Tipps zum Umgang mit antiken Puppen

Puppendoktor Tipp 1 Porzellankopfpuppen mit Lederkörper; rechte Puppe: Kloster Veilsdorf, um 1850, ihr jetzt ockerfarbenes Kleid war einmal rot!

So vermeiden Sie Hitze- und Lichtschäden

Hohe Temperaturschwankungen schaden den Materialien der meisten Puppen. Celluloid, Kunststoff, aber auch Leder und Papiermaché werden dann schnell porös und brüchig. Deshalb sollten die Schätze aus Kindertagen nicht auf unisolierten Dachböden gelagert werden. Besser ist es, sie in einem Raum mit möglichst gleichbleibender Temperatur über das ganze Jahr hinweg bzw. bei langsamer Temperaturveränderung zu lagern, wie das in den meisten Wohnräumen der Fall ist. Optimal ist eine Durchschnittstemperatur von 18-22°C.

Um Verfärbungen und Ausbleichen der Bemalung und der Kleidung zu vermeiden, bitte die Puppen nicht in die direkte Sonne setzen. Ein dichtes Blackout-Rollo oder auch UV-Schutzfolie an den Fenstern kann abhelfen, wenn die Puppen in sehr hellen Räumen untergebracht sind. Zu bedenken ist auch, dass nicht nur direkte Sonneneinstrahlung schadet, sondern auch die UV-Strahlen des ganz normalen Tageslichts. Am besten platzieren Sie Ihre Puppen deshalb nicht in der Nähe von Fenstern.

Sollten Sie Ihre Schätze in Vitrinen präsentieren, ist auch hier die richtige Auswahl der Lichtquelle wichtig. Leuchtstoffröhren, Halogen-Spots und andere gängige Lichtquellen bringen schädliche UV-Strahlen sowie meist zuviel Licht und Wärme auf die Puppen. Solche Vitrinenbeleuchtungen sollten möglichst nicht längere Zeit eingeschaltet werden, wenn Sie Lichtschäden vermeiden möchten. Am besten geeignet sind die neuen LED-Leuchten, die es inzwischen auch in warmweißer Qualität gibt (Lichtfarbe 3.000 k). Die Anschaffung ist etwas teurer, dafür verbrauchen LED-Lichter wenig Strom und halten lange.

Das Coburger Puppenmuseum rüstet übrigens gerade alle Vitrinen auf LED-Lichtquellen um, so dass die Puppenschätze in Zukunft besser erhalten werden können. Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Licht und Temperatur haben, können Sie sich gerne an Museumsleiterin Christine Spiller M.A. unter Tel. 09561/ 89-1481 oder E-Mail: christine.spiller@coburg.de wenden.

Sollte die Puppe bereits einen Hitze- oder Bruchschaden erlitten haben, weiß Thomas Packert ebenfalls Rat und erstellt unverbindliche Kostenvoranschläge für eine fachgerechte Reparatur.


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