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Quelle: Stadtarchiv

Scheuerfeld

eingemeindet 01.07.1972
(mit Dörfles und Eichhof)

Fläche km²: 4,83
Einwohner: 2.273
(Stand: 30.06.2010)
  

Das Dorf Schurinveld wird mit Ketschendorf erstmals 1100 im Kopialbuch der Propstei Coburg des Benediktinerklosters Saalfeld erwähnt, als Siboto und seine Gemahlin Hildegunt dem Kloster unter anderem sieben Zinsgüter und eine Kapelle zu Scheuerfeld schenkten. Der Ortsname wird auf einen Flurnamen aus ahd. „Skiura, Skura“ (Scheuer, Scheune) und Feld zurückgeführt; in seiner heutigen Form ist der Name seit etwa 1600 überliefert. Von den in der Traditionsurkunde erwähnten Höfen existiert heute nur noch ein einziger. Ende des 13. Jahrhunderts gingen nahezu alle Zinsgüter in Scheuerfeld wie auch die Vogtei an Kloster Langheim für dessen Hof Tambach über. 1588 kaufte Nikolaus Zech, der Hausvogt (seit 1598 Kammerrat) Herzog Johann Casimirs, die Scheuerfelder Höfe des Klosters Langheim auf, um sie landwirtschaftlich rentabel zu bewirtschaften. Dabei erwarb er 1598 auch Schloss Eichhof (der Name des Hofes ist seit 1440 durch Peter von Eychoff belegt, der damals das Coburger Bürgerrecht erwarb. Die Genese des Namens dürfte mit „Hof an der Ach“ (mhd. Für Wasser, Bach oder Fluss) zu erklären sein, womit der südwestlich am Gut vorüberführende Güßbach gemeint ist. Eichhof wurde 1868 nach Scheuerfeld eingemeindet).

Auf seine Bautätigkeit gehen eine Mühle, ein Brauhaus, eine Ziegelhütte und sein Wohnhaus anstelle des heutigen Pfarrhauses bzw. Schlosses (siehe Nikolaus-Zech-Str. 20) zurück. Durch Heirat ging Scheuerfeld 1612/1622 an die Familie Merklin. 1632 und 1641 von den Schweden besetzt und belagert, brannte Scheuerfeld fast völlig nieder.

Scheuerfeld entwickelte sich an einer Altstraße (heute Nikolaus-Zech- und Bayernstraße) in Verlängerung des Kürengrundes von Coburg nach Seßlach. Es lassen sich drei Siedlungsschwerpunkte erkennen: Der größte erstreckt sich im Süden zwischen der Schmiedsgasse und einer dreieckigen größeren Kreuzung von fünf Altstraßen. Das mittlere Areal, auf dem noch im 19. Jahrhundert südlich des früheren Dorfweihers und inmitten einer Randbebauung der Friedhof angelegt war, ist inzwischen modern überbaut; auffallend ist hier die Lage der Pfarrkirche in der Mitte des Dorfes in einer platzartigen Erweiterung der Altstraße im Kreuzungsbereich einiger Altwege, um die herum sich eine weitere Konzentration der Bebauung feststellen lässt. Eine deutliche Verbreiterung der Nikolaus-Zech-Straße von der Pfarrkirche nach Norden deutet auf einen älteren Markt- bzw. Handelsbereich hin. Eine dritte und jüngste Bebauungsverdichtung ist schließlich im Norden des Dorfes im Bereich der Einmündungen der Altstraßenzüge Merklinstrasse (Verlängerung des Coburger Judenberges) und Weidacher Straße zu erkennen. Hier im Bereich des 1303 genannten „Dorfleyns“, des wohl später zeitweise zur Wüstung gewordenen Dörfles, baute 1707 Georg Christoph Merklin das äußere Gasthaus (Zur Weißen Lilie). Dörfles wurde 1868 nach Scheuerfeld eingemeindet und ist heute baulich im Gesamtdorf aufgegangen. 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Coburg.

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Weitere Informationenen:
Website von Scheuerfeld
Website des TSV Scheuerfeld
Website der Freiwilligen Feuerwehr Scheuerfeld
Website vom Musikverein Scheuerfeld


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