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30. Coburger Neujahrskonzert

30. Coburger Neujahrskonzert

Das Neujahrskonzert der Stadt Coburg mit dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters unter GMD Roland Kluttig führt uns musikalisch nach Böhmen. Das vielleicht berühmteste  musikalische Werk, welches der böhmischen Heimat gewidmet wurde, ist Bedřich Smetanas sechsteiliger Zyklus sinfonischer Dichtungen „Mein Vaterland“, es ist längst so etwas wie ein Nationalepos Böhmens. Als Smetana diese wunderschöne Musik über die Geschichte, die Natur und Bräuche seiner Heimat komponierte, konnte er seine Musik schon nicht mehr hören. Dasselbe Schicksal wie Beethoven erlitt Smetana, und es traf ihn noch härter, denn innerhalb weniger Wochen verlor er sein Gehör. So vernahm er sein komponiertes feine Gluckern der Quelle der Moldau. „Die Moldau“, der populärste Teil aus dem Zyklus, eröffnet das Neujahrskonzert. Zum Inhalt verfasste Smetana gemeinsam mit dem befreundeten Dichter Václav Zelený ein kurze Erläuterung: „Diese Komposition schildert den Lauf der Vltava. Sie belauscht ihr ersten zwei Quellen, die warme und die kalte Vltava, verfolgt dann die Vereinigung beider Bäche und den Verlauf des Vltava-Stromes über die weiten Wiesen und Haine, durch Gegenden, wo die Bewohner gerade fröhliche Feste feiern. Im silbernen Mondlicht führen Wassernymphen ihre Reigen auf; stolze Burgen, Schlösser und ehrwürdige Ruinen, mit den wilden Felsen verwachsen, ziehen vorbei. Die Vltava schäumt und wirbelt in den  Stromschnellen zu St. Johannis, strömt in breitem Flusse weiter Prag zu; die Burg Vyšehrad taucht an ihrem Ufer auf. Die Vltava strebt majestätisch weiter, entschwindet den Blicken und ergießt sich schließlich in die Elbe.“

Aber auch der Wahl-Coburger Johann Strauss jr. hat dem breiten Moldau-Strom seine Reverenz erwiesen. Fließt die blaue Donau im Dreivierteltakt, so hier die Moldau im Zweivierteltakt, in einer Polka francaise, lag doch die Wiege dieses böhmischen Nationaltanzes an der Moldau. Das Polka-Motiv in „An der Moldau“ op. 366 stammt übrigens aus dem ersten Teil der Ballettmusik, die Johann Strauss jr. für den Ball beim Fürsten Orlofsky in seiner Operette „Die Fledermaus“ komponiert hatte und die Kenner der „Fledermaus“ werden noch weitere Motive erkennen.

Ausschnitte aus diesem Operettenklassiker präsentieren dem Neujahrskonzert-Publikum Gesangssolisten des Landestheaters. „Dieser Anstand so manierlich“ heißt es im „Uhrenduett“, welches Anna Gütter und David Zimmer singen, in dem die verkleidete Rosalinde in der „Fledermaus“ die Taschenuhr ihres Gatten in ihren Besitz bringt, um ihm diese später als Beweis seines Annäherungsversuches unter die Nase zu halten.

Neben weiteren Sektperlen von Johann Strauss jr., wie der „Tritsch-Tratsch Polka“ op. 214 und dem „Kaiserwalzer“ op. 437 steht im Zentrum des Konzertes eine Auswahl aus den „Slawischen Tänzen“ des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák. Diese Tänze, eine Konzertmusik, die nicht zum Tanzen gedacht war, bedient sich aber der rhythmischen Muster aus böhmischen Volkstänzen. Über der Musik liegt ein Schleier lyrischer Versonnenheit, der sie innig und berührend macht und vom Notenblatt direkt ins Herz führt. Lassen Sie sich berühren, verführen und erheitern. Mit diesem Konzert wünschen das Landestheater und die Stadt Coburg dem Konzertpublikum und allen Menschen ein gutes Neues Jahr 2017.

Karten für das Konzert am 6. Januar 2017 um 11.00 Uhr im Kongresshaus Rosengarten gibt es online über den Ticketverkauf des Landestheaters Coburg oder bei den Geschäftsstellen des Coburger Tageblatts oder der Neuen Presse.


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