Bratwurstmännla

Der Glaube, dass eine ordentliche Coburger so lang sein soll, wie der Marschallstab des Bratwurstmohren,  ist im Stadtvolk tief verwurzelt. Nur über die exakte Länge gehen die Meinungen auseinander: 35-40 cm werden angegeben. Das "geeichte Wurstmaß " für diese Coburger "Berühmtheit" trägt der Stadtheilige Moritz seit dem 17. Jahrhundert hoch über der Stadt in der Faust.

Bratwurstmännla


1939 wäre Gelegenheit gewesen, das Bratwurstmaß zuverlässig zu ermitteln. In einer stürmischen Märznacht stürzt St. Mauritius auf den Marktplatz und bleibt dort schwer beschädigt liegen.


Das Entsetzen ist groß. Schnellstmöglich wird der Heilige zusammengeflickt und wieder auf´s Rathausdach hinaufgehievt. Erst 1982 machte die Feuerwehr bei der Vorführung einer neuen Drehleiter den Spekulationen ein Ende und ermittelte die genaue Länge dieses "Maßstabes". 31 Zentimeter sollte die Coburger Bratwurst nach ihrem "marschallsstäblichen Vorbild" im " Urzustand", also roh, auf die Meßlatte bringen, denn erst die wasser- und fetttreibende Kiefernzapfenglut verwandelt die überdimensionalen "Rohlinge" je nach Grilldauer in mehr oder weniger kürzere, aber herrlich schmeckende Coburger Bratwürste.


Die Brunnenfigur „Kämpfender Kentaur“ von Prof. August Sommer (geb. in Coburg 1839, gest. 1921) im Vestibül des Rathauses ist eine verkleinerte Replik des für die Stadt Bremen in Bronzeausgeführten Originals.