Das Stadtwappen und der Coburger Mohr

Das Stadtwappen und der Coburger Mohr

Der Kopf des heiligen Mauritius

Er taucht fast überall in der Vestestadt auf - in Wappen, an Häusern oder auf Kanaldeckeln: der legendäre Coburger Mohr als Schutzpatron der Stadt. Dabei handelt es sich um den heiligen Mauritius, nach dem auch die Hauptkirche St. Moriz benannt wurde. Allerdings war Mauritius kein Mohr, wurde aber als Afrikaner, wegen seines Namens von den Künstlern des Mittelalters gern als solcher dargestellt.

Er stammte aus Oberägypten und lebte dort im dritten Jahrhundert, als das Christentum schon weit verbreitet war. Die Landschaft gehörte, wie der ganze Mittelmeerraum, zum Römischen Reich. Eine in dieser Gegend ausgehobene Legion bestand aus Christen. Als im Herbst 285 in Südgallien ein großer Aufstand unterdrückt werden musste, rief Kaiser Maximilian ein starkes Heer in der Schweiz zusammen.

Dazu gehörte auch die kampferprobte Thebaische Legion, dessen Führer (General) Mauritius war. Bei einem großen Feldgottesdienst zu Beginn des Krieges sollten heidnische Staatsgötter verehrt werden. Da meuterte die christliche Legion. Das galt als Gotteslästerung, Majestätsbeleidigung und Hochverrat vor dem Feind. Mauritius wurde als Rädelsführer enthauptet. Die Christen in dem Schweizer Gebiet pflegten und verehrten nach dem Abzug des Heeres das Grab des Märtyrers. Nach hundert Jahren stand bereits eine Kirche an der Stelle.

Coburg kam durch eine Schenkung der Polenkönigin Richeza 1056 an die Benediktinerabtei Saalfeld, die hier eine Probstei errichtete. Aus der Probsteikirche wurde später die Morizkirche, die Hauptkirche unserer Stadt. Über die Einführung des Mohrenwappens liegen keinerlei Nachweise aus Urkunden oder Akten vor. Sicher ist, dass die Verehrung des Heiligen Mauritius zur Zeit der Ottonen und Stauferkaiser in Deutschland geblüht hat. Davon zeugt die große Zahl der Mauritius- und Morizkirchen sowie die noch größere Zahl der Mauritius- und Mohrenwappen von Adelsgeschlechtern, Bistümern, Klöstern, Städten und Dörfern. Grund für die Einführung des Mohrenkopfes als Wappenbild Coburgs mag das Bestreben gewesen sein, sich als Hauptstadt „der Pflege Coburgs“ von den anderen Städten zu unterscheiden, weil alle übrigen sächsischen Städte in Franken den Meißner Löwen führten.


 
 
 

Das Stadtwappen und der Coburger Mohr

Er taucht fast überall in der Vestestadt auf - in Wappen, an Häusern oder auf Kanaldeckeln: der legendäre Coburger Mohr als Schutzpatron der Stadt.

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