Historisches Café: "Kriegsende 1918 - der 'ewige Friede' bleibt unerreicht" am Dienstag, 23. Oktober, 19.00 Uhr in der Stadtbücherei Coburg

Das nächste Historische Café findet am Dienstag, 23. Oktober 2018 um 19.00 Uhr in der Stadtbücherei Coburg statt. Das Thema diesmal: "Kriegsende 1918 - der 'ewige Friede' bleibt unerreicht"

Unter der Moderation von Brigitte Maisch diskutieren Rupert Appeltshauser, René Del Fabbro, Jürgen Watzek und Alexander Wolz; mit Musikbeiträgen von Harald Demetz.

Mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 endeten zwar die Kampfhandlungen des 1. Weltkriegs, aber damit war noch kein Friede - schon gar kein „ewiger Friede“ im Sinne Immanuel Kants - erreicht. Im Zentrum der vier Impulsreferate des Historischen Cafés stehen daher mehrere Aspekte: zum einen die im Vergleich zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 erheblich fortgeschrittene Technisierung und Industrialisierung des Krieges, vor allem am Beispiel der Fliegertruppen, der Artillerie, der Panzerfahrzeuge und der Bedeutung der Kriegswirtschaft sowohl für die Kriegsführung wie auch für die Zivilbevölkerung. Die Entwicklung von Kriegswaffen (Schrapnellgeschosse, Granaten, Maschinengewehre, Einsatz von Giftgas) führten zu bis dahin nicht gekannten Verletzungen bei Soldaten. Die medizinische Entwicklung in den Fächern Orthopädie, Chirurgie, Neurologie, Transfusionsmedizin und Hygiene wird daher in einem weiteren Impulsreferat aufgezeigt. Die psychischen Folgen des Stellungskrieges werden am Beispiel der sogenannten „Kriegszitterer“ diskutiert.

Ein weiteres Impulsreferat beschäftigt sich damit, wie sich der 1. Weltkrieg im Alltag in Coburg, an der sogenannten „Heimatfront“ auswirkte und wie man hier auf die offizielle Propaganda reagierte.

Zudem wird der Frage nachgegangen, ob der 1. Weltkrieg vermeidbar gewesen wäre und ob zumindest in den Jahren ab 1916, als sich abzeichnete, dass keine der beteiligten Kriegsparteien mit einem raschen Sieg rechnen konnte, ausreichend Initiativen zur Beendigung der Kämpfe unternommen wurden. Die Verlierer des 1. Weltkrieges wie Deutschland und die Türkei betrachteten den Vertrag von Versailles als „Diktat“, der einseitig Deutschland die alleinige Schuld am 1. Weltkrieg zuschrieb. Mit dem 11. November 1918 endeten nicht die kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa. Als Beispiele sind zu nennen: der Bürgerkrieg in Russland, die Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und der Türkei mit dem Ergebnis der jeweiligen Vertreibung von Minderheiten, Nationalitätenauseinandersetzungen auf dem Balkan, der Bürgerkrieg in Finnland und in dessen Folge finnisch-russische Kämpfe.

Inwieweit der 2. Weltkrieg als Folge des 1. Weltkrieges zu betrachten sei und daher manche Historiker beide Weltkriege als „zweiten Dreißigjährigen Krieg“ beschreiben, wird ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein.

Eintritt frei, Spenden erbeten


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