Daten und Fakten %2d Einleitung

Es lohnt sich – Handlungsbedarf und Nutzen einer familienbewussten Personalpolitik

Der demografische Wandel wirkt auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. In Folge dessen wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in den nächsten Jahren deutlich sinken. Im Bundesland Bayern wächst die Bevölkerung hingegen noch bis zum Jahr 2020. Erst dann werden im Freistaat die Bevölkerungszahlen zurückgehen, so dass bis 2029 die Bevölkerung weitgehend stabil bleibt. Doch gibt es innerhalb Bayerns große regionale Unterschiede. So rechnen Statistiker im Regierungsbezirk Oberfranken von 2009 bis 2029 mit einem Bevölkerungsrückgang von 9,2 %. Auch die Regierungsbezirke Oberpfalz (-3,2%) und Unterfranken (-5,3%) werden mit einem merklichen Bevölkerungsrückgang rechnen müssen.

Wohingegen Schwaben (+0,2%), Mittelfranken (+0,2%) und Niederbayern (-1,2%) in der Einwohnerentwicklung weitgehend stabil bleiben werden und im Jahr 2029 – wenn die demografischen Trends der Vergangenheit auch in den kommenden 20 Jahren fortbestehen – einen Bevölkerungstand auf dem heutigen Niveau vorweisen können. Oberbayern kann als einziger Regierungsbezirk im Freistaat noch mit einer deutlichen Bevölkerungszunahme (+5,8%) rechnen.1
 

Im IHK-Bezirk Coburg sind die Anzeichen des kommenden Fachkräftemangels bereits deutlich sichtbar. Die Bevölkerung wird sich insgesamt in der Stadt Coburg bis 2029 um 9 % verringern und im Landkreis Coburg sogar um 10 %. Dies zeigt die Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung. Die Berechnung zeigt auch deutliche Unterschiede in den einzelnen Altergruppen. So wird die Altersgruppe der 3- bis 19-jährigen überdurchschnittlich abnehmen, in der Stadt Coburg um 21 % und im Landkreis um 27 %. Dies sind die potenziellen Auszubildenden und Nachwuchsführungskräfte, die in der Region Coburg in wenigen Jahren knapp zu werden drohen. Auch bei den 19- bis 25-jährigen wird in der Stadt ein minus von 15 % und im Landkreis von 18 % vorausberechnet. Nicht anders sieht es bei der Altersgruppe der 40- bis 60-jährigen aus, in der Stadt Coburg wird die Zahl um 26 % und im Landkreis um 29 % sinken. Gleichzeitig wird die Gruppe der über 60-jährigen in der Stadt Coburg um 20 % zunehmen und im Landkreis um 30 %.

Verstärkt wird dieser Effekt noch durch den erwarteten Anstieg des Fachkräftebedarfs. Nicht zuletzt durch die fortschreitende Globalisierung und den technischen Fortschritt rechnen Experten bereits in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Anstieg qualifizierter Tätigkeiten und damit verbunden mit einer wachsenden Nachfrage nach Fachkräften. Der Wettbewerb um Fachkräfte wird sich daher weiter verschärfen.

Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, sollten gerade kleine und mittlere Unternehmen die verbleibende Zeit nutzen, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen – gelebte Familienfreundlichkeit ist hier ein ganz entscheidender Aspekt. Denn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist den Beschäftigten wichtiger, als die meisten Unternehmen denken. Das belegt eine Studie der GfK im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Danach würden mehr als Dreiviertel der Eltern zwischen 25 und 49 Jahren für mehr Familienfreundlichkeit ihren Job wechseln. Über ein Viertel der Befragten hat dies bereits getan. Den anderen mangelte es offenbar nur an Alternativen.

Für 90 Prozent der Beschäftigten im Alter zwischen 25 und 49 Jahren mit Kindern ist Familienfreundlichkeit mindestens ebenso wichtig wie das Gehalt. Und auch kinderlose Beschäftigte achten bei der Jobwahl auf die Familienfreundlichkeit ihres potenziellen Arbeitgebers. Auch 70 Prozent der kinderlosen Beschäftigten gaben an, dass ihnen dieser Aspekt genauso wichtig oder sogar wichtiger ist als das Gehalt.

Unternehmen, die sich auf diese Bedürfnisse ihrer Beschäftigten und der Bewerberinnen und Bewerber einstellen, können künftig im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte punkten.

Eine höhere Arbeitgeberattraktivität ist dabei nicht der einzige Vorteil, von dem engagierte Unternehmen profitieren. Eine familienfreundliche Personalpolitik bringt weitere, klar messbare betriebswirtschaftliche Vorteile mit sich: Verringerte Fehlzeiten, kürzere Auszeiten nach der Geburt eines Kindes und damit Erhalt von Know-how, erhöhte Loyalität und Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen. Das heißt, familienfreundliche Unternehmen sind nicht nur attraktiver für Bewerberinnen und Bewerber, sie können auch ihre erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker an sich binden und ggf. deren Abwerbung verhindern.

Um auch den Mitarbeiterbedarf überprüfen zu können, haben die bayerischen IHK`s den Demografierechner eingeführt! Nutzen Sie dieses Serviceangebot...