenhängt. Ein Beispiel im Stadtgebiet ist die Einstellung des Schlachthofbetriebs. Im dazugehörigen Stallgebäude war eine individuenreiche Rauchschwalbenkolonie ansässig. In dem danach leer stehenden, zugigen Gebäude ohne die Stalltiere wurde die Bruttätigkeit nach wenigen Jahren eingestellt.

Die schrill rufenden Trupps von Mauerseglern gehören zum sommerlichen Ambiente der Innenstädte. Doch wo diese rasanten Flieger brüten, ist schwer zu ermitteln. Hinweise darauf geben regelmäßige Anflüge auf bestimmte Gebäude. Der Mauersegler brütet in Mauerlöchern oder im Dachbereich, zum Beispiel unter Ziegeln. Auch sie haben im Zuge von Wärmedämmungsmaßnahmen an Gebäuden zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Niststätten zu finden. Daher wurden in Bayern die Bestände als gefährdet eingestuft.

Um einen Überblick zu den aktuellen Vorkommen insbesondere dieser drei Vogelarten im Stadtgebiet zu bekommen, werden Meldungen aus der Bevölkerung zu entsprechenden Beobachtungen erbeten. Diese nimmt Projektbetreuer Gerhard Hübner gerne per E-Mail (gerhard.huebner@gmx.de) oder telefonisch (09561/62159, bitte auf den Anrufbeantworter sprechen) entgegen. Bitte bei der Mehlschwalbe nur Gebäude mit intakten beziehungsweise besetzten Nestern angeben. Das Brutgeschäft ist momentan im vollem Gange und besetzte Nester durch Fütterungsflüge leicht festzustellen. Der bekannte Wanderfalkenbrutplatz an der Moritzkirche braucht nicht mehr gemeldet werden.

 

 

 


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