Coburger Zwiebelmarkt
Alter Zwiebelmarkt in neuer „Schale“
Coburgs einst beliebtester Jahrmarkt soll neue Freunde finden
Vor über 500 Jahren, anno 1466, bewilligte Herzog Wilhelm II. von Sachsen, genannt der Tapfere, einen vierten Jahrmarkt für die Vestestadt. Nach der im Stadtarchiv aufbewahrten fürstlichen Urkunde wurde der Markt jeweils einen Tag vor und nach Mariä Geburt (08. September) abgehalten.
Der erste Markt um den 8. September fand wohl noch viele Jahre früher im Hochmittelalter statt, denn in der besagten Urkunde wird er schon als „hergebracht und gebraucht“ beschrieben.

Darum soll der Zwiebelmarkt auch in Zukunft Coburgs Innenstadt beleben
Der Zwiebelmarkt 2011 beginnt am Donnerstag, den 08.09. und dauert bis Freitag, den 09.09.2011. Das Angebot beim Zwiebelmarkt hat Tradition. So gibt es auf dem Marktplatz, der Spitalgasse und dem oberen Steinweg neben Strümpfen, Bürsten oder Gewürzen eben auch alles um die Zwiebel zu kaufen - eine Mischung wie sie typisch für einen Jahrmarkt und Anziehungspunkt für viele Interessierte ist.
Natürlich sind auch die Gaumenfreuden groß: So gibt es nicht nur Coburger Zwiebelkuchen und Federweiser, die Coburger Gasthäuser verwöhnen ihre Gäste auch mit internationalen Zwiebelgerichten und –spezialitäten. Viele Coburger Geschäfte locken zudem mit Zwiebelmarkt-Sonderangeboten („zu Preisen, bei denen die Augen tränen“). Als Maskottchen und Sympathieträger wird das „Coburger Zwiebelmannla“ alle Aktivitäten begleiten. Und am Freitag wählt eine Jury den schönsten Marktstand, der mit einer silbernen, von Juwelier Stefan Stahl gefertigten Zwiebelkette, ausgezeichnet wird.
Der Zwiebelmarkt einst und heute
Der Zwiebelmarkt war einst Coburgs beliebtester Jahrmarkt. Wenn die „Bamberger Zwiebeltreter“ mit ihren Fuhrwerken in die Stadt zogen, wenn die Zwiebelsäcke in der Ketschengasse haushoch aufgetürmt wurden und der Duft von Zwiebelkuchen und Speck sich mit dem Bratwurstduft mischte, waren Alt und Jung auf den Beinen.
Von der einstigen Attraktivität ist nicht viel geblieben – nicht zuletzt weil kaum ein Stadtbewohner heute noch seinen Jahresbedarf an Zwiebeln beim Bauern kauft und säckeweise im Keller einlagert.
Wie der Petri- und der Martinimarkt, oder der Oster- und der Sommermarkt ist der Zwiebelmarkt heute ein Jahrmarkt, der donnerstags und freitags stattfindet und bei dem aus Verkaufsfahrzeugen und Ständen ein bunt gemischtes – mehr oder minder zeitgemäßes – Sortiment angeboten wird. Manche kritisieren die dicht aneinander gereihten und nicht immer nach dem Gesichtspunkt der Ästhetik gestalteten Stände in der Fußgängerzone als Beeinträchtigung des Stadtbilds und nicht mehr zeitgemäße Form des Verkaufens. Andererseits ziehen sie durchaus ihr spezielles Publikum an. Der Stadtrat und die Citymarketing-Aktionsgemeinschaft haben den Citymanager Martin Rohm beauftragt, die Attraktivität und Gestaltung der Jahrmärkte zu verbessern. Zahlreiche Attraktionen haben bereits 2005 viele Besucher in
die Stadt gelockt. Dass sich rund um die Gemüseknolle ein attraktives Fest feiern lässt, beweist die Stadt Weimar: Ihr Zwiebelmarkt ist heute Thüringens bekanntestes und größtes Volksfest.
Zwiebelmarkt in Coburg (Text aus dem Buch "Bayerische Märkte" von Herlinde Koelbl)
"Es is de Coburger Zwiebelbrüh", sagen die Einheimischen, wenn es wieder mal, wie fast immer an den Markttagen, regnet. Obowhl der Handel mit Zwiebeln auf dem Coburger Zwiebelmarkt nur noch gering ist, ist die Zwiebel doch noch ein besonderes Charakteristikum des Marktes. Denn an den beiden Markttagen gibt es fast in allen Bäckereien der Stadt Zwiebelkuchen. Dieser Kuchen wird sofort nach dem Backen heíß gegessen.
Der Coburger Zwiebelmarkt ist wahrscheinlich hochmittelalterlichen Ursprungs. Bereits in der Bewilligungsurkunde eines vierten Jarhmarktes für die Stadt Coburg durch Herzog Wilhelm III. vom Donnerstag nach Quasimodogeniti 1466 wird er vom Rat und der Gemeinde zu Coburg als "herbracht und gebraucht" erwähnt.
Während des Dreißigjährigen Krieges gab es eine Unterbrechung des Marktes. In einem Ratserlaß vom 04. September 1630 wird den Bamberger Gärtnern der Zugang zum Markt wegen aufgetretener Pest untersagt. Ein anderes Protokoll von 1632 berichtet von einer Schlägerei auf dem "Zwiebelmarkt, so auf Sonntags nach Mariae Geburt gehalten wird".
Seit es möglich ist, Zwiebeln während des ganzen Jahres zu kaufen, hat sich das Bild des Coburger Zwiebelmarktes stark verändert.