Aktuelles aus dem Puppenmuseum

Christa Mann Dauerleihgabe Christa Mann: Wald- und Wiesenkinder, 1992 und Kräuterkinder, 1995

Kreative Puppen von Christa Mann

Das künstlerische und kreative Schaffen von Christa Mann reicht von liebreizenden Puppen bis hin zu extravaganten Modegeschöpfen, fantasievollen Figuren und kleinen, eigenen Welten. Immer blieb sie dabei ihren Lieblingsmaterialien Papiermaché, Baumwolltrikot und Filz treu. Für sie waren diese Materialien, wie sie selbst sagt „heimelnde Materialien, die sie bearbeiten kann, dass sie zum Handschmeichler werden und sich warm anfassen lassen“. Aber nicht nur ihre Papiermaché-Köpfe machen ihre Puppen zu etwas Besonderem. Auch in ihrer Puppenbekleidung spiegelt sich eine spezielle Note wieder. Durch eigenes Einfärben der Filze entstanden warme Farbtöne und eine anschmiegsame Materialbeschaffenheit.

Ihr Interesse für die Puppenherstellung und die damit verbundenen, künstlerischen Tätigkeiten entdeckte Christa Mann bereits im Kindesalter. Geboren in München, siedelte sie während der Kriegswirren mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Sonneberg in Thüringen über. Schon als kleines Mädchen nutzte sie jede Gelegenheit, um den Puppenkopfmalern, den Drückern oder den Näherinnen in Sonnebergs Heimarbeiterstuben bei der Arbeit zuzuschauen. Nach der Schulzeit absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Schaufensterdekorateurin in Leipzig und arbeitete anschließend für die Centrum-Warenhäuser in der ehemaligen DDR.

Durch eine Anfrage der Geschäftsführung stieg Christa Mann als Autodidaktin in die Puppengestaltung ein und entwarf ihr „Centrum-Baby“. Christa Mann nutze ihre guten Kontakte nach Sonneberg und konnte den Leiter der Firma Rothschild für sich gewinnen. 1968 wurde ihre Grotesk-Puppe „Rosine“ industriell hergestellt und auch verkauft. In den 1970er Jahren wechselte sie zu einem Sonneberger Spielzeugfabrikanten. Hier sammelte sie ersten Erfahrungen für ihre spätere Selbstständigkeit.

1988 verließ Christa Mann die DDR und blieb nach einem Besuch in Coburg, in der für sie „freien“ Welt. Ab den 1990er Jahren zeigten sich die ersten Erfolge ihres Schaffens. Mit den „Wald- und Wiesenkinder“ gelang ihr der Einstieg in die Künstlerpuppen-Szene. 1992 belegte sie mit ihnen den zweiten Platz bei der Doll Art in Frankfurt am Main. Mehrere Preise und Auszeichnungen folgten und gipfelten im Jahr 2000 im Max-Oscar-Arnold Kunstpreis für ihr Lebenswerk als etablierte Puppenkünstlerin.

Christa Mann kann damit auf ein umfangreiches und vielfältiges Schaffen zurückblicken, welches sie nun in die Obhut des Coburger Puppenmuseums gegeben hat. Zukünftig werden in drei Vitrinen im zweiten Stock einzelne Objektgruppen daraus gezeigt und sollen in unregelmäßigen Abständen von ca. zwei Jahren gewechselt werden.

 

Preise und Auszeichnungen für Christa Mann:

 

1992

Auszeichnung mit dem zweiten Preis auf der Fachmesse „Doll Art“ in Frankfurt für die „Wald- und Wiesenkinder“

 

1995

zwei Siegerpreise auf der Fachmesse „EURODOLL“ in Bregenz für Puppen aus Papiermaché und für Fantasie- und Fabelwesen

 

1995

„Gläserner Feenstab“ des Verlagshauses Wohlfahrt (Fachverlag für Puppen & Spielzeug)

für „Zwölflein“ und „Rosine“ aus Filz

 

1997

Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis

für die „Webergassenkinder“ als beste Kinderdarstellung (in Privatbesitz)

 

2000

Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis

für das Gesamtwerk eines etablierten Künstlers

 

2000

Käthe-Kruse-Trophy GDS-Convention

für die beste Kleinkinddarstellung

 


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Öffnungszeiten

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Täglich von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

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Museum geschlossen am:
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Wir sind Mitglied der Deutschen Spielzeugstraße e.V.

 

 
 
 
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