Heinz Ohlich - Bekenntnis eines junggebliebenen Senioren

Heinz Ohlich - Bekenntnis eines junggebliebenen Senioren

Bekenntnis eines junggebliebenen Senioren...

Vor 30 Jahren war für mich Coburg noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.
Als Aufzugsmonteur-Meister habe ich zwar viele Städte im In- und Ausland kennengelernt, in meine heutige Heimatstadt jedoch zog es mich, der Liebe wegen, dann aber erst 1981.

Meine Mutter war damals schwer erkrankt. Als einzigster von fünf Kindern, alleinstehend und frei, habe ich mich der Aufgabe gestellt, ihr zu helfen und sie zu pflegen. Unsere Wohnung befand sich übrigens in Neuses am Bahnhof. Bei "Horst" im Felsenkeller oder auch beim "Siller" zum Einkaufen fand ich damals meine ersten Kontakte zu Coburger Bürgern. Nach dem Tod meiner Mutter hat es mich zuerst einmal nach Rodach verschlagen.

Da ich zu diesem Zeitpunkt auch in den  Ruhestand ging, stellte sich für mich die Frage: "Was stellst du nun mit deiner Freizeit an?" Eine kluge Frau, ich hatte sie damals um Hilfe gebeten, gab mir den Rat: "Du brauchst dich nur umzuschauen." So fing dann meine Zeit als EMA (ehrenamtlicher Mitarbeiter) an. Über die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen kam mir 1998 die Idee einen Verein für Asthmatiker, ich selbst gehöre zu den Menschen mit dieser Krankheit, zu gründen. Wie ich später feststellte, hat mich diese Arbeit wohl überfordert und ich habe die Leitung in andere Hände gelegt.

Nun hatte ich Zeit mich einer Organisation zu widmen, in der meine Mutter schon so lange ich denken kann Mitglied war. Ich meine die Arbeiterwohlfahrt, die heute zu meiner zweiten Heimat geworden ist.

Im AWO-Seniorentreff am Bürglaßschlösschen treffen sich viele Seniorinnen und Senioren, um ihren Neigungen und Interessen nachzugehen. Angeboten werden von "A" wie "Aquarellmalen" mit Frau Bartsch, über "S" wie "Speaking English is fun" mit Herrn Bellosa bis "Z" wie "zu Fuß" mit Herrn Quitsch. Gelegentliche Besuche von Sinfoniekonzerten und auch Stadtratssitzungen, Mitarbeit in der Agenda 21 - Runder Tisch "Soziales und faires Miteinander" und bei der Greenpeace-Ortsgruppe Coburg, sowie die Teilnahme an der, von der Wohnbau ins Leben gerufenen "SOPHIA" (Soziale Personenbetreuung - Hilfen im Alltag), haben bei mir den Eindruck verstärkt, dass ich in dieser Stadt zu Hause bin und auch alt werden möchte. Gerne führe ich, wenn ich angesprochen werde, Touristen durch unsere Innestadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und bin stolz darauf, ein Coburger Bürger zu sein.

Heinz Ohlich


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