Das Stadtwappen %2d Der Coburger Mohr

Das Stadtwappen - Der Coburger Mohr

 

 

 

Warum schmückt ein Mohrenkopf, das Wappen Coburgs, die Coburger Kanaldeckel?
Wie entstand dieses Wappen? 

 

Sanctus Mauritius - der heilige Mauritius - kirchlicher Schutzpatron

Es handelt sich um den heiligen Mauritius, den einzigen Heiligen, der im Mittelalter mit dunkler Hautfarbe dargestellt wurde.

Mauritius war Ägypter und nach der Legende der Anführer der Thebäischen Legion, die Kaiser Maximianus (280-305) zur Stadtwappen - Coburger MohrChristenverfolgung einsetzen wollte. Da sich die Soldaten aber weigerten, erlitten sie mit ihrem Anführer bei Agaunum (dem heutigen Saint Maurice im Wallis/Schweiz) zwischen 280 und 300 den Märtyrertod. Der letzte Punkt der Legende ist sehr unrealistisch. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass Mauritius als Befehlshaber seiner Legion enthauptet und die Truppe anderen Einheiten zugeteilt wurde.

Bald darauf wurde Mauritius heilig gesprochen und am Ort der Legende wurde um 515 ein Kloster gegründet.
Auch die Klöster Niederalteich und Magdeburg sind dem Heiligen geweiht. Im Mittelalter wurde der Heilige Mauritius außerdem Schutzherr von mehreren Ritterorden und schließlich wurde er auch Schutzpatron der Stadt Coburg und seiner Kirche.

In Magdeburg wurde der Heilige Mauritius erstmals in einem Standbild dargestellt. Da Ägypten in Afrika liegt, stellte man sich Mauritius von Beginn an als "Mauretanier", also mit dunkler Hautfarbe vor.

Der Künstler verpasste ihm wegen seiner nordafrikanischen Abstammung negroide Gesichtszüge und eine dunkle Farbe. Man geht davon aus, dass dies nicht aus künstlerischer Freiheit, sondern aus Unkenntnis geschah.

So wurde Mauritius zum ersten farbigen christlichen Heiligen des Mittelalters. Diese Darstellung hat sich bis heute gehalten. Am Entstehungsort des Mauritiuskultes in der Schweiz, aber auch in Köln wird er fälschlicherweise als Weißer dargestellt.

Mohr-Albrecht-von-Brandenburg

 



Abb.: In der Gestalt des Hl. Erasmus empfängt Albrecht von Brandenburg den Hl. Mauritius

 

 

 

Die Geschichte des Coburger Wappens

  • um 1380 Der Mohrenkopf taucht in Coburg erstmals neben dem eigentlichen Wappen, dem Meißner Löwen, auf einer Pfennigmünze auf.
  • um 1430 Man sieht ihn auf  Wappenschilden im Hussitenkrieg in Schwarz auf goldenem Untergrund.
  • 1493 Erstmalige Erwähnung in offiziellen Dokumenten.
  • nach 1500 Der Mohr wird zunehmend als Wappenzeichen, auch schon ohne den Meißner Löwen, und für Siegel und Münzen verwendet.
  • 1521 Aus diesem Jahre stammt der älteste Abdruck des Stadtsiegels mit Mauritius.
  • nach 1648 Er verdrängt zunehmend den Meißner Löwen, als Symbol der Stadt. 
  • 1934 Der Mohr wurde offiziell durch ein schwarz-gelbes Wappenschild mit einem Schwert, das im Knauf ein Hakenkreuz ziert, ersetzt.
  • 1. Mai 1945 Wiedereinführung des Mohren als Stadtwappen durch den kommissarischen Oberbürgermeister Alfred Sauerbrei.
  • 1974 Geburtsjahr des Coburger Wappens mit seinem heutigen Erscheinungsbild.


Das Stadtwappen heute

Der heilige Mauritius prägt mehr denn je das Gesicht der Stadt, er ist lebende Geschichte. Die nach ihm benannte Kirche ist Hauptkirche der Stadt (Morizkirche) und er lässt sich an vielen Gebäuden, Kanaldeckeln und Brunnen finden. Der Originalkopf der Mauritiusfigur aus Stein, der an der Turmfassade der Morizkirche angebracht war und durch Bauarbeiten beschädigt wurde, befindet sich heute im Rathaussaal der Stadt. Nach 1945 wurden seitens der Stadt verschiedene Darstellungen von Mauritius verwendet. Das heutige offizielle Stadtwappen stammt aus dem Jahre 1974. Die Stadt ist stolz darauf, den heiligen Mauritius in ihrem Wappen zu führen.


 
 
 

Weiter Informationen zum Coburger Mohr und dem Coburger Stadtwappen finden Sie in den folgenden Broschüren:

Flyer "Coburg Stadt und Land - Das Wappen Coburgs"

Vorderseite

Rückseite

Flyer "Stadtwappen Coburg"

Vorderseite

Rückseite