Preisträger Essmâ’il Cho’i (links) zusammen mit dem Laudator, dem Herausgaber und Übersetzer Kurt Scharf.
Preisverleihung und Festakt 2010
Preisträger des 2. Coburger Rückertpreises wird Essmâ’il Cho’i. Essmâ’il Cho’i ist einer der großen alten Herren der modernen iranischen Poesie und einer der letzten lebenden Repräsentanten der zweiten Blüte der persischen Lyrik. Vor dem Hintergrund profunden Wissens um die klassische persische Dichtung, die auch Rückert so faszinierte und die er so meisterhaft übertrug, erschafft Cho’i neue Bilderwelten für die ernste äußere und innere Welt seiner – unserer – Gegenwart. Dabei ist er so vielseitig wie kaum ein anderer Dichter: Politische und melancholische, Liebes- und Naturpoesie sind bei ihm zu finden, oftmals bildersprachlich ineinander verwoben, doch niemals in sich gefangen.
Obwohl Cho’i schon lange im Exil lebt, ist seine Heimat Iran in seinen Gedichten immer präsent, sei es in der Thematik, sei es im impliziten Bezug auf die dichterischen Traditionen. Gleichwohl weist sein Werk über diese enge Bindung hinaus: In seinem gesamten Werk klingen Reflexionen über die condition humaine mit, die Leser weit über den persischen Kulturkreis hinaus zu faszinieren vermögen. Cho’i eröffnet mit seiner imaginativen Radikalität neue Räume des Bewusstseins, die er reich, aber immer mit glasklarer sprach-licher Präzision ausgestaltet. Cho’is Lyrik ist, in einem Wort, intelligent.
Laudatio von Dr. Scharf
Dankesrede des Preisträgers Choi