Marita Nehring - ÖPNV Beauftragte, Stadt und Landkreis Coburg

Marita Nehring - ÖPNV Beauftragte, Stadt und Landkreis Coburg

Das erste mal in Coburg war ich bei einer Exkursion während des Studiums. Die Fahrt stand unter dem Titel „ehemalige innerdeutsche Grenzgebiete“. Wir haben ein Referat auf dem Markt gehört, sind was Essen gewesen und wieder verschwunden. Coburg war einer der vielen Eindrücke, die 14 Tage Exkursion so hinterlassen: Schön, aber eine Stadt unter vielen.

Immerhin wusste ich dann, wohin ich später mal meine Bewerbung geschickt habe. Beworben habe ich mich aus Stuttgart, vorher hatte ich in Münster studiert und eigentlich komme ich aus einer Gemeinde im Kreis Lippe. Lippe war mal Fürstentum und durfte sich nach 1947 entscheiden, ob es lieber zu Niedersachsen oder NRW gehören wollte. Die Lipper haben sich für das wirtschaftsstärkere NRW entschieden. Irgendwie gibt es da eine kleine Parallele zum Herzogtum Coburg, wenngleich weniger dramatisch.

Überrascht hatte mich, dass ich beim Vorstellungsgespräch mehrfach gefragt worden bin: „Und Sie wollen wirklich nach Coburg?“. Ja, wollte ich. Und ich habe es nach fast sechs Jahren noch nicht bereut. Die Frage hatte auch damit zu tun, dass ich gerade aus der Großstadt Stuttgart kam, und für mich sah das nach wenig Selbstbewusstsein der Stadt aus.

Dabei gibt es dazu keinen Grund. Coburg ist Oberzentrum, es gibt alles, was der Mensch zum Leben braucht. Manches vielleicht nicht in so großer Auswahl, wie in einer Großstadt, dafür aber oft viel persönlicher. Coburg braucht sich nicht verstecken.

Und das liegt in erster Linie an den Menschen hier. Dem Franken sagt man ja so manches nach. Und dem Herzogtümler erst recht. Schräge Typen gibt es überall. Die Kollegialität und Freundschaft, die ich hier kennen gelernt habe, die machen das Leben hier lebenswert.

Marita Nehring


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