Der Übersetzungsraum Rückerts und damit der Raum, aus dem Kandidaten für den ‚Coburger Rückert-Preis’ ausgewählt werden, umfasst die arabische und persische, aber auch die hebräische, koptische und aramäische sowie die indische Literatur und andere kleinere Literaturregionen. Es liegt somit ein erweiterter Orient-Begriff zugrunde, wie er zur Zeit Rückerts in Europa gängig war. Der 'Coburger Rückert-Preis' wird sich den verschiedenen Regionen nacheinander zuwenden, wobei die Jury für jede Region neu zusammengestellt wird.
Der ‚Coburger Rückert-Preis’ dient damit der Völkerverständigung und folgt der Erkenntnis, „dass an die Stelle des Drohbildes vom Zusammenprall der Kulturen das Hoffnungsbild kultureller Lerngemeinschaften gesetzt werden muss“ (Wolf Lepenies / Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2006). Er unterscheidet sich durch diesen Grundgedanken und seine kulturpolitischen Merkmale von anderen in Deutschland gestifteten Literaturpreisen.
Der Anspruch der Europa-, Hochschul- und Familienstadt Coburg, auch das kulturelle Oberzentrum der Region zu sein und diese Aufgabe durch weltoffene Kulturarbeit mit Leben zu erfüllen, wird durch die Schaffung des ‚Coburger Rückert-Preises’ bestätigt.
"Eine sehr begrüßenswerte und längst überfällige Initiative in einem Land, in dem 'Weltliteratur' immer noch unter Ausschluß der Literatur des Mittleren Ostens definiert wird und alle Nachrichten über diese Region mit negativen Ereignissen konnotiert werden." Dr. Barbara von Korff Schmising