Aktuelles aus dem Puppenmuseum

Online-Themenabend

Rückschau: Online-Themenabend "Puppen aus Mönchröden"

Die Puppen- und Spielwarenindustrie ist noch lebendig

 

Dass die Puppen- und Spielwarenindustrie im Coburger Land durchaus noch ein Wirtschaftsfaktor ist, betonte auch Friedrich Herdan, Präsident der IHK zu Coburg. Er berichtete, dass aktuell 2.500 Beschäftigte im Kammerbereich Coburg tätig sind und das Label „Made in Germany“ eine Renaissance erlebt. Unter den Betrieben finden sich Marktführer, wie Zapf Creation mit der beliebten Funktionspuppe „Baby Born“. Die Geschäftsführer Thomas Eichhorn (Zapf Creation) und Stephan Biemann (Schildkröt Puppen- und Spielwaren GmbH) sowie Anke Götz-Beyer (Götz Puppenmanufaktur) bestätigten, dass die Puppenhersteller bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Mehr Sorgen macht ihnen der Preisdruck, der Fachkräftemangel und die Tatsache, dass durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland vor Ort das Wissen um die einzelnen Schritte der Fertigung verloren geht.

 

Geschichte und Geschichten aus den letzen 100 Jahren

 

Um die Bewahrung des Wissens geht es auch Kreisheimatpflegerin Ingrid Ott und Museumsleiterin Christine Spiller. Gemeinsam hatten sie die Ausstellung „100 Jahre Puppen aus dem bayerischen Puppendorf Mönchröden“ erarbeitet und einige Zeitzeugeninterviews geführt. Der Themenabend diente auch dazu, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und weitere Zeitzeug*innen zu hören.

Ganz unverhofft geschah dies schon beim Grußwort von Marco Steiner, erster Bürgermeister der Stadt Rödental. Da beide Eltern in der Puppenindustrie tätig waren, konnte er von der Heimarbeit in Blumenrod berichten. Günther Bartholmeß, der 35 Jahre lang Pfarrer in Mönchröden war, erzählte von den „lebenden Puppen“, mit denen Mönchröden bei Festumzügen in der Region auf die Puppenherstellung aufmerksam machte. Zahlreiche Anekdoten gab Altbürgermeister Gerhard Preß zum Besten, insbesondere von den Besuchen der bayerischen Ministerpräsidenten und ihren Gattinnen, die immer mit mindestens einer Puppe im Arm nach München zurückreisten. Buchstäblich „aus dem Nähkästchen“ konnte auch Ingrid Ott plaudern, war sie doch in der Puppenfabrik Neubauer aufgewachsen und musste wie viele andere Mönchrödener Kinder lose Fäden von den Puppenkleidern abschneiden. Als Kreisheimatpflegerin ist es ihr ein Anliegen, die Puppenfertigung in der Region als immaterielles Kulturerbe weiter zu bewahren.

 

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gesucht

 

Gemeinsam möchten Ingrid Ott und Christine Spiller die Geschichte der Mönchrödener Puppen dokumentieren und suchen dafür weitere Zeitzeug*innen. Noch längst sind nicht alle Fakten bekannt und alle Anekdoten erzählt. Wer dazu einen Beitrag leisten kann, darf sich gerne mit dem Puppenmuseum in Verbindung setzen: Tel. 09561/ 89-1480, E-Mail: puppenmuseum@coburg.de. Die Ausstellung im Puppenmuseum läuft noch bis zum 05.09.2021.

Programm:

 

Begrüßung durch Norbert Anders, Leiter des Amtes für Schulen, Kultur und Bildung

Grußwort von Thomas Nowak, dritter Bürgermeister der Stadt Coburg

Grußwort von Marco Steiner, erster Bürgermeister der Stadt Rödental

 

100 Jahre Puppenherstellung in Mönchröden - Einführung ins Thema der Ausstellung Christine Spiller M.A., Leiterin des Coburger Puppenmuseums

Wir waren live dabei – Zeitzeugenberichte aus Mönchröden (Gerhard Preß, Altbürgermeister der Stadt Rödental, Ingrid Ott, Kreisheimatpflegerin und Vorstandmitglied im Heimatverein Rödental sowie im Freundeskreis Coburger Puppenmuseum)

Blick auf die heute noch bestehenden Unternehmen: Engel-Puppen GmbH, Götz-Puppenmanufaktur Int. GmbH und Zapf Creation AG

 

Weitere Beiträge der Zuhörer*innen, Austausch


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Öffnungszeiten

Das Museum ist wieder geöffnet!

April bis Oktober

Täglich von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

November bis März

Dienstag bis Sonntag von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Montag Ruhetag

Museum geschlossen am:
24.12., 31.12., 01.01. Faschingsdienstag, Karfreitag 

Wir sind Mitglied der Deutschen Spielzeugstraße e.V.

und Partner von SPIELRAUM FRANKEN

 

 
 
 
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