2. Gender Award in Berlin verliehen – Stadt Coburg hinter den Gewinnern ausgezeichnet

Die Region Hannover hat den 2. Gender Award „Kommune mit Zukunft“ gewonnen, den zweiten Platz belegte Frankfurt am Main, Düsseldorf kam auf Platz drei. Alle Preisträgerkommunen erhielten eine Steele sowie eine Urkunde. Auch die weiteren nominierten Kommunen, zu denen die Stadt Coburg zählte, konnten stolz auf die Auszeichnung mit einer Urkunde blicken. Die Städte arbeiten ebenfalls vorbildlich an den für die Weiterentwicklung der Gleichstellung erforderlichen Themen und können als kleinere Kommune durch ihr großes Netzwerk viele geschlechtsspezifische Projekte zu Themen wie sexuelle Gewalt gegen Frauen, Berufsorientierung oder Frauenförderung verwirklichen.

Susanne Müller, die Coburger Gleichstellungsbeauftragte, freute sich nach der Veranstaltung in Berlin: „Bereits im Vorfeld der Verleihung hat die Nominierung zum Gender Award bei uns für Aufmerksamkeit für das Thema Gleichstellung gesorgt. In meinem Umfeld gab es viele Nachfragen und positive Rückmeldung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den für die Nominierung ausschlaggebenden Vorzeigeprojekten, wie das Coburger Mentoring-Programm am Ernestinum für Mädchen und auch für Jungs beziehungsweise auch aus dem Kurs ‚Neuer Start für Frauen‘. Allein das gibt mir Bestätigung, dass meine Arbeit Früchte trägt.“

Schirmfrau Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärte bei der Veranstaltung die Bedeutung des Preises für die kommunale Gleichstellung: „Die ausgezeichneten Kommunen haben erkannt: Frauen machen Kommunen stark. Mit ihrer vorbildlichen Gleichstellungsarbeit legen die Kommunen die Grundlage dafür, dass Kommunalpolitik nicht mehr nur von Männern für Männer gemacht wird. Sondern dass Kommunalpolitik als gemeinsame Aufgabe aller begriffen wird. Denn nirgendwo sonst kann Politik Männer und Frauen so passgenau unterstützen wie in den Kommunen.“

Die Region Hannover hat es geschafft, eine hervorragende Struktur für Gleichstellungsarbeit in der Region aufzubauen, so die einhellige Meinung der Jury. Es gibt regelmäßige Arbeitstreffen der Gleichstellungsbeauftragten in der Region. Das ermöglicht unter anderem eine abgestimmte Veranstaltungsplanung und gleichstellungspolitische Positionierung. Die Region tut überdurchschnittlich viel für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege für Frauen und Männer. Neben Angeboten zum mobilen Arbeiten, der Förderung einer aktiven Übernahme von Sorgearbeit durch Väter, Möglichkeiten von Führen in Teilzeit hat die Region eine eigene Kinderbetreuung geschaffen. Im Bereich Gesundheitsförderung, dem Schwerpunktthema des diesjährigen Gender Awards, gibt es viele Angebote für die Beschäftigten und für Bürgerinnen und Bürger. Besonders hervorzuheben ist die Schulung für neue Führungskräfte zum Thema psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Besonders beeindruckt hat die Jury die Umsetzung von Gender Mainstreaming – also der Berücksichtigung der Auswirkungen aller Vorhaben auf Frauen und Männer. Dafür wurde eine Gender-Koordinationsstelle eingerichtet.

Die Stadt Frankfurt am Main wurde wegen ihrer herausragenden strukturellen Aspekte ihrer Gleichstellungsarbeit mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Mit einem internen Gleichstellungsbüro und einem externen Frauenreferat steht ein großer Personalpool für die Gleichstellungsarbeit der Kommune bereit. Daneben verfügt die Stadt Frankfurt über eigene Gleichstellungsbeauftragte in den Eigenbetrieben und der Branddirektion. Die Bewerbung hat die Verzahnung und Kooperation der beiden unabhängigen Stellen eindrücklich vermitteln können. In ihren Ausschreibungen legt die Stadt bei neuen Führungspositionen einen großen Wert auf „Genderkompetenz“. Die Stadt Frankfurt ist der Europäischen Gleichstellungscharta beigetreten und hat hierfür im Frauenreferat sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt. Im Bereich „Arbeitsmarktsituation von Frauen“ wurden sowohl geschlechtsspezifische Daten erhoben als auch Kampagnen umgesetzt, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Das Frauenreferat hat mit seiner Beteiligung an der bundesweiten Kampagne „Frauen Macht Kommune“ oder eigenen Kampagnen wie „Armut ist eine Frau“ sowie „Respekt stoppt Sexismus“ aktuelle Themen eindrucksvoll aufgegriffen und andere Kommunen damit inspiriert.

Dritte Preisträgerin ist die Stadt Düsseldorf. Der Jury gefiel unter anderem der Gleichstellungsausschuss, durch den eine regelmäßige Kommunikation mit der Politik sichergestellt wird. Mit dem Aktionsplan zur Europäischen Gleichstellung von Frauen und Männern hat Düsseldorf ebenfalls einen gleichstellungspolitischen  Schwerpunkt gesetzt, der den Bürgerinnen und Bürgern deutlich macht, welche Aktivitäten in der Stadt zum Thema Gender und Sport umgesetzt werden sollen. Jährliche Zielvereinbarungen mit dem Oberbürgermeister und der Stadtverwaltung stellen sicher, dass es einen kontinuierlichen Austausch zum Thema Gleichstellung von Frauen und Männer gibt. Darüber hinaus erstellt die Stadt einen Bericht zur Lebenssituation von Frauen, an dem sich gleichstellungspolitische Fortschritte ablesen lassen.

Ausgelobt wird der Preis von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen in Deutschland. Sie vertritt 1.900 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland. Die nächste Preisverleihung wird 2020 erfolgen.


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